Dr. Jochen Neßler (Foto: LVR-Klinik Viersen)

Viersen. Chefarzt der LVR-Klinik für Orthopädie Viersen äußert sich zu Pandemiephase, Lockerungen und Sicherheitsvorkehrungen

Auch für die LVR-Klinik für Orthopädie bringt die Entspannung der Pandemiephase Lockerungen mit sich. Darüber sprachen wir mit Dr. Jochen Neßler, dem Ärztlichen Direktor und Chefarzt des Kompetenzzentrums.

Herr Dr. Neßler, die Pandemiephase entspannt sich glücklicherweise derzeit. Merken Sie das an den Patient*innenzahlen, d.h. gab es während der Hochphasen der „Corona-Zeit“ Zurückhaltung zu spüren, was Krankenhausaufenthalte betraf?

Dr. Jochen Neßler: Eine größere Zurückhaltung haben wir vor allem in den ersten Monaten der Pandemie 2020 beobachtet. Als dann klar wurde, dass sich die Pandemiedauer auf eine wohl längere Zeit ziehen würde und für viele Patientinnen und Patienten Schmerzen unerträglich wurden, stiegen die Anfragen und Termine wieder an. Die Sicherheit, die wir auch in Bezug auf den Coronaschutz in unserer Fachklinik bieten können, wissen viele sehr zu schätzen.

 

Die Pandemie ist noch nicht zu Ende. Welche Maßnahmen unternehmen Sie für die Sicherheit aller Beteiligten?

Dr. Jochen Neßler: Wir haben ein ausgefeiltes Hygienekonzept, das wir konsequent umsetzen. Unsere Mitarbeitenden haben wir mittlerweile fast vollständig impfen können und alle Personen, die bei uns stationär oder ambulant operiert werden, werden ausnahmslos getestet.

 

Ihre Besuchszeiten haben Sie jetzt wieder angepasst. Wie sehen diese aus – und was muss ich als Besuchender beachten?

Dr. Jochen Neßler: Jede Patientin und jeder Patient kann pro Tag maximal eine Person als Besuch empfangen, die maximal 60 Minuten vor Ort ist. Vor der Aufnahme werden bis zu drei Personen benannt, die zu Besuch kommen dürfen. Voraussetzung für Besuchende ist eine vollständige Impfung oder eine nachgewiesene Genesung von Corona oder ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden ist. Besuche müssen in den festgelegten Zeitfenstern stattfinden: werktags von 14.30 bis 16.30 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 12 Uhr. Eine FFP-2-Maske muss konsequent getragen werden.

 

Befürchten Sie einen „Patient*innen-Stau“, da sich einige erst jetzt wieder trauen, ihre Schmerzen und Beschwerden in einem Krankenhaus behandeln zu lassen?

Dr. Jochen Neßler: Natürlich gibt es Patientinnen und Patienten, die aus Angst lange gelitten haben und sich erst nach erfolgreicher Impfung operieren lassen. Diese sehen wir gerade jetzt vermehrt. Das sonst übliche „Sommerloch“ wird es daher in diesem Jahr nicht geben. Einen „Stau“ konnten wir dank optimaler Behandlungsprozesse vermeiden.

 

Sollte die Pandemie wieder anziehen – was wir alle nicht hoffen: Wie schnell können Sie Ihren Betrieb und Ihre Sicherheitsvorkehrungen wieder anpassen?

Dr. Jochen Neßler: Wir haben vom ersten Tag der Pandemie an sehr flexibel auf alle Veränderungen und Anforderungen reagieren können und alle Berufsgruppen in die nötige, enge Kommunikation einbinden können. Diese Strukturen sind fest etabliert. Auf diese Weise können wir auch künftig von heute auf morgen alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen anpassen.

 

Wegen der großen Nachfrage werden Sie die Kapazitäten Ihrer Orthopädie demnächst erhöhen. Was ist geplant?

Dr. Jochen Neßler: Wir haben in den letzten Jahren durch die Etablierung hochmoderner OP- und Behandlungsmethoden unsere regionale und überregionale Bedeutung stark ausbauen können. Als erstes Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung in der Region gehören wir mittlerweile zu den drei größten Spezial-Versorgern im Rheinland. Das macht den Neubau von OP-Kapazitäten nötig, die voraussichtlich zum Jahresende in Betrieb gehen werden.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

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