(Foto: Christian Voigt/Projekt LebensWert)

Duisburg. Anlässlich des Welttages der Armen luden das Projekt LebensWert, der Petershof, die Duisburger Werkkiste, Empathie e.V., DJK Eintracht Marxloh und die Pfarrei St. Johann zum gemeinsamen Mahl. Zu dem Motto „Mahlzeit – unser Weltmenü“ trafen sich etwa 50 neugierige Gäste – die unterschiedliche Herkunft, Religion und Konfession spiegelten ein buntes Miteinander wieder. Das Besondere: Die Gäste kannten weder das Rezept noch ihre Küchen-Crew. Über das gemeinsame Themengespräch, Themenvorstellung, Zubereiten und Essen brachten die Organisatoren Menschen miteinander ins Gespräch, die sich sonst eher selten durch Zufall über den Weg laufen. Und der Zufall wollte es auch, dass man Speisen zubereitete, die man vorher nicht kannte.

(Foto: Christian Voigt/Projekt LebensWert)

So fühlte sich Abt Albert Dölken in seinem Team sichtlich wohl, mit den Frauen von Empathie e.V. füllte er überbackene Hackfleischtaschen mit Kräutern. „Es ist schade, dass ich sonst im Alltag viel zu selten zum Selberkochen komme. Umso mehr freue ich mich und genieße es, dass ich von den Damen ein Gericht der kleinasiatischen und arabischen Küche kennenlernen darf“, erklärte der Prämonstratenser. Währenddessen wurde in einer kleinen Küche das Reisgericht Briany mit Geflügelfleisch, Rosinen und zahlreichen Kräutern zubereitet. Verantwortlich für das Waschen und Kleinschneiden der Blattpetersilie war Weihbischof Ludger Schepers. Weil er dieses gut und schnell erledigte, übernahm er kurzerhand das Spülen der nicht mehr benötigten Küchenutensilien. Um den Vorsitzenden von DJK Eintracht Marxloh, Oguz Topac, stellte eine Gruppe gesunde Smoothies her, kiloweise Bananen, Äpfel, Papayas und Beeren wurde geschält, geschnitten und gemixt. Etwas ruhiger ging es bei der Zubereitung des Nachtisches zu, Bürgermeister Volker Mosblech und junge Damen des Petershofs rührten den Schokoüberzug für Schoko-Bisquits an. „Diese Aktion zeigt einmal mehr wie lebendig und bunt dieses Quartier ist“, benannte der Bürgermeister den Grund für seine Teilnahme. Und auch die Jugendlichen der Duisburger Werkkiste waren begeistert vom ungezwungenen Miteinander.

(Foto: Christian Voigt/Projekt LebensWert)

So brachte es Weihbischof Ludger Schepers auf den Punkt: „Das gemeinsame Zubereiten und Speisen von und mit jungen und alten Menschen, Muslimen und beiden christlichen Konfessionen, Alt- und Neubürgern ist ein deutliches Zeichen für das friedliche und gegenseitig inspirierende Miteinander. Besonders beeindruckt haben mich die klaren und kreativen Gedanken und Ideen der jungen Leute zum Themenhintergrund des Welttags der Armen. Ich fiebere schon der Veranstaltung im nächsten Jahr entgegen.“

(Foto: Christian Voigt/Projekt LebensWert)

Hintergrundinformationen zum Welttag der Armen:

Der Welttag der Armen wurde 2016 von Papst Franziskus für die ganze Kirche eingeführt zur Vorbereitung der Feier des Christkönigssonntags, also am Sonntag zwei Wochen vor dem 1. Advent. Zum ersten Mal fand er am 19.11.2017 statt. Papst Franziskus will mit diesem Tag hervorheben, dass Jesus Christus sich gerade mit den Geringen und Armen identifiziert hat, und lädt alle dazu ein, Jesu Botschaft des Evangeliums gerade in der Begegnung auf Augenhöhe mit den Geringen und Armen und in der Beziehung zu ihnen zu entdecken. In seiner Botschaft zum Welttag der Armen 2018 lädt er konkret dazu ein, eine Mahlzeit miteinander zu teilen.

 

Das Bündnis „Welttag der Armen“, an dem sich u.a. die oben genannten Institutionen beteiligen, will daran mitwirken, dass alle Menschen als Kinder Gottes an einer besseren Welt mitbauen und ein gutes Leben führen können. Dabei geht es von einer integralen Sicht des Menschen aus, bei der der Mensch ganzheitlich mit seiner physischen und psychischen Verfasstheit ernstgenommen wird. Das Bündnis bezieht dabei ausdrücklich den gesamten Lebenskontext der Menschen mit ein: die Wohn-, Bildungs- und Arbeitssituation sowie die Kultur und die Beziehungen, in denen er lebt. Es setzt sich für ein Leben in Würde sowie eine Kultur der Barmherzigkeit und Solidarität ein, also für eine Welt,

– in der das Leben, die Teilhabe und die Zukunft eines jeden Menschen gesichert sind, in der Menschen verschiedener Kulturen einander achten und stärken,

– in der Geschlechtergerechtigkeit existiert,

– in der Wissen und Ressourcen dem Wohl aller dienen,

– in der die Umwelt bewahrt wird,

– in der die Menschenrechte geachtet werden,

– in der die Nächstenliebe Richtschnur des Handelns ist und in der Menschen in Frieden leben können,

– in der alle Menschen ein Leben in Würde und im Gleichgewicht mit der Umwelt führen können,

– in der die Welt zum Guten hin verändert wird, Werte übermittelt werden, um die Welt besser zu verlassen, als sie vorgefunden wurde.

 

Das Bündnis tritt ein für eine Politik und Kultur der Aufmerksamkeit und der Achtsamkeit. Es versteht sich als Sprachrohr für weltweite Gerechtigkeit und solidarisches Handeln und will den Einsatz der Menschen für Gerechtigkeit fördern.

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