(Foto: Stadtarchiv Bochum)
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Bochum. Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ präsentiert einmal im Monat ein besonderes Dokument oder Objekt aus den Beständen des Stadtarchivs – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte. Auf diese Weise werden nicht nur historische Ereignisse oder Persönlichkeiten vorgestellt. Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ gewährt auch einen Einblick in die bunte Vielfalt der historischen Zeugnisse, die zum kulturellen Erbe Bochums gehören und die im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte verwahrt werden.

Im April geht es um das Album „4630 Bochum“ von Herbert Grönemeyer. Interessierte können die Exponate auch im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, besichtigen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bochum.de/stadtarchiv.

Am 11. Mai 1984 erschien Herbert Grönemeyers Erfolgsalbum „4630 Bochum“. Es gilt als Herbert Grönemeyers Durchbruch und wurde über 2,75 Millionen Mal verkauft. Damit war es das in Deutschland erfolgreichste Album des Jahres 1984. Es wurde elf Mal mit Gold ausgezeichnet und hielt sich 79 Wochen in den Top 100. Neben den Singleauskopplungen „Männer“, „Alkohol“ und „Flugzeuge im Bauch“, die Grönemeyer deutschlandweit bekannt machten, enthält das Album selbstverständlich auch die „inoffizielle Hymne“ der Stadt: „Bochum“. Das Lied ist vor allem eine liebenswürdige Hommage an das Leben in der Ruhrmetropole und Grönemeyers ehemaliger Heimatstadt.

Zwar wurde Grönemeyer nicht in Bochum geboren, lebte aber einen Teil seines Lebens hier. Die Familie Grönemeyer zog 1957 von Clausthal-Zellerfeld nach Bochum, wo Herbert Grönemeyer aufwuchs und auch das Gymnasium am Ostring besuchte. Schon früh begeisterte er sich für Musik und engagierte sich unter anderem im Schulchor. Beim Schauspielhaus Bochum verdiente er sein erstes Geld als Pianist und begann 1975 sein Studium der Musik- und der Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum, was er jedoch nach fünf Semestern abbrach. Parallel wurde er 1976 musikalischer Leiter am Schauspielhaus Bochum und war auch als Schauspieler aktiv. In den 1980er Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf die Musik und schrieb Lieder wie „Anna“, „Musik nur, wenn sie laut ist“ und vertonte den von Diether Krebs und Jürgen Triebel geschriebenen Klassiker „Currywurst“, der sich ebenfalls auf eine lokale Berühmtheit, das „Bratwursthaus“ in der Bochumer Kortumstraße bezog, das regelmäßig von allen Beteiligten nach der Arbeit am Schauspielhaus besucht wurde.

Nach vier veröffentlichten Alben brachte er schließlich sein Erfolgsalbum „4630 Bochum“ heraus. Der Titel bezieht sich auf die alte Postleitzahl Bochums, die bis 1993 genutzt wurde. Einige Lieder wurden so erfolgreich, dass sie aufgrund ihrer Bekanntheit von anderen Interpreten gecovert wurden: Oli P., „The Admirals“ und „Loona“. Das Lied „Bochum“ wird heute regelmäßig zu lokalen Anlässen gespielt. Seit 1992 schallt es auch bei jedem Heimspiel des VfL Bochum aus den Stadionboxen und wird lautstark mitgesungen.

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