Die BKVB-Schülerinnen Hannah Maicher, Nina Sperling und Linda Müllers (v.l.) mit den Projektverantwortlichen Dr. Tom Maes (Bayer) und Dr. Petra Bracht (CEPLAS) (Foto: BKVB)

Krefeld. Wenn Pflanzen wachsen, binden sie das klimaschädliche Gas CO2. Nur: Wie viel davon lässt sich auf kleinster Fläche in nicht einmal drei Monaten maximal aus der Luft holen? Dieser Frage sind vier angehende Abiturientinnen des Berufskollegs Vera Beckers beim Wettbewerb „Carbon Challenge“ nachgegangen.

Aus einem kleinen Hochbeet aus Holz lässt sich so einiges für den Klimaschutz herausholen: 4,5 Kilogramm um genau zu sein. So schwer sind die Pflanzen, die vier angehende Abiturientinnen des Berufskollegs Vera Beckers in Krefeld in nicht einmal drei Monaten in diesem Hochbeet gezüchtet haben. Und in dieser Biomasse, wie Biologen es nennen, steckt jede Menge CO2 – ein Gas, das in der Atmosphäre den Klimawandel vorantreibt.

Weltweit forschen Wissenschaftler daher daran, wie man das Gas aus der Luft holen und binden kann – der Anbau von Pflanzen ist ein Weg. Sie wandeln das CO2 aus der Luft in Stoffe um, die sie für ihr Wachstum benötigen. Mit welchen Pflanzen und Böden aber kann man am meisten herausholen? Dieser Herausforderung haben sich die vier Schülerinnen der 12. Klasse des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit gestellt – im Rahmen des Schulwettbewerbs „Carbon Challenge“, den das Unternehmen Bayer, das Forschungsinstitut INVITE und CEPLAS, ein Exzellenzcluster für Pflanzenwissenschaften mehrerer Universitäten und Forschungseinrichtungen erstmalig ausgeschrieben haben. Das BKVB bietet die Teilnahme im Rahmen der MINT-Initiative an, mit der die Schule versucht, noch stärker das Interesse für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu wecken.

Die Aufgabe für Nina Sperling und ihre drei Mitstreiterinnen war klar: Ein Quadratmeter Bodenfläche sollten von April an so mit Saatgut bepflanzt werden, dass bis zur „Ernte“ am 21. Juni möglichst viel Biomasse entsteht – und damit also möglichst viel CO2 gebunden wird. „Es ist spannend zu sehen, was man alles auf kleinster Fläche bewegen kann“, sagt die 18- jährige Sperling. „Gemeinsam mit unseren Lehrern haben wir beschlossen ein Hochbeet zu bauen“, ergänzt die 17-jährige Linda Müllers. Zunächst hatten die Schülerinnen überlegt, Rüben oder Mais zu säen. „Doch das war in dieser Jahreszeit nicht ideal“, sagt Müllers. Also wurde es der Ölrettich, der „ganz schnell in die Höhe geschossen ist“, so Sperling. Das heiße und wechselhafte Wetter machte es den jungen Forscherinnen zwar nicht ganz so leicht, doch nachdem die Pflanzen am Erntetag aus dem Boden geholt, gewaschen und gewogen waren, standen stattliche 4,5 Kilogramm Biomasse im Protokoll. „Die Pflanzen rauszureißen war schon ein merkwürdiges Gefühl“, sagt Nina Sperling. „Wir haben ja eine Leidenschaft für das Projekt entwickelt, das war unser Baby.“

Ob ihr „Baby“ schwer genug ist um den Wettbewerb zu gewinnen, das erfahren die vier Schülerinnen Mitte August.

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