Franziska Müller-Rech MdL (Foto: © Franziska Müller-Rech)
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Düsseldorf/Bonn. Die Zahlen sind alarmierend: Immer mehr Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen kündigen ihr Arbeitsverhältnis. Im vergangenen Jahr haben 800 Menschen den Schuldienst gekündigt. Darunter sind 286 verbeamtete Lehrkräfte, deren Entscheidung voraussichtlich besonders schwerwiegt, da sie mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden ist. Welche Gründe hat die fatale Entwicklung? Diese Frage kann das NRW-Schulministerium bisher nicht beantworten. Anstatt den Negativtrend zu stoppen, navigiert NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) weiter blindlings in den Sturm hinein und mutet den Lehrkräften immer mehr Belastungen zu. „Wir müssen einen Kollaps in unseren Schulen vermeiden. Die Lehrkräfte werden ja derzeit nahezu wie Handelsware verwaltet. Die Schulministerin bürdet den Lehrerinnen und Lehrern immer mehr Belastungen auf, anstatt ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Sie setzt auf die Methode Brechstange, indem sie Lehrkräfte zwangsversetzt oder anordnet, die Teilzeitmöglichkeiten einzuschränken. Damit greift sie erheblich in die persönlichen Freiheiten der Lehrkräfte ein. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt dabei auf der Strecke. Das ist völlig inakzeptabel. Wir Freie Demokraten kritisieren seit langem, dass mangelnde Wertschätzung dazu führt, dass Lehrkräfte kündigen. Für 2023 befürchten wir einen neuen Höchststand, wenn Feller jetzt nicht das Ruder rumreißt”, sagt Franziska Müller-Rech, schulpolitische Sprecherin in der FDP-Landtagsfraktion NRW.

Arbeitsplatz Schule modernisieren – FDP-Fraktion fordert neues Konzept

Alle von Schulministerin Feller angeordneten Maßnahmen, die das Arbeitsumfeld Schule verschlechtern, müssen umgehend zurückgenommen werden. Zu diesen gehören Teilzeitverbote, Abordnungen ohne Einverständnis der Lehrkräfte sowie eine Ausweitung des Einsatzradius nach Rückkehr aus Beurlaubung oder Freistellung. Damit der abwechslungsreiche und sinnstiftende Lehrerberuf auch im Alltag attraktiv ist, müssen die Bedingungen modernisiert werden, unter denen die Lehrkräfte in den Schulen arbeiten. „Die Lehrerinnen und Lehrer tragen bereits jetzt die ganze Last. Längere Arbeitszeiten sowie Teilzeit- und Sabbaticalverbote gehen an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei. Stattdessen brauchen wir mehr Personal in den Schulen, einen attraktiveren Seiteneinstieg und eine Stärkung der Schulleitungen, zum Beispiel mit mehr individuellem Schulbudget“, so Müller-Rech.

Erkenntnisse nutzen, um Negativtrend zu stoppen

Die Freien Demokraten fordern, dass sich das Schulministerium ein umfassendes Bild darüber verschafft, aus welchen Gründen der Lehrerberuf für viele Menschen offenbar nicht mehr leistbar ist oder gar nicht erst ergriffen wird. „Wir müssen dafür sorgen, dass junge Menschen den Lehrerberuf in Zukunft noch als attraktiv empfinden. Schulministerin Feller muss endlich handeln und ein Konzept für einen zeitgemäßen Arbeitsplatz Schule entwickeln. Ansonsten werden wir immer mehr Lehrkräfte verlieren“, mahnt Müller-Rech. Der Öffentliche Dienst und der Lehrerberuf stehen in direkter Konkurrenz zu den Arbeitgebern der freien Wirtschaft, die ebenfalls händeringend nach Fachkräften suchen. „Wir müssen passende Rahmenbedingungen schaffen, damit unsere engagierten Lehrerinnen und Lehrer sich auf ihre Kernaufgaben, das Unterrichten, Erziehen, Beurteilen und Innovieren fokussieren können. Das sind wir ihnen und den Schülerinnen und Schülern schuldig.“

Die Maßnahmenforderungen der Freien Demokraten im Detail: https://fdp.fraktion.nrw/initiative/zeitgemaesser-attraktiver-arbeitsplatz-schule

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