Lukas Reuschenbach vom TC Sterkrade 1869 im Einerkajak (Foto: privat)

Oberhausen/Duisburg. Beim Kanu-Rennsport Weltcup in Duisburg musste sich Lukas Reuschenbach vom TC Sterkrade 1869 im Einerkajak über 1.000 Meter am vergangenen Wochenende der nahezu vollständig versammelten Weltelite stellen. Bundestrainer Arndt Hanisch meinte, wer eines Tages in die Weltspitze vorstoßen will, muss als junger Athlet die harte internationale Konkurrenz im Wettkampf kennenlernen, um zu sehen, wie weit er von den Besten entfernt ist. Lukas Reuschenbach nahm diese Herausforderung selbstbewusst an.

In sechs Vorläufen gingen am Freitagmorgen rund fünfzig Starter aus allen fünf Kontinenten an den Start, darunter mehrere Welt- und Europameister, wie zum Beispiel der amtierende Weltmeister Poulsen aus Dänemark. Mit einer persönlichen neuen Bestzeit von 3.36 Minuten schaffte Lukas die erste Hürde überraschend souverän und zog als Zweitplatzierter sicher ins Semifinale ein. Damit war das Mindestziel bereits geschafft.

Im Semifinale lag Weltmeister Poulsen am Freitagnachmittag unmittelbar auf der Bahn neben Lukas. Das enorme Anfangstempo von Poulsen konnte Lukas nicht mitgehen und hatte Schwierigkeiten in seinen Schlagrhythmus zu finden. Aber auf der zweiten Streckenhälfte lief es deutlich besser. Die 500-Meter-Marke passierte er als Sechster und bei 750 Meter hatte er sich bereits auf Platz vier vorgearbeitet. Trotz des enorm hohen Streckentempos zündete er dann unter begeistertem Applaus der Zuschauer seinen Turbo für das Finish. Die Gegner aus Norwegen, Slowenien und Neuseeland hatten dem nichts entgegenzusetzen. Auch der bis dahin zweitplatzierte Australier musste Lukas passieren lassen. Lediglich Poulsen fuhr knapp  vor ihm über die Ziellinie. Die Sensation war perfekt. Lukas hatte mit Platz zwei das A-Finale erreicht.

Der Startschuss für das Finale der besten Neun fiel am Samstag. Als Zielsetzung bei diesem erlesenen Feld der Weltbesten hatte er sich vorgenommen, nur nicht zu deutlich den Anschluss verlieren. Doch bei 500 Metern war der Achte bereits zwei Bootslängen vor ihm. Aber wieder zeigte sich, dass er sein Tempo auf der zweiten Streckenhälfte forcieren konnte, während andere nachließen. Auf den letzten 200 Metern konnte er sogar noch drei Boote hinter sich lassen. Nach 3.31 Minuten kam er als Sechster der Weltspitze ins Ziel. Sieger wurde  Weltmeister Poulsen vor dem Belgier Peters und dem deutschen Champion Max Hoff aus Essen. Ein Ergebnis, das niemand ihm zugetraut hätte, auch Lukas selbst nicht.

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