Moers. Die geplante Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Germendonkschule in der Taubenstraße 40 in Meerbeck war Anlass eines zweieinhalbstündigen Treffens in der letzten Woche zwischen Bürgermeister Christoph Fleischhauer, Anwohnern und Sprechern der neu gegründeten Bürgerinitiative für Meerbeck-Ost. Der Bürgermeister hatte dieses Gespräch angeregt, nachdem besorgte Anwohner sich an ihn mit Fragen zu dem Projekt gewandt hatten. Herr Fleischhauer bestätigte zunächst, dass die Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer, dem TÜV Nord, fast abgeschlossen seien. Nach einer Umbauzeit von 6 Monaten könnten dann ab Oktober 250 Flüchtlinge untergebracht werden. Flüchtlinge, die der Stadt Moers durch die Bezirksregierung zum dauerhaften Verbleib zugewiesen werden.

Den Wunsch der Anwohner, nicht nur allein reisende Männer dort einzuquartieren, teilte der Bürgermeister nach den schlechten Erfahrungen in der Unterkunft an der Ernst-Holla-Straße zwar, konnte jedoch keine Versprechungen machen, da man auf die Zuweisung keinen Einfluss habe.

Beunruhigend für die teilnehmenden Bürger war, dass für die 250 Flüchtlinge vor Ort keine Betreuung durch einen Wohlfahrtsverband vorgesehen ist, wie es bei den Landesunterkünften in Kapellen und an der Tannenbergstraße geschieht. Einen Maßnahmenkatalog zur Integration der Flüchtlinge habe die Stadt auch nicht, man sei derzeit völlig damit ausgelastet neue Unterkünfte zu finden und herzurichten, berichtet der Initiativsprecher Jochen Fier nach dem Treffen. Bürgermeister Fleischhauer hoffe jedoch auf ehrenamtliche Helfer aus der Bevölkerung.

Das sei zu wenig Konzept für die Integration von 250 Flüchtlinge in ein neubebautes Wohngebiet mit vielen jungen Familien, befanden die anwesenden Bürger und regten eine Reduzierung der geplanten Flüchtlingsplätze an. Aber auch in diesem Punkt konnte der Bürgermeister nur auf das Prinzip Hoffnung verweisen. Denn niemand könne vorhersehen, wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr nach Moers kämen.

Aufgrund der baulichen Gegebenheiten könnte man in den angrenzenden Häusern schon jetzt jedes Gespräch auf dem Schulhof mithören. Die Anwohner befürchten erhebliche Lärmbeeinträchtigungen, wenn sich bis zu 250 Flüchtlinge auf dem Außengelände aufhielten. Herr Fleischhauer versprach, diesen für ihn neuen Aspekt prüfen zu lassen.

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