(Foto: RWO)
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Essen/Oberhausen. Das Revierderby des Jahres ist gespielt! Nach 90 intensiven Minuten trennt sich Rot-Weiß Oberhausen auswärts vom Tabellenführer Rot-Weiss Essen mit 1:1 (1:0).

Samstagmittag, Volles Haus! Revierderby – das Einzige in dieser Saison! Und die Tabellenführung für den Sieger! Fußball-Herz, was willst du mehr? Alles ist angerichtet für einen richtig guten Fußballnachmittag. Und wir sprechen hier nicht von der Bundes-, sondern von der Regionalliga!

RWO-Cheftrainer Mike Terranova musste weiterhin auf Jeffrey Obst verzichten. Der Verteidiger laboriert immer noch an den Folgen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich. Ansonsten traten alle RWO-Kicker die Reise in die Nachbarstadt an.

Das Spiel begann verhalten. Der Respekt der beiden Kontrahenten war spürbar. Erst nach 13 gespielten Minuten kam der Gastgeber zu seiner ersten Chance. Isiah Young setzte sich im Laufduell durch und legte den Ball quer auf Oguzhan Kefkir. Justin Heekeren blieb ohne Abwehrchance und Essen ging mit 1:0 in Führung. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Kaum einmal geschüttelt meldete sich RWO zu Wort: Jerome Propheter, prüfte Daniel Davari im Essener Tor. Da musste das Ex-Kleeblatt sein ganzes Können aufbringen.

In der Folge hatte Essen zwar mehr Ballbesitz, kamen jedoch im ersten Durchgang nicht zu einer einzigen herausgespielten Torchance. Anders die Gäste: In der 22. Minute hatte Propheter nach einer Flanke von Anton Heinz die nächste Riesenchance, die Essener klärten allerdings kurz vor der Linie. Danach nahmen beide Mannschaften erneut Anlauf und das Spiel fand weitgehend im Mittelfeld statt. In der Offensive fehlte bei den Kleeblättern die letzte Idee und der finale Pass fand sein Ziel meistens nicht. Aber am Einsatz mangelte es keineswegs. Doch erst in der 40. Spielminute sah Jerome Propheter die erste Gelbe Karte des Derbys.

Kurz vor der Pause kam Nils Winter auf der rechten Seite nach einem Fehlpass an den Ball. Die anschließende Flanke von Sven Kreyer fand Hüseyin Bulut. Der versuchte sich mit einem Fallrückzieher, der allerdings kein echtes Problem für Davari darstellte. Mit dem 0:1-Rückstand aus RWO-Sicht ging es dementsprechend in die Pause.

Zur zweiten Hälfte brachte Mike Terranova mit Maik Odenthal für Bulut. Die erste Gelegenheit ging dann allerdings an die Bergeborbecker. Aber auch hier konnte der RWO-Defensivverbund Schlimmeres schon in der Entstehung verhindern. Danach wurden auch die Kleeblätter wieder aktiver und setzten sich in der Hälfte der Essener fest. Allerdings fehlte auch hier der nötige Schlüssel zum Erfolg. In der 56. Minute musste Mike Terranova verletzungsbedingt erneut wechseln. Nico Klaß trat Simon Engelmann beim Schuss unter den Fuß und zog sich dabei eine tiefe Schnittwunde auf dem Spann zu, die später von Vereinsarzt Dr. Udo Frädrich genäht werden musste. Auch der Schuh des Rückkehrers aus Braunschweig war durch. Für ihn kam Tim Stappmann in die Partie und der musste wenig später gleich in höchster Not klären, aber machte das souverän (60.).

Danach ging es auf der anderen Seite weiter: In der 67. Minute hatte Sven Kreyer die nächste RWO-Chance. Nachdem der Oberhausener Top-Torjäger Felix Herzenbruch abschüttelte, kam er relativ frei zu Abschluss. Sein Schuss verfehlte das Tor jedoch knapp – noch! Denn danach wurden die Kleeblätter deutlich aktiver und nahmen das Heft des Handelns wieder in die Hand. Eine Viertelstunde vor Schluss belohnten sich die Gäste dann. „Endlich“ möchte man an dieser Stelle wohlwollend hinzufügen: Shaibou Oubeyapwa tankte sich durch, dribbelte über das komplette Spielfeld und steckte dann Kreyer auf durch. Der stellte den Körper in den Passweg und ließ den Ball bewusst laufen. Dieser Gedankenvorsprung reichte dem „Knipser“, um das 1:1 zu erzielen.

Zwei Minuten später hätte das Spiel sogar noch komplett auf die RWO-Seite kippen können. Odenthal wurde im Strafraum der Essener zu Fall gebracht, Kevin Domnick, der Unparteiische, wedelte jedoch schnell ab (77.).

Danach ging es ein hin und her. Beiden Teams war anzumerken, dass sie ihren lautstarken Fans etwas Gutes tun wollten. Beispiel gefällig? Kurz vor Schluss kamen die Essener nochmal zu einer Flanke. Heekeren fing diese ab und suchte Kreyer nochmal mit einem langen Ball, der aber etwas zu weit geriet. Die letzte Aktion der Partie stellte lediglich das Eckenverhältnis auf 1:5 (aus Heimsicht). Am Spielausgang änderte sich nichts mehr.

Rot-Weiß Oberhausen entführt einen Punkt von der Hafenstraße und bleibt dem Tabellenführer auch in den nächsten Tagen/Wochen ein unangenehmer Verfolger. Von Rang drei aus sind es weiterhin lediglich zwei Zähler. Es war übrigens der erste Punktverlust der Gastgeber nach sechs gewonnenen Spielen in Serie.

Für die Kleeblätter geht es am Samstag, 9. Oktober, wieder um Punkte. Dann gastiert der SV Straelen im Stadion Niederrhein. Der Anstoß erfolgt um 14 Uhr. Alle Infos zum Heimspiel gegen den bis dato letzten RWE-Bezwinger folgen in Kürze.

RW Essen – RW Oberhausen 1:1 (1:0)

RWE: Davari – Plechaty, Herzenbruch, Rios Alonso, Bastians – Grote, Dürholtz – Kefkir (85. Voelcke), Harenbrock (72. Holzweiler), Young (86. Heim) – Engelmann (72. Janjic).

RWO: Heekeren – Winter, Öztürk, Klaß (57. Stappmann), Fassnacht – Propheter, Holthaus (62. Buckmaier) – Oubeyapwa, Bulut (46. Odenthal), Heinz (62. Kabambi) – Kreyer.

Schiedsrichter: Kevin Domnick (Duisburg).

Tore: 1:0 Kefkir (12.), 1:1 Kreyer (75.).

Zuschauer: 12.500 (ausverkauft).

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