Symbolfoto (Foto: Pixabay/drfuenteshernandez)
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Mönchengladbach. Der Tagebau Hambach und die Flutung der Grube habe auch Auswirkungen auf Mönchengladbach. Dies entnimmt die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Mönchengladbach der Antwort der Stadt Mönchengladbach auf eine Anfrage des ÖDP-Stadtvorsitzenden Franjo Schiller.

„Im Bereich der Tagebaue Garzweiler l und II befinden sich versauerungsfähige Schichten … die einen hohen Anteil an Schwefeldisulfid in Form von Pyrit enthalten. Als Folge der Braunkohlengewinnung im Tagebau Garzweiler und der dafür notwendigen Grundwasserabsenkungen werden diese Schichten freigelegt, umgelagert und Luftsauerstoff ausgesetzt, wodurch der in diesen Schichten enthaltene Pyrit teilweise oxidiert. Dadurch können bei Kontakt mit Wasser erhebliche Mengen an Säure, Eisen und Sulfat freigesetzt werden“, so die Antwort der Stadt Mönchengladbach.

Was hat dies nun für Konsequenzen? Nach Angaben der Stadtverwaltung kann das wieder steigende Grundwasser bei der Flutung des Hambachsees „eine Versauerung und Belastung des Grundwassers mit Sulfat und Schwermetallen zur Folge haben“. Die Stadt Mönchengladbach erwartet nach ihrer Auskunft, dass es am „Wassergewinnungsstandort Fürth im Rhein-Kreis Neuss im Umfeld des Tagebaus Garzweiler“ zu Beeinträchtigungen kommen kann. Weitere Beeinträchtigungen sieht die Stadt nicht.

Die ÖDP ist hier überaus skeptisch. Würden, wie die Stadt angibt, durch den Wiederanstieg des Grundswassers „erhebliche Mengen“ an Säure, Eisen und Sulfat freigesetzt werden, hätte dies nicht nur Auswirkungen auf das Grundwasser. Solche Stoffe könnten auch der Wind verfrachten und die Atemluft in Mönchengladbach belasten.

Die Skepsis der ÖDP gegenüber der Planung der Renaturierung des Tagebaus als See wurden nach Angeben der Partei durch die Antwort der Stadt nicht ausgeräumt.

Bezüglich der Bergschäden in Folge des Tagebaus verweist die Stadt auf die Geringfügigkeit dieser Schäden, die reguliert würden. Auf die Risiken durch die Flutung des Tagebaus geht die Antwort der Stadtverwaltung leider nicht ein.

Da eine Flutung mit einer Grundwasseranhebung einhergeht, die kurzfristiger erfolgt als die Absenkung des Grundwassers, sind hier weitaus umfangreichere Bergschäden nach Meinung der ÖDP nicht auszuschließen.

Die ÖDP bedankt sich ausdrücklich bei der Stadt für die ausführliche Antwort. Sie wird den Auswirkungen der Flutung des Hambach-Tagebaus auf die Stadt  weiterhin große Beachtung widmen. Die Skepsis gegenüber der Renaturierung-Planung der ÖDP konnte nach deren Angaben die Antwort nicht ausräumen.

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