Bettina Grenz-Klein ist das Gesicht des Handballzweitligisten TuS Lintfort. Sie  bleibt Trainerin und geht in ihre 21. Saison an der Seitenlinie (Foto: privat)
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Kamp-Lintfort. Der TuS Lintfort setzt weiterhin auf seine Konstante im Frauenhandball. Bettina Grenz-Klein, seit 2001 mit nur einem Jahr Unterbrechung als Trainerin für den Bundesligisten tätig, hat ihren Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. „Ich denke, wir haben da eine besondere Stellung im Profisport. Bundesligahandball in Kamp-Lintfort wäre ohne die Personalie Bettina Grenz-Klein nicht denkbar“, erklärt Ulrich Klein, Vorsitzender des Vereines und Ehemann der Trainerin.

„Bettina dürfte wohl die einzige Trainerin in einer so hohen Spielklasse sein, die im Minijobbereich arbeitet. Dazu macht sie auch noch die Buchhaltung mit der Steuerkanzlei und die Sponsorenakquise für die Bundesliga“, erklärt Klein die ungewöhnliche Personalie der Trainerin, die zudem auch noch eine Kindermannschaft trainiert.

Ehefrau Bettina ist seit ihrem 10. Lebensjahr im Verein und geht nun in ihre 21. Saison als Trainerin. „Warum soll ich aufhören, solange mir die Arbeit noch Spaß macht?“, fragt die Trainerin. „Ich habe hier Top-Bedingungen und es macht mir viel Freude, mit dem kleinsten Etat in der Bundesliga mitzumischen“, findet Bettina Grenz-Klein immer noch Motivation für die Trainingsarbeit.

Gerade einmal 90.000 Euro stehen dem TuS für das Bundesligateam zur Verfügung. Die Konkurrenz in der 2. Liga hat durchaus das drei- bis fünffache zur Verfügung. „Allein Leipzig gibt seinen Etat mit 450.000 Euro an, davon kann ich nur träumen. Aber wir haben hier schon gute Bedingungen und finden immer wieder Spielerinnen, denen die Entwicklung wichtig ist und die wir dann zu Bundesligaspielerinnen machen“, hat Grenz-Klein eine Marktlücke entdeckt. Spielerinnen wir Laura Graef oder Eva Legermann gehören in diese Kategorie und sind aus unteren Klassen beim TuS zu Leistungsträgerinnen geworden. „Und auch Alina Grijseels hat hier einen wichtigen Baustein für ihre Zukunft durchlaufen. Es ist immer schön zu sehen, wie sich unsere Ehemaligen in der Bundesliga oder sogar Champions League schlagen“, freut sich Grenz-Klein. Im letzten Sommer war auch Tochter Naina vom TuS in die 1. Bundeliga gewechselt. Die Torjägerin von Bayer Leverkusen belegt aktuell Platz 6 der Torjägerliste in der Eliteklasse.

Damit diese Entwicklung auch weiter anhält, hat der TuS die Personalplanung für die kommende Saison schon weit voran getrieben und bastelt gerade am neuen Kader.

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