Oberbranddirektor Sven Werner, Superintendent Gerald Hillebrand, Präses Dr. Thorsten Latzel, Notfallseelsorger Pfarrer Guido Möller (Foto: privat)

Mülheim an der Ruhr. Präses Dr. Latzel dankt Feuerwehrleuten und Notfallseelsorgenden für ihren Einsatz als „Hirten“ für andere

Besuch vom Präses empfingen kurz vor Weihnachten die Mülheimer Feuerwehr und der dort beheimatete Notfallseelsorger Guido Möller vom Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr. Präses Dr. Thorsten Latzel, leitender Geistlicher der Evangelischen Kirche im Rheinland, traf an zwei Tagen kurz vor Weihnachten Menschen im westlichen Ruhrgebiet, die anderen zu Hirten werden. Damit knüpft er an die biblische Weihnachtsgeschichte an, in der der Engel die gute Nachricht, dass Gott Mensch geworden ist, zuerst den Schafhirten bei Bethlehem verkündigt.

In Mülheim sprach Präses Latzel mit Feuerwehrchef Sven Werner, Superintendent Gerald Hillebrand, Notfallseelsorger Guido Möller sowie mit Einsatzkräfte aus Berufsfeuerwehr und freiwilliger Feuerwehr. Die gemeinsamen Erfahrungen aus dem Sommer waren sofort präsent: Sowohl die Seelsorgerinnen und Seelsorger als auch die Feuerwehrleute aus Mülheim waren in den Flutgebieten im Ahrtal im Einsatz – prägende Erfahrungen, wie beide Seiten bestätigten. „Es ist wichtig, dass wir die Menschen in solchen Situationen auch seelsorglich gut begleiten und für sie da sind“, betonte Präses Dr. Latzel die Rolle der Notfallseelsorge – auch im Hinblick auf die kommende Landessynode, deren Schwerpunkthema die Seelsorge sein wird.

Die Feuerwehrleute im Haupt und Nebenberuf vermittelten dem hochrangigen Gast von der Kirche einen Einblick in ihren Alltag im 24-Stunden-Dienst und schilderten die eine oder andere Begebenheit aus dem Einsatzgeschehen. Präses Latzel erfuhr, wie es um den Berufseinstieg bei der Feuerwehr bestellt ist und auch, dass unter den Bewerbungen gerade einmal zehn Prozent von Frauen eingesandt werden. Auch aktuelle Themen der Notfallseelsorge kamen ins Gespräch. In Mülheim ist der hauptamtliche Dienst von der evangelischen Kirche getragen, das ehrenamtliche Team ökumenisch besetzt. „Im Einsatzgeschehen bemerken wir, dass uns auch eine interreligiöse Öffnung guttun könnte“, berichtete Notfallseelsorger Pfarrer Guido Möller. „Es kommt immer einmal wieder vor, dass auch nach muslimischer Begleitung gefragt wird.“

Weitere Stationen auf der Hirtentour des rheinischen Präses waren unter anderem diakonische Einrichtungen in Essen, die Bahnhofsmission in Duisburg sowie die ökumenische TelefonSeelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen. Als Dank für den Dienst an diesen Orten und als Zeichen für die weihnachtliche Hoffnungsbotschaft brachte Präses Dr. Thorsten Latzel allen Einrichtungen einen Herrnhuter Stern mit.

Dr. Thorsten Latzel ist 2021 zum Präses, dem leitenden Geistlichen, der Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) gewählt worden. Die rheinische Landeskirche ist mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte der 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Mülheimer Kirchenkreis An der Ruhr ist einer von 37 Kirchenkreisen, die zur EKiR gehören.

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