(Foto: © Marie Reintjes, Hochschule Rhein-Waal)
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Kleve. Ukrainische Delegationen zu Besuch an der Hochschule Rhein-Waal

Zwei Wochen lang lernen Wissenschaftler:innen aus der Ukraine die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) kennen. Die Gäste der Klever Kooperationshochschulen aus Charkiw sind im Zuge des vom Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) geförderten Projekts „Capacity Building for Ukraine (CaBifU)“ zu Besuch. Bei dem Projekt geht es darum, die vom Krieg betroffenen Hochschulen zu unterstützen, digitale Infrastrukturen für Forschung und Lehre aufzubauen und die Lehre in der Kriegssituation aufrechtzuerhalten.

Anfang der Woche haben der Präsident der Hochschule, Dr. Oliver Locker-Grütjen, und die Vizepräsidentin für Internationales und Diversität, Prof. Dr. Tatiana Zimenkova, zwei ukrainische Delegationen auf dem Klever Campus in Empfang genommen. Die Gäste, allesamt Wissenschaftler:innen, die meisten davon Professor:innen, kommen von der National Technical University „Kharkiv Polytechnic Institute“ und der State Biotechnology University. Beide sind Kooperationshochschulen der Hochschule Rhein-Waal und während des andauernden Krieges in der Ukraine schwer beschädigt worden.

Die Vizepräsidentin für Internationales und Diversität der Hochschule, Prof. Dr. Tatiana Zimenkova, zeigt sich beeindruckt von dem beiderseitigen Engagement: „Es ist bemerkenswert, dass unsere Kolleg:innen aus der Ukraine trotz der andauernden Krise alles dafür tun, damit ihre Studierenden auch weiterhin studieren können. Sehr dankbar bin ich in diesem Zusammenhang auch unseren Kolleg:innen der Hochschule Rhein-Waal, insbesondere aus den Fakultäten Life Sciences und Gesellschaft und Ökonomie, die im Moment viel ihrer Zeit investieren, um unsere Gäste zu begleiten.“

Bei dem Besuch in Kleve geht es nun zum einen darum die Hochschule Rhein-Waal mit ihren verschiedenen Einrichtungen kennenzulernen, diese für die Sicherung der Lehre in der Ukraine zu nutzen und zum anderen die weiteren Kooperationsplanungen anzugehen. Ziel ist es vor allem, Lerninhalte zu produzieren, damit junge Menschen in der Ukraine trotz des Krieges weiterhin studieren können. Dafür unterstützt die Hochschule Rhein-Waal auch bei der Vernetzung mit anderen Wissenschaftler:innen und Hochschulakteur:innen: Für den Besuch sind unter anderem Videokonferenzen mit anderen europäischen Hochschulen geplant.

Das Projekt „Capacity Builduing for Ukraine“ läuft zum Ende des Jahres aus, ein Folgeantrag ist bereits gestellt. Dazu erklärt der Präsident der Hochschule Rhein-Waal, Dr. Oliver Locker-Grütjen: „Unsere Hochschule möchte auch in Zukunft die Partnerschaft und Kooperation mit beiden ukrainischen Hochschulen unterstützen und ausbauen, damit diese ihren Auftrag in Forschung und Lehre, auch weiterhin nachkommen können und wir gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten können.“ Ein gemeinsamer inhaltlicher Nenner ist dabei auch schon identifiziert: Alle drei Hochschulen beschäftigen sich mit Themen rund um Nachhaltigkeit und haben sich der Implementierung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verschrieben.

Hintergrundinformationen

Das Klever Projekt ‚Capacity Building for Ukraine (CaBifU)‘ wird im Zuge der DAAD-Sonderausschreibung ‚Ukraine digital: Studienerfolg in Krisenzeiten sichern‘ mit rund 140.000 Euro gefördert und läuft bis Ende Dezember 2022. Beteiligt sind die Fakultäten Gesellschaft und Ökonomie, Life Sciences sowie Technologie und Bionik. Projektpartner in der Ukraine sind die National Technical University „Kharkiv Polytechnic Institute“ und die State Biotechnology University (beide in Kharkiv). Das Projekt soll dazu beitragen, in der aktuellen Kriegssituation eine Kontinuität in der (digitalen) ukrainischen Hochschullehre zu gewährleisten. Neben der Zusammenarbeit mit den ukrainischen Wissenschaftler:innen, u.a. zur gemeinsamen digitalen Kursentwicklung, nehmen ukrainische Studierende auch an ausgewählten Online-Kursen der HSRW teil und werden zum Teil mit (Online-)Stipendien gefördert.

Der Besuch in Kleve wurde auch mit dem seit 2015 bestehenden Projekt ‚Ostpartnerschaften‘ verbunden, das ebenfalls vom DAAD finanziert wird und im Zuge dessen bereits eine langjährige Kooperation zwischen der Fakultät Life Sciences und der State Biotechnological University besteht. Zu diesem Anlass wurde auch ein Gast von der kirgisischen Partnerhochschule American University of Central Asia in Empfang genommen.

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