Stellen die abgeschlossenen Arbeiten an der Rathausfassade und dem Vorplatz vor: (Von links) Andreas Horster, Vorstand Kommunalbetrieb Krefeld, Oberbürgermeister Frank Meyer und der Baudezernent Marcus Beyer (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof)
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Krefeld. Es ist der historische Ort für Entscheidungen und der Identifikation – das einstige „Stadtschloss” der Familie Von der Leyen und heutige Krefelder Rathaus. Der Architekt Martin Leydel schuf 1794 das repräsentative Stadtschloss für den Kommerzienrat Conrad von der Leyen – ein Meisterwerk der rheinischen Klassik. Könige und Fürsten logierten bei den „Seidenbaronen” und unterstützten deren Wünsche und Forderungen für die Kommune. Seit 1860 stimmen Krefelder Bürger im Rat und in Ausschüssen über die Belange der Stadt ab. Das besonders geschichtsträchtige Krefelder Erbe erhielt nun für rund 1,76 Millionen Euro ein an das ursprüngliche Erscheinungsbild angelehntes „Facelifting”: ein neues Schieferdach, neue Fenster und frische Farbe an der Fassade. „Ich bin froh, dass das Rathaus in neuem altem Glanz erstrahlt”, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer.

In den vergangenen Jahren nagte der Zahn der Zeit immer sichtbarer an Fassade und Dach. „Es ist das Haus der Bürgerinnen und Bürger, dem wir auch Respekt entgegenbringen müssen”, sagt Meyer. Das Zentrale Gebäudemanagement Krefeld begann deswegen im Februar 2020 mit der Sanierung. Die Alteindeckung des undichten Walmdachs mit Schiefer wurde abgebrochen und das Dach mit Schiefer neu eingedeckt. Ebenfalls wurden Rinnen, Fallrohre und sonstige Anschlüsse repariert oder erneuert. Die konstruktiven Mängel an der Dachstuhlkonstruktion wurden beseitigt, Überlastungsrisse wurden fachgerecht verklebt, die bemängelten Knotenpunkte mittels Holzverschraubungen nachbefestigt. „Wir haben zudem eine trittfeste Dämmschicht auf das Obergeschoss eingezogen”, berichtet Baudezernent Marcus Beyer über die energetische Ertüchtigung.

Die Altbeschichtungen an der Fassade wurden ferner bis zum festen Untergrund abgebeizt. Anschließend wurden eine Feinspachtelung, eine Grundierung und ein Neuanstrich auf Silikatbasis aufgetragen. Dadurch wird unter anderem die Entstehung von Kondenswasser verhindert, und der Untergrund kann „atmen”. Der historische Rathausbereich hat außerdem neue Fensteranlagen aus Holz mit Isolierverglasung und historischer Profilierung erhalten. Die Fensterteilung mit Mittelpfosten und Kämpferanordnung ist dem historischen Vorbild gefolgt: Die Fensterteilung der Ostfassade wurde an die vorhandene historische Fensterteilung der Westfassade angepasst. Mit dem Fenstertausch ist ebenfalls der Einbau von außenliegenden Sonnenschutzelementen einschließlich der elektrischen Verkabelung erfolgt.

Der Rathausplatz wurde zeitgleich mit der Fassadensanierung erneuert. „Wir haben hier eine Plattenfläche von 1.300 Quadratmetern verlegt”, sagt Andreas Horster, Vorstand des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK). In Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsbeirat und der Unteren Denkmalbehörde habe es vorab eine Abstimmung über das Material und die Art der Verlegung gegeben. In der Mitte des Platzes wurde eine Einlassung integriert, um dort zum Beispiel einen Weihnachtsbaum aufzustellen. Im Rahmen der Bauarbeiten wurde auch die Decke der Tiefgarage abgedichtet, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden. Rund 500.000 Euro haben die Bauarbeiten gekostet.

Unabhängig von dieser Baustelle hat der KBK drei Bäume an den Zugängen zum Von-der-Leyen-Platz neu gepflanzt. An der Gartenstraße wurden zwei säulenförmige Weißdornbäume und an der St.-Anton-Straße ein Tulpenbaum gesetzt. Der Weißdorn eignet sich besonders für kleine, enge Straßenbereiche und zeichnet sich durch Nektarreichtum während der Blüte aus. Die im Herbst wachsenden Früchte stehen den Vögeln als Nahrung zur Verfügung. Der Tulpenbaum an der St.-Anton-Straße dient der Vervollständigung des Baumbestandes am Von-der-Leyen-Platz. Bei den Bäumen handelt es sich um 15 Jahre alte Solitärbäume mit einer Höhe von circa sieben Metern.

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