(Foto: lizenzfrei)

Wesel/Niederrhein. Am Montag (24.1.2022) startet die zweite Beteiligung zum Regionalplan Ruhr. Die Initiative zukunft niederrhein begrüßt diesen Fortgang des Planungsverfahrens. Der Plan gewährleistet im Wesentlichen, dass die Gewinnung der systemrelevanten Rohstoffe Sand und Kies und deren regionale Verfügbarkeit weiterhin langfristig gesichert werden. „Für die dringend anstehenden Infrastrukturinvestitionen zum Beispiel beim Brückenbau in NRW oder die von der Politik geforderten 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr in Deutschland bleiben die heimischen Rohstoffe Sand und Kies unverzichtbar“, erklärte zukunft niederrhein-Geschäftsführer Sascha Kruchen gestern bei einer Pressekonferenz in Wesel.

Jederzeit zum konstruktiven Dialog bereit

Wegen der anhaltenden Diskussion über die geplante Flächenausweisung für die Rohstoffgewinnung am Niederrhein und der nach Ansicht von zukunft niederrhein zunehmenden politischen Instrumentalisierung des Themas, hat zukunft niederrhein dazu acht klare Positionen veröffentlicht. Die Unternehmensinitiative fordert nicht nur, dass Genehmigungsverfahren beschleunigt und die aktuelle Bedarfsermittlung für Sand und Kies überarbeitet werden, sondern auch konstruktives Engagement von Kommunen und Bürgerschaft bei der Gestaltung von Nachnutzungskonzepten. Die Mitgliedsunternehmen bieten den Dialog dazu jederzeit an.

„Man kann aber nicht auf der einen Seite mehr bezahlbaren Wohnraum und eine Verdreifachung der Anstrengungen beim Windenergieausbau fordern und auf der anderen Seite dafür sorgen, dass die benötigten Rohstoffe immer knapper und damit automatisch teurer werden“, so Sascha Kruchen von zukunft niederrhein.

Alternativen gründlich prüfen

In ihren Positionen macht die Initiative auch deutlich, dass zusätzliche Recycling-potentiale im Baustoffbereich ausgeschöpft werden sollen. Diese müssen aber auch realistisch eingeschätzt werden und das ist leider in der aktuellen Diskussion nicht immer der Fall. Selbst bei optimierter Aufbereitungstechnik könne in Zukunft der zu erwartende Sand- und Kiesbedarf nur zu 20 Prozent durch Recyclingmaterial gedeckt werden. Die für die Rohstoffgewinnung vorgesehene Flächengröße in der aktuellen Regionalplanfassung werde also unabhängig davon benötigt. Entscheidend sei dabei aber, dass dort auch tatsächlich Gewinnungsprojekte genehmigt werden. Theoretische Flächen sichern keinen Bedarf und keine Versorgung.

Kies und Klimaschutz seien übrigens heute schon Partner. So liefern die zukunft niederrhein-Unternehmen die für Energie- und Verkehrswende benötigten Rohstoffe und helfen letztendlich dabei, den Bedarf an fossilen Brennstoffen und damit auch den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Außerdem produzieren sie Ökostrom mit schwimmenden Solaranlagen auf ihren Baggerseen und planen die Produktion von „grünem“ Wasserstoff. Eine regionale Gewinnung von Sand und Kies sorge zudem für kurze und damit klimafreundlichere Transportwege.

Die Initiative hofft, dass ihre Positionen und fundierten Informationen dazu beitragen, dass die Diskussion rund um die Sand- und Kiesgewinnung am Niederrhein an Sachlichkeit gewinnt. Es gehe schließlich um die Sicherung von Rohstoffen, welche die Grundlage für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand seien.

Beitrag drucken
Anzeigen