Symbolbild Polizei

Bochum/Essen. Am heutigen Donnerstag (7. April) um 5:55 Uhr erhielt die Polizei Bochum über den Notruf Kenntnis von einer augenscheinlich hilflosen, alkoholisierten Person an der Hofsteder Straße in Bochum Riemke.

Bereits kurz nach Eintreffen meldeten die Polizeibeamten, dass der 46-Jährige (deutsch, nach derzeitigem Ermittlungsstand wohnungslos) nach dem Ansprechen durch die Beamten derart Widerstand leistete, dass die Polizisten um Unterstützung rufen mussten. Erst mit Hilfe der Unterstützungskräfte gelang es, den aggressiven Mann zu überwältigen und ihm Handfesseln anzulegen.

Wenige Minuten danach kollabierte der Mann unvermittelt. Unverzüglich leisteten die Beamten Erste Hilfe und verständigten zeitgleich Notarzt und Rettungskräfte. Trotz der eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen verstarb der Mann vor Ort.

Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Bochum hat das Polizeipräsidium Essen aus Neutralitätsgründen die Ermittlungen übernommen und eine Ermittlungskommission eingerichtet.

Zur Klärung der Todesumstände fand um 12 Uhr eine Obduktion des Leichnams statt. Bei der Obduktion konnten keine Verletzungen festgestellt werden, die unmittelbar todesursächlich durch das Handeln der Polizeibeamten waren. Die genaue Todesursache ist derzeit unklar.

Weitergehende Untersuchungen, beispielsweise die Erstellung eines toxikologischen Gutachtens zur Überprüfung des Konsums von Betäubungsmitteln, Alkoholika oder Psychopharmaka, sind veranlasst.

Mit den Ergebnissen ist erst in einigen Wochen zu rechnen.

Die eingesetzten Beamten stehen unter Schock und werden durch das Psychosoziale Unterstützungsteam der Polizei NRW (PSU-Team) betreut. Ein Polizeibeamter erlitt beim Widerstand Verletzungen, die im Krankenhaus ambulant behandelt werden mussten. Eine Polizistin ist nicht mehr dienstfähig. (ots)

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