Die Zukunft der Ex-Krupp-Verwaltung ist ungewiss (Foto: Archiv)

Duisburg. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Rheinhausen wird in der Sitzung am 6. Dezember ganz tief in die Krupp’sche Kiste greifen, aber auch ungeduldig in Sachen China Trade Centre Europe nachfragen.

In Sachen Stahl-Vergangenheit fragt sie nach dem Grundstück der ehem. Krupp-Hauptverwaltung. Das Stadtbild von Rheinhausen habe sich in den vergangenen Jahren an vier Orten nicht von seiner besten Seite gezeigt: ein Problemhaus mit nationalem Medieninteresse und drei Schrottimmobilien; Ulmenstraße Kaldenhausen, Ex-Hallenbad am Glückaufplatz und ehemalige Krupp-Hauptverwaltung an der Franz-Schubert-Straße. Die Union: „Das Problemhaus ist saniert, neue Bewohnerinnen und Bewohner sind eingezogen. Für die Ulmenstraße konnte zwischenzeitlich durch großes persönliches Engagement eine wohnbauliche Entwicklung eingeleitet werden. Am Glückaufplatz wurde im September das Gesundheitszentrum eröffnet.“

Wer dagegen auf der überregionalen Bahnstrecke durch Rheinhausen fahre, dem fallen die Gebäude der ehem. Krupp-Hauptverwaltung sofort ins Auge; entweder nur teilweise genutzt oder wie im Falle des Glaskastens mit eingeworfenen Fensterscheiben und vermüllten Außenflächen. Die Gebäude wurden in den 1990er Jahren verlassen. Vereinzelte Firmen sind dort zu finden. Das Grundstück mit einer Fläche von mehr als 20.000 qm gehört einer niederländischen Firma. 2016 sollte es in einer Online-Versteigerung veräußert werden – ohne Erfolg. Die CDU: „Danach gab es zwei niederländische Investoren. Einer der beiden hat 2017 seine Planung für Mehrfamilienhäuser präsentiert. Diese wurde im Grundsatz begrüßt. Seitdem ist nichts mehr zu vernehmen.“ Die Fraktion sehe an diesem Standort großen Handlungsbedarf. Die Entwicklung würde nicht nur der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum dienen, sondern auch das Stadtbild nachhaltig verbessern.

Die zweite Frage betrifft den Entwicklungsstand für das China Trade Centre Europe (CTCE). Unlängst berichtete das ARD über die „neue Seidenstraße“. Es ging um die hohe Bedeutung, die dem Projekt von allen Beteiligten beigemessen wird. Duisburg wurde mehrfach genannt, unter anderem kamen OB Sören Link und Erich Staake (duisport) zu Wort. Auch Rheinhausen stand im Fokus des Berichts „Planung und Bau des China Trade Centre Europe im Businesspark Niederrhein“.

2017 wurde das Projekt bekannt. Deutschland sei für China der wichtigste Standort in Europa. Und Rheinhausen habe innerhalb Deutschlands für China einen sehr hohen Stellenwert. Die CDU-Fraktion unterstützt die Ansiedlung des CTCE und betont die damit verbundenen positiven wirtschaftlichen Effekte.

Ein Vorhaben dieser Größenordnung – 260 Millionen Euro Investitionssumme – müsse innerhalb der Stadtverwaltung Priorität genießen und intensiv begleitet werden. Schon seit längerem sei nichts mehr über das CTCE bekannt geworden. Politik und Öffentlichkeit haben ein großes Interesse daran zu erfahren, was und wann passieren soll und welche Auswirkungen das Projekt haben wird auf Verkehrsentwicklung, Wohnungsmarkt, Infrastruktur.

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