Großeinsatz am Marien-Hospital (Foto: © Stadt Marl / Pressestelle)
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Marl. 300 Feuerwehrleute aus Marl, dem Kreis Recklinghausen und aus umliegenden Städten waren bei einem Brand im Marien-Hospital am Donnerstagabend (29. Juni) im Einsatz. Mittlerweile sind keine Personen gefährdet, das Feuer ist gelöscht. Für Angehörige hat die Stadt unter der Rufnummer 02365/917-533 ein Bürgertelefon eingerichtet.

Innerhalb von 45 Minuten hatten Rettungskräfte und Mitarbeitende des Krankenhauses mehr als 200 stationäre und ambulante Patienten des Marien-Hospitals in Marl nach einem Brand evakuiert. Während die Feuerwehren aus der gesamten Region etwa 300 Leute im Einsatz hatten, waren in gleicher Stärke auch Angestellte des Krankenhauses vor Ort und halfen. Mittlerweile sind die meisten Stationen wieder belegt.

Die meisten Kranken konnten am späten Abend wieder ins Krankenhaus zurückgebracht werden, wenn auch nicht immer auf das ursprüngliche Zimmer. Lediglich die Intensiv-Patienten wurden auf umliegende Häuser in Dorsten, Haltern am See und Westerholt verteilt, um deren Wohlergehen zu gewährleisten. Dr. Andreas Weigand, Geschäftsführer des Marien-Hospitals, erklärte, dass zunächst eine temporäre Intensivstation eingerichtet worden war. In Gelenkbussen und Zelten wurden andere Patienten schnell versorgt.

Angehörige konnten sich in der Anlaufstelle der Stadt im Stadthaus 3 an der Liegnitzer Straße informieren und seelsorgerisch betreuen lassen. Zudem will das Marien-Hospital eine Infostelle ab Freitagmorgen im Eingangsbereich des Krankenhauses einrichten.

Dank an Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer

„Mein Dank gilt den vielen Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern, die dafür gesorgt haben, dass dieses Unglück glimpflich ausgegangen ist“, sagte Bürgermeister Werner Arndt, der sich am Abend selbst ein Bild von der Lage machte und den Verletzten gute Besserung wünschte. Sämtliche Mechanismen der Einsatzkräfte haben ineinandergegriffen, wusste Marls Feuerwehr-Chef Rainald Pöter später zu berichten. Zudem liefen Evakuierung und Löscharbeiten reibungslos, ohne dass Menschen in Panik gerieten. Auf der Hervester Straße standen Dutzende Rettungswagen bereit.

Großalarm der Stufe 4

Über den automatischen Feueralarm im Krankenhaus war die Marler Feuerwehr um 18.38 alarmiert worden. Bereits kurz nach dem Brand wurde Großalarm der Stufe 4 ausgelöst („Massenanfall von Verletzten“), 300 Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Ruhrgebiet eilten nach Alt-Marl, da nicht klar war, wie viele Menschen in Not geraten waren.

Brandursache unbekannt

In einem Patientenzimmer war aus noch ungeklärter Ursache der Brand ausgebrochen, der Brandrauch verteilte sich über die Lüftung im gesamten Krankenhaus. Rund 200 Menschen mussten evakuiert werden. Bei den vier Verletzten handelt es um zwei Patienten und zwei Beschäftigte der Klinik.

Durch Rauch Verletzte nicht in Lebensgefahr

Großes Medieninteresse herrschte am Tag nach dem Brand. Rede und Antwort standen: (v. l.) Marler Feuerwehrchef Rainald Pöter, Bürgermeister Werner Arndt, Dr. Markus Schmidt (Ärztlicher Direktor), Ulrich Jansen (Pflegedirektor) und Geschäftsführer Dr. Andreas Weigand (Foto: © Stadt Marl / Pressestelle)

„Einen Einsatz in dieser Größenordnung habe ich in meiner Amtszeit glücklicherweise noch nicht miterlebt. Die intensive Vernetzung zwischen den Feuerwehren und den Hilfsdiensten ist ein wichtiger Pfeiler des Katastrophenschutzes in unserer Stadt. Sie alle haben gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses dafür gesorgt, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei allen Helfenden aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus bedanken“, sagte Bürgermeister Werner Arndt einen Tag nach dem Feuer. Schließlich hätte das Ganze deutlich schlimmer ausgehen können.

Leider ist eine bereits zuvor schwer erkrankte Patientin auf dem Weg in ein anderes Krankenhaus verstorben. Näheres zur Todesursache ist nicht bekannt. Drei weiteren Menschen, die durch den Rauch verletzt Menschen wurden, geht es den Umständen entsprechend besser, Lebensgefahr besteht laut Klinikleitung nicht. Zur Brandursache kann die Polizei noch nichts sagen. Die Ermittlungen laufen, das Zimmer, in dem das Feuer ausgebrochen war, ist versiegelt.

Drei Stationen bleiben geschlossen

Aktuell müssen drei Stationen geschlossen bleiben. So sind 14 Menschen nach Dorsten verlegt worden, sechs nach Haltern, drei in die Paracelsus-Klinik und weitere in umliegende Krankenhäuser. Der Klinikbetrieb läuft aber bereits wieder, auch wenn Operationen verschoben werden müssen. Um die Menschen vor Ort direkt zu versorgen, hatte der Malteser Hilfsdienst in der Willy-Brandt-Gesamtschule Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Gleiches galt für zunächst intensivmedizinische Betreuung auf dem Gelände des Hospitals.

Auf Matratzen nach unten getragen

„Solch eine Situation ist nicht trainierbar, wir hatten eine außergewöhnliche Lage, die zum Glück nicht dazu führte, dass jemand lebensgefährlich verletzt wurde“, erklärte Geschäftsführer Dr. Andreas Weigand. Während einer Pressekonferenz bestätigte Marls Feuerwehrchef Rainald Pöter zudem noch einmal die umsichtige und schnelle Vorgehensweise nur Minuten nach dem Brand. Innerhalb von nur 45 Minuten war das Krankenhaus evakuiert. Dabei wurden viele Patienten von den oberen Stockwerken heruntergetragen (auf Matratzen und in Rollstühlen), weil die Aufzüge nicht benutzt werden durften, so Pflegedirektor Ulrich Jansen.

Stab für außergewöhnliche Ereignisse

Die Stadt Marl hatte bereits kurz nach der Feuermeldung ob der Krise einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse eingerichtet. Dieser stellte vorausschauend Räumlichkeiten innerhalb der Schule für potenzielle Verletzte oder auch Patientinnen und Patienten zur Verfügung.

Betreuungsstelle im Stadthaus 3

Zudem wurden eine Betreuungsstelle im Stadthaus 3 (Bauturm) für Angehörige organisiert und ein Bürgertelefon eingerichtet. Aber auch auf dem Parkplatz des Krankenhauses, in Bussen und Zelten standen Pflege- und Ärztepersonal zur Verfügung. Jeder Helfer und jede Helferin, so Werner Arndt weiter, wusste genau, was zu tun ist. Die gesamte Aktion lief in ruhigen Bahnen. Hier zahlte sich aus, dass die Stadt bei der Vergabe des qualifizierten Krankentransportes in Marl auf die renommierten Hilfsorganisationen zu setzen.

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