v.l.: Spediteur Dmitrji Yegudin, die Fahrer Bert Abel und Norbert Todt, Oberbürgermeister Marc Buchholz, Tanja Ottersbach vom Personalrat der Stadt Mülheim, Christina Küsters (CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt), Peter Beitz (FDP-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt), Astrid Timmermann-Fechtner (CDU-Bundestagsabgeordnete), Rodion Bakum (SPD-Landtagsabgeordneter), Margarete Wietelmann (SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt), Jürgen Skotschke und Gerd Schöneberg von der Initiative Tschernobyl-Kinder (Foto: Tobias Grimm/Stadt Mülheim)
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Mülheim an der Ruhr. Über neun Tonnen Hilfsgüter starteten am Mittwoch, 21. Dezember, ihre Reise in die ukrainische Stadt Ivano-Frankivsk: Die Stadt Mülheim an der Ruhr und die „Initiative Tschernobyl-Kinder Mülheim e.V.“ hatten zu einer kurzfristigen, partnerschaftlichen und humanitären Hilfsaktion aufgerufen – und viele Mülheimer:innen, viele Verbände und Institutionen sind diesem Ruf gefolgt.

Mülheim und Ivano-Frankivsk sind „Cousinenpartnerstädte“, verbunden durch die gemeinsame Partnerschaft mit dem polnischen Oppeln. Zudem sind beide Städte Teil des Netzwerks „Europapreisträgerstädte“. Ende Oktober traf sich eine Mülheimer Delegation im virtuellen Raum mit dem Bürgermeister Ruslan Marzinkiw der ukrainischen Stadt. Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz sowie die Beigeordneten Dr. Daniela Grobe und David Lüngen informierten sich per Video-Konferenz über die Lage in Ivano-Frankivsk und sagten humanitäre Hilfe zu.

„Ich möchte allen Mülheimerinnen und Mülheimern, die sich an der Hilfsaktion beteiligt haben, meinen Dank aussprechen“, zeigt sich Oberbürgermeister Marc Buchholz beeindruckt von der Solidarität und Hilfsbereitschaft. „Nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine haben wir nicht nur Geflüchtete hier bei uns aufgenommen, wir helfen auch im Land selbst. In diesen Zeiten müssen wir zusammenstehen. Durch unsere Aktion zeigen wir den Menschen in Ivano-Frankivsk, dass sie nicht alleine gelassen werden, dass wir gezielt und schnell auf ihre Bedürfnisse reagieren.“

So ist der Hilfstransport auch als Antwort zu verstehen auf eine Liste mit dringend benötigten Gütern, die die ukrainische Stadt zusammengestellt hat: darunter nicht nur Winterkleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel, sondern auch Rollstühle und Rollatoren, Schlafsäcke und Kinderreisebetten, medizinisches Material und Heizlüfter. Gespendet und geholfen haben die Mülheimer Feuerwehr, das St. Marien-Hospital (Contilia GmbH), die Mülheimer Sparkasse und die Mülheimer Filiale des Hagebaumarkt. Die Spedition Yegudin stellt den Transporter zur Verfügung. Die Fahrer, Mitarbeitende der DEKRA, sind ehrenamtlich unterwegs. Mitarbeitende der Stadt Mülheim haben einen Teil ihrer Gehälter gespendet, der Personalrat hatte die Aktion initiiert.

Vor allem aber die Mülheimer Bürger:innen haben sich zahlreich beteiligt:

Möglich wurde die Hilfsaktion durch die tatkräftige Unterstützung der „Initiative Tschernobyl-Kinder Mülheim e.V.“. Diese schickt seit vielen Jahren in der Weihnachtszeit „Schuhkartons voller Hoffnung“ in die Region rund um Tschernobyl. Sanktionsbedingt sind in diesem Jahr keine Spenden des Vereins nach Weißrussland möglich, daher gehen die Spenden in die Ukraine. Deshalb wurde nun vereinbart, dass mit der alljährlichen Aktion diesmal die ukrainische Stadt Ivano-Frankivsk bedacht werden soll.

Knapp 900 Schuhkarton-Päckchen für Kinder und Senior:innen wurden gespendet – zusammengestellt nach einer einheitlichen Packliste, gefüllt mit Süßigkeiten, Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Jürgen Skotschke, Vorsitzender der Initiative Tschernobyl-Kinder: „Ich bin sehr froh und stolz, dass wir es in Mülheim gemeinsam immer wieder schaffen, mit der seit Jahrzehnten traditionellen Weihnachtsaktion “Ein Schuhkarton voller Hoffnung” ein kleines Licht in die Welt zu bringen und besonders bei den Kindern, in solch schwierigen Verhältnissen, für einen Moment die Augen zum Strahlen bringen. Unsere Initiative möchte und wird, sicherlich schon bald, zu neuen Aktionen aufrufen.“

Der Hilfstransport wird zunächst vom Ruhrgebiet aus bis Oppeln fahren und dort an Helfer:innen aus der Ukraine übergeben, die die Hilfsgüter nach Ivano-Frankivsk bringen. Noch vor dem orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Januar sollen die Hilfsgüter ihr Ziel erreichen.

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