(Foto: Stadt Kleve)
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Kleve. Drei jugendliche Flüchtlinge aus der Ukraine und Moldawien hatten nun die Möglichkeit, im Rahmen eines Schülerbetriebspraktikums der Karl Kisters Realschule umfangreiche Einblicke in den Tagesablauf auf dem Bauhof der Umweltbetriebe der Stadt Kleve – AöR (USK) zu bekommen.

Während eines dreiwöchigen Praktikums konnten die Schüler Artur, Sascha und Andrian im Arbeitsalltag der USK in den Bereichen Straßenunterhaltung, Grünflächenunterhaltung und Friedhof mitwirken.

Die Umweltbetriebe sind als Kommunalunternehmen vor allem für technische Dienstleistungen sowie die Unterhaltung der kommunalen Infrastruktur für die Stadt Kleve und deren Bürger:innen zuständig.

Für Artur, Sascha und Andrian war es das erste Praktikum dieser Art und somit auch die erste Berufserfahrung, die die drei gemacht haben.

Artur und Sascha, beide 15 Jahre alt, sind im letzten Jahr zusammen mit ihren Eltern aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Aktuell besuchen die beiden die 9. Klasse der Karl Kisters Realschule in Kleve-Kellen. Für Arturs Familie war Kleve dabei kein zufälliges Ziel. Ein Verwandter wohnt und arbeitet bereits seit 20 Jahren hier.

Andrian ist schon länger in Deutschland als seine beiden Mitschüler. Für ihn war vor allem die neue Sprache ein anfängliches Problem. In seiner Arbeit im Straßenbau blüht der gebürtige Moldawier jedoch auf. Daher hat er auch darum gebeten, statt wie geplant eine Woche, gleich zwei Wochen des Praktikums im Bereich Straßenunterhaltung zu verbringen.

Während ihrer Zeit bei den USK erhielten die Realschüler Einblicke in die verschiedenen Tätigkeitsfelder, welche unter der Verantwortung der Umweltbetriebe stehen. Zwei Mal in der Woche konnten sie dabei auch auf einer speziell angelegten Übungsfläche selbstständig Pflasterarbeiten ausüben. Der Vorteil: Die Arbeiten entsprechen die der späteren Prüfung für die Ausbildung zum Straßenwärter. Eine anschließende Beurteilung durch die Bereichsleitung gab es dazu auch. An den anderen Tagen fanden Arbeiten an Geh- und Radwegen statt. Doch damit nicht genug. Am Klever Stadion oder dem Forstgarten hatten sie die Möglichkeit, in den Beruf des Gärtners reinzuschnuppern. Auch der Friedhof in Kleve bietet mit seinem reichen Baumbestand, den weitläufigen parkähnlichen Grünflächen und den zahlreichen historischen Grabstätten und Denkmälern die optimalen Voraussetzungen. Neben den klassischen Tätigkeiten wie Grünflächen- und Grabpflege zählte auch die Grabbestellung zu den Aufgaben.

Die Bereichsleiter und Ausbilder zeigten sich sichtlich beeindruckt von den drei jungen Männern und ihrem Einsatz. „Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis nahe zu bringen. Nur so kann man Nachwuchs finden und die Jugendlichen für den Job begeistern“, so die Bereichsleitungen.

Auch die Praktikanten selbst sehen ihre ersten Einblicke in die Arbeitswelt als vollen Erfolg an. „Ich könnte mir gut vorstellen, eine Ausbildung zum Straßenwärter zu beginnen.“, sagt der 14-jährige Andrian. Auch Artur und Sascha haben von ihrem Praktikum profiliert. Beide haben Gefallen an ihren Aufgaben gefunden.

Ein Praktikum bietet den Flüchtlingen eine besonders gute Möglichkeit, sich zu integrieren und gesellschaftlichen Anschluss zu finden. Zudem werden in vielen Bereichen händedringend Fachkräfte gesucht. Das Praktikum verschafft somit erste Eindrücke einer möglichen zukünftigen Berufsausbildung und erhöht zugleich die Chance, später einen Ausbildungsplatz zu erhalten.

Anne-Karen Stahl, Deutschlehrerin an der Karl Kisters Realschule, begleitet geflüchtete Jugendliche und geht erste Schritte mit Ihnen. Dazu zählen neben Kinobesuchen und anderen Ausflügen auch Bewerbungsgespräche. „Es macht Spaß, mit den Jugendlichen zusammen zu arbeiten und sie willkommen zu heißen. So geht Integration“, sagt die Lehrerin.

Karsten Koppetsch, Vorstand der Umweltbetriebe der Stadt Kleve, sowie Schulleiter der Karl Kisters Realschule, Kristian Best, freuen sich, dass den Jugendlichen das Praktikum so gut gefallen hat.

„Im Rahmen unserer vielfältigen Aufgabenstellungen sind wir auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Daher ist es für uns selbstverständlich, jungen Leuten dabei zu helfen, sich beruflich zu orientieren“, so Koppetsch.

Vielleicht wurde hier schon der Grundstein für einen erfolgreichen Einstieg in die Berufswelt gesetzt.

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