Daniel Naujoks, Firmenkundenberater der Sparkasse HRV und der Vorstandsvorsitzende Udo Zimmermann (Foto: Sparkasse HRV)
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Hilden/Ratingen/Velbert. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen. Bedingt durch die Folgen des Klimawandels und der daraus resultierenden Politik müssen sich auch kleinere Betriebe den veränderten Rahmenbedingungen stellen. Sie sehen sich konfrontiert mit physischen Risiken – z. B. durch Extremwetterlagen – und wirtschaftlichen Herausforderungen, was Produkte, Produktionsverfahren, Technologie- und Marktverschiebungen betrifft. Weitere, so genannte Übergangsrisiken, entstehen durch steigende regulatorische Anforderungen sowie durch politische Maßnahmen wie z. B. die Einführung einer CO2-Steuer.

Spätestens seit die so genannte – zunächst nur für größere Unternehmen geltende – EU-Taxonomie 2021 rechtskräftig wurde, ist der Prozess hin zum nachhaltigen Wirtschaften eine der Hauptaufgaben der nächsten Jahre für Unternehmen. Auch Kreditinstitute sind gehalten, Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen, z. B. bei der Kreditvergabe, aber auch im eigentlichen Geschäftsbetrieb. So hat sich auch die Sparkasse HRV dem Thema „Nachhaltigkeit“ verschrieben und zum Beispiel eine zentrale Koordinationsstelle für Fragen rund um Nachhaltigkeit geschaffen.

Die Sparkasse HRV sieht es als ihre Aufgabe an, ihre Unternehmenskundinnen und -kunden auf diesem Weg zu begleiten, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, aber auch, um neue Geschäftsmodelle und Innovationen zu fördern. Viele Unternehmer:innen blicken kritisch auf die regulatorischen Anforderungen und Kosten: Investitionen in die Nachhaltigkeit kosten zunächst einmal Geld. Das eigene Unternehmen nachhaltiger aufzustellen, bietet jedoch auch Chancen und Einsparungspotenziale– und das in mehrfacher Hinsicht.

Die Sparkasse sieht sich in diesem Zusammenhang nicht nur als Geld-, sondern auch als Impulsgeberin. Deshalb hat sie alle ihre Firmenkundenberaterinnen und-berater durch ein externes Spezialistenteam entsprechend geschult. Eine Firmenkundenberaterin wurde darüber hinaus zu einer zertifizierten Nachhaltigkeitsberaterin ausgebildet.

Die Sparkasse möchte ihre Unternehmenskund:innen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleiten – und zwar alle. „Es geht nicht einfach nur darum, bereits „grüne“ Firmen noch grüner zu machen“, sagt Daniel Naujoks, der nicht nur Firmenkundenberater bei der Sparkasse ist, sondern sich mit dem Thema „Mittelstand und Nachhaltigkeit“ auch in seiner Masterarbeit auseinandergesetzt hat. „Das Thema Nachhaltigkeit betrifft jedes Unternehmen, unabhängig von Größe, Branche oder Standort. Die individuellen „Baustellen“ mögen unterschiedlich sein, aber das Thema ist für alle relevant. Es geht um die dauerhafte Fähigkeit des Unternehmens, unter wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten einen positiven Beitrag zur Umwelt und zur Gesellschaft zu leisten. Unternehmen, die sich Nachhaltigkeitsthemen verschließen, werden es langfristig auf dem Markt schwer haben – oder gar verschwinden“, so Naujoks.

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Welche Aspekte betreffen das Unter-nehmen besonders? Welche Risiken sind vorhanden? Welche Maßnahmen wären sinnvoll? In einer Gärtnerei werden die Schwerpunkte andere sein als etwa im metallverarbeitenden Betrieb, einer Arztpraxis oder Anwaltskanzlei. Und beim Umgang mit diesen Themen werden die Berater:innen der Sparkasse HRV behilflich sein. So informieren sie über Finanzierungsmöglichkeiten und Förderangebote und stellen Kontakte her, etwa zu Energieberatern.

Es ergeben sich drei Schwerpunkte für die Beurteilung, ob ein Unternehmen nachhaltig arbeitet, nämlich Umwelt („Environment“), Soziales und Unternehmensführung („Governance“). Auf Basis der englischen Begriffe fasst man sie unter dem Kürzel ESG-Kriterien zusammen. Das bedeutet, dass Aspekte wie verantwortungsvoller Ressourceneinsatz und Umweltschutz ebenso berücksichtigt werden wie faire Entlohnung, Arbeitssicherheit oder Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption. Experten gehen davon aus, dass der Wert eines Unternehmens in den kommenden Jahren immer stärker auch daran bemessen wird, wie nachhaltig es aufgestellt ist.

Der Weg dorthin ist mit Kosten und Anstrengungen verbunden. Das ist auch Udo Zimmermann, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse HRV, bewusst. Er sieht aber auch ganz klare Chancen: „Nachhaltigkeit kann ein Treiber für Innovationen sein. Und die sind wahrscheinlich die beste Strategie unter den neuen Rahmenbedingungen. Der Klimawandel hat die „Spielregeln“ verändert.“

Es entstehen neue Produkte und Dienstleistungen im Rahmen neuer Geschäftsmodelle; neue Märkte werden erschlossen. Betriebskosten können gesenkt werden, indem Ressourcen effizienter genutzt und Abfälle reduziert werden, z. B. durch Recycling. Unternehmen, die sich in diesem Bereich engagieren, tun außerdem viel für ihr Image und steigern damit z. B. ihre Attraktivität als Arbeitgeber – in Zeiten des Fachkräftemangels ein großer Vorteil. Und nicht zuletzt: Je nachhaltiger ein Unternehmen arbeitet, um so weniger ist es von den Risiken des Klimawandels betroffen. Dies wiederum kann sich auch günstig auf die Kapitalbeschaffung auswirken.

Udo Zimmermann ist zuversichtlich, dass der Weg des Mittelstands in die Nachhaltigkeit gelingen wird: „Und was wir als Sparkasse HRV mit unserem Beratungsangebot dazu beitragen können, werden wir tun. Und selbstverständlich bleiben wir auch über das Nachhaltigkeitsthema hinaus der verlässliche Partner des Mittelstands – in der Beratung ebenso wie bei der Kreditvergabe.“

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