v.l.: Heimatfreunde-Archivar Stephen Hendy, Pascal Hiller vom Stadtarchiv und Leiterin Michaele Messmann (Foto: Stadt Korschenbroich)

Korschenbroich. Dokument aus dem Jahr 1949 wurde sorgfältig restauriert

Das Stadtarchiv hat die Kosten für die Restaurierung einer alten Friedhofskarte aus dem Bestand der Glehner Heimatfreunde übernommen. Das Werk geht in den Bestand des Stadtarchivs über und kann dort kostenlos nach Terminvereinbarung eingesehen werden. Die Heimatfreunde erhalten demnächst eine Kopie und wollen diese im Alten Rathaus in Glehn ausstellen.

„Plan konnte man das eigentlich nicht mehr nennen“, beschreibt Heimatfreunde-Archivar Stephen Hendy das Fundstück, das in einem alten Karton auftauchte. „Hauchdünnes Papier, zigmal gefaltet und mit Kreppband geklebt. Alles pappte aneinander.“ Umso erstaunlicher scheint, was die Restauratoren vom Landschaftverband Rheinland in ihrer Werkstatt in Brauweiler daraus gemacht haben. Auf dem Plan vom Glehner Friedhof in der Größe von etwa 70 mal 70 Zentimetern sind nicht nur die Wegachsen wieder gut erkennbar. Vielmehr kann man sogar lesen, was einst mit filigraner Federführung eingetragen wurde. Nummern sind zu sehen und viele Namen. „Die Restauratoren haben sehr gute Arbeit geleistet“, findet auch Michaele Messmann, Leiterin des Stadtarchivs.

Der Plan ist ein Stück Zeitgeschichte. Eng an eng liegen die Grabstellen 1949. Zu der Zeit waren ausschließlich Erdbestattungen üblich und der Friedhof wirkt „komplett belegt“. Er wurde tatsächlich so voll, dass man Jahrzehnte später den neuen Friedhof am westlichen Ortsrand anlegte. Heute sind auf beiden Arealen unterschiedliche Bestattungsformen möglich, vielfach werden Urnenbeisetzungen gewünscht. Der Alte Friedhof verwandelt sich dabei mehr und mehr in einen Park, denn abgelaufene Grabstellen werden zur friedvollen Grünfläche unter alten Bäumen.

Die Auseinandersetzung mit der alten Karte brachte die Heimatfreunde auf eine Idee: Sie möchten aufwändig gestaltete Grabstätten bekannter Glehner Persönlichkeiten erhalten. Teils sind sie mit hohen Kreuzen oder skulpturalen Aufbauten nach dem Stil ihrer Entstehungszeit gestaltet. „Wir würden diese Erinnerungsorte gerne bewahren“, erklärt Stephen Hendy. Bei der Stadtverwaltung sei er bereits „offene Türen eingerannt“ – auch im Friedhofsamt hatte man sich bereits Gedanken darüber gemacht, was mit den prominenten Gräbern nach deren Ablauf geschehen solle. Die Idee ist nun, sie ebenfalls in Grünflächen zu verwandeln, die Aufbauten aus Stein,

Holz oder Metall aber stehen zu lassen. Die Heimatfreunde möchten auch Material über die Personen sammeln und dieses so aufbereiten, dass Erinnerungen etwa an den Ortswirt, den Rübenkrautfabrikanten oder den Dorflehrer lebendig bleiben.

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