Um einen Herzinfarkt auch bei untypischen Anzeichen sicher diagnostizieren oder ausschließen zu können, arbeitet das multiprofessionelle Team der „Chest Pain Unit“ am St. Anna Hand in Hand (Foto: Helios)
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Duisburg. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert „Chest Pain Unit“ am St. Anna

Bei einem Herzinfarkt gilt es, keine Zeit zu verlieren. Je früher er erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mit der „Chest Pain Unit“ (CPU) einen einheitlichen Qualitätsstandard für die Versorgung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen eingerichtet. Im August wurde die CPU der Helios St. Anna Klinik in Duisburg-Huckingen mit dem begehrten Zertifikat ausgezeichnet.

Ein Herzinfarkt ist tückisch, denn nicht immer äußert er sich durch typische Anzeichen. Zudem sind die Herzinfarktsymptome von Frauen häufig anders als die von Männern „Klassische Symptome sind Schmerzen in der Brust, die aber auch im linken Arm, dem Rücken oder dem Kiefer auftreten können. Betroffene beschreiben häufig auch Beklemmungs- oder Engegefühle. Frauen haben viel öfter unspezifische Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Übelkeit und Erbrechen oder Schmerzen im Oberbauch, weshalb Frauen mit Herzinfarkt statistisch betrachtet leider auch eine Stunde später in die Klinik kommen, als betroffene Männer. Insbesondere bei Diabetikern oder Menschen im höheren Lebensalter können ‚Stumme Infarkte‘, also Infarkte ohne Schmerzen auftreten“, weiß Kardiologie-Chefarzt Dr. Martin Oels zu berichten. „Umso wichtiger ist es, dass Betroffene in der Klinik auf kardiologisch geschultes Fachpersonal treffen, das einen Herzinfarkt auch bei untypischen Symptomen sehr schnell diagnostizieren oder auch ausschließen kann.“

Dass die „Brustschmerzeinheit“ am St. Anna im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Arbeit leistet, fiel auch der Gutachterkommission der DGK „sehr positiv“ auf. Unter anderem lobte sie den „sehr guten Eindruck einer zielorientierten und gut strukturierten Versorgung von ACS-Patienten“ (Patienten mit einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung) und die „sehr gute räumliche und apparative Ausstattung“. „Das ist eine tolle Anerkennung für das gesamte Team“, freut sich Dr. Oels über die erfolgreiche Zertifizierung, „denn beginnend von den hochqualifizierten Mitarbeitern in der Notaufnahme, über die Kardiologen und speziell geschulten Pflegekräften auf der CPU, bis hin zur engen Vernetzung mit der Intensivstation sind viele Kolleginnen und Kollegen an der schnellen und damit erfolgreichen Versorgung der Patienten beteiligt.“

Und obwohl die Versorgung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen zum Berufsalltag am St. Anna gehört, war der Zertifizierungsprozess kein Selbstzweck: „Wir haben ihn zum Anlass genommen, noch einmal alle Prozesse und Schnittstellen genau unter die Lupe zu nehmen und wo immer es möglich war zu verbessern.“

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