(Foto: Rheinbahn)

Düsseldorf. Kurz nach Mitternacht kam es im Rheinbahndepot in einer Abstellhalle an der Eupener Straße aus derzeit ungeklärter Ursache zu einem Großbrand. Dabei wurde niemand verletzt. Durch einen sofortigen massiven Löscheinsatz konnte der bereits bestehende Vollbrand in der Abstellhalle an einer Brandwand gehalten werden, sodass das Depot der Straßenbahnen geschützt wurde. Fast 40 Linienbusse wurden zerstört.

Mehrere Notrufe erreichten um kurz vor 1 Uhr die Leitstelle der Feuerwehr. Ein großer Flammenschein und starke Rauchentwicklung wurden gemeldet. Acht Minuten später erreichten die ersten Einsatzkräfte die Einsatzstelle an der Eupener Straße. Da stand der Hallenkomplex von 50 mal 50 Metern bereits komplett in Flammen. Die Feuerwehr setzte sogleich zur Brandbekämpfung zwei Wenderohre über Drehleitern und mehrere mobile Rohre ein. Der Einsatzschwerpunkt war eine weitere Brandausdehnung zu verhindern und das angrenzende Depot der Straßenbahnen zu schützen. Dies konnte nach rund 90 Minuten erfolgreich abgeschlossen werden. Der Brand lies sich auf das Depot der Linienbusse beschränken. Eine Zerstörung der 38 dort untergebrachten Busse konnte jedoch nicht mehr verhindert werden.

Insgesamt setzte die Feuerwehr Düsseldorf rund 125 Einsatzkräfte vor Ort ein, darunter auch die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr aus Hubbelrath und Garath sowie den Technik- und Kommunikationszug. Weitere Führungskräfte sowie die Freiwillige Feuerwehr Kaiserswerth wurden vorsorglich für eventuelle parallel Einsätze in den Dienst berufen. Der gesamte Einsatz wurde durch Mitarbeitende des städtischen Umweltamtes und der Stadtentwässerungsbetriebe vor Ort begleitet, um notwendige Maßnahmen direkt absprechen zu können. Zu Verkehrsbehinderungen kam es in Heerdt nicht, da sich der Einsatz rein auf dem Betriebsgelände ereignete.

Routinemäßig führten Einsatzkräfte bis zum Mittag mehrere Brandnachschauen durch, bei denen sie kleinere Glutnester entdeckten und ablöschten. Im Anschluss an die letzte Brandnachschau wurde die Einsatzstelle an die Kriminalpolizei übergeben, die zur Klärung der Brandursache die Arbeit aufgenommen hat.

(Foto: Rheinbahn)

Die Rheinbahn hat noch in der Nacht die Ein- und Ausfahrt aller Busse und Bahnen, die im Betriebshof Heerdt stationiert sind, umorganisiert. Fahrzeuge, die noch auf der Strecke waren, wurden auf den anderen Betriebshöfen und in Abstellanlagen stationiert. So konnten am Morgen gegen 4 Uhr alle Fahrzeuge zu ihrem Linieneinsatz starten. Allerdings konnte es vor allem in den Morgenstunden auf einzelnen Strecken zu Verspätungen kommen. Gegen 10 Uhr fuhren alle Linien wieder normal. Durch die Umorganisation, das Heben von Reserven und den Einsatz der Rheinbannerinnen und Rheinbahner haben die Fahrgäste daher keine Auswirkungen gespürt.

Bei den betroffenen Bussen handelt es sich um acht Elektrobusse, acht Gelenkbusse und 22 Solobusse; unter diesen sind zehn neue Fahrzeuge, die erst kürzlich in Betrieb gegangen sind. Der Schaden wird auf einen mittleren zweistelligen Millionenbereich geschätzt. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch.

Klaus Klar, Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor der Rheinbahn, erklärt: „Der Brand und seine Folgen machen uns alle bei der Rheinbahn und mich persönlich sehr betroffen. Die 38 Busse und die Halle sind definitiv ein Opfer der Flammen geworden. Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde. Das haben wir auch dem umsichtigen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen vor Ort und dem Einsatz der Rettungskräfte zu verdanken. Wir haben Solidaritätsbekundungen und Hilfsangebote aus der ganzen Stadt, von vielen benachbarten Verkehrsunternehmen und von der Landesregierung bekommen – das ist ein starkes Zeichen! Ihnen allen möchte ich meinen herzlichsten Dank aussprechen. Ich bin überzeugt: Gemeinsam packen wir das!“

Hintergrundinformationen
Die Halle wurde im Jahr 1992 gebaut und war mit einer Brandmeldeanlage ausgerüstet. Insgesamt hat die Rheinbahn über 490 Busse, verteilt auf fünf Betriebshöfen.

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