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Trotz "Drei zu null"-Führung reichte es nicht für einen Sieg der Giftschlangen beim Tabellenführer (Foto: Kobras)

Dinslaken. Trotz der bis dato besten Saisonleistung unterlagen am Sonntagabend die Dinslakener Kobras beim Tabellenführer Neuwied mit 3:4 (0:1; 0:2; 4:0). Man hatte sich bei den Niederrheinern für diese Begegnung viel vorgenommen und die Taktik gegenüber den ersten Begegnungen geändert. Defensive hat Priorität vor Offensive – mit dieser Marschroute brachten die Giftschlangen den Spitzenreiter zum Wanken, aber nicht zum Fallen. Zwar berannten die Hausherren in der Anfangsphase das Dinslakener Tor, doch jetzt tief stehende Kobras und ein glänzend aufgelegter Felix Zerbe zwischen den Pfosten bewahrten mit aufopferungsvollem Kampf und Glanzparaden in Serie die Gäste vor einem frühen Gegentreffer.

Im Gegenteil: Während die Bären immer mehr verzweifelten, holten sich die Kobras ihr Selbstvertrauen durch viele gelungene Aktionen und trauten sich nun ihrerseits in den Bereich jenseits der roten Linie. Und nach gut 5 Spielminuten setzten sie ein erstes Ausrufezeichen durch den Treffer von Alex Brinkmann. Michal Plichta hatte den 28-jährigen mustergültig in Szene gesetzt. Noch zeigten sich die Hausherren nicht geschockt und legten ihrerseits noch ein paar Prozent zu, doch das Bollwerk der Gäste ließ bis zum ersten Pausentee keinen weiteren Treffer mehr zu.

Im Spielabschnitt 2 übernahmen die Gäste selbst die Initiative und ließen die 700 Bärenfans verstummen. Sie zwangen auch die Blauen zu immer mehr Fehlpässen, so dass sich mehr und mehr Nervosität in das Team der Rheinland-Pfälzer einschlich. Schließlich belohnten sich die Kobras durch 2 weitere Treffer zum Pausenstand von 0:3. Philipp Heffler nach Vorarbeit von Moritz Hofschen sowie Tim Cornelißen mit einem Powerplaytor zeichneten sich für den Ausbau der Führung verantwortlich.

Doch dass die Kobras nach dem mäßigen Saisonstart mental noch nicht gefestigt sind, zeigte das Schlussdrittel. Die Neuwieder Bären legten, nachdem sie aus der Kabine kamen, erneut los wie die Feuerwehr und als Felix Zerbe in der 42. Spielminute einen Schlagschuss nur nach vorne abwehren konnte, nutzen die Gastgeber dies in Form eines Abstauber-Tores. Sofort war das Neuwieder Publikum wieder da und peitschte ihre Mannschaft lautstark nach vorne.

Mit Erfolg: Nur 3 Minuten später konnten sie den 2:3- Anschlusstreffer erzielen. Neuwied war nun hellwach und bei den Dinslakenern wurden die weichen Knie immer mehr sichtbar. Dabei hatten sie eigentlich keinen Grund dazu. Zu überlegen dominierten sie bis zu diesem Zeitpunkt Puck und Gegner. Aber da zeigen sich halt die Spuren des verpatzten Saisonstartes. Wenn man von den eigenen Qualitäten nicht mehr überzeugt ist, geht dann so ein Spiel auch mal verloren. Da steht Adam Grygiel noch mentale Überzeugungsarbeit ins Haus.

Und so nahm das Schicksal seinen Lauf: Die Bären erzielten im weiteren Verlauf nicht nur den Ausgleich, sondern 4 Minuten vor dem Schlusspfiff auch den 4:3-Siegtreffer. Ein Kuriosum gab es noch gegen beide Seiten: Der ansonsten souveräne Referee gab jeweils ein Tor, von dem die betroffene Mannschaft behauptete, dass der Puck die Torlinie keinesfalls überquert hätte. Der gewöhnliche Fall ist eher andersherum. Der Schiedsrichter versagt einem Tor die Anerkennung, obwohl der Puck die Linie überschritten hatte. Bei den Kobras jedenfalls ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen, auch wenn es denkbar knapp nicht zu einem Sieg gegen den Spitzenreiter gereicht hat.

 

 

Die Bären 2016 – Dinslaken Kobras                                 4:3 (0:1; 0:2; 4:0)

Torschützen Neuwied:                                                   Felföldy, Reiner, Fröhlich, D.Schlicht
Torschützen Dinslaken:                                                  Brinkmann, Heffler, Cornelißen

 

Strafminuten Neuwied:                                                  16
Strafminuten Dinslaken:                                                 10

 

Zuschauer:                                                                   711

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