v.l. Dr. Ansgar Müller, die Ministerin Isebelle Weykmans, der Bürgermeister der Stadt Hamminkeln, Bernd Romanski, Hubert Tenbusch und Alois Beckmann (Foto: A. Reitmeyer)
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Hamminkeln. Die Ausstattung mit Breitband ist eines der zentralen Infrastrukturprojekte des 21. Jahrhunderts in Deutschland. Nur so können alle Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaftsbetriebe und öffentliche Einrichtungen mit der notwendigen Internetgeschwindigkeit versorgt werden. Auch die Mobilfunkkommunikationstechnologie 5G baut darauf auf und ist ohne den flächendeckenden und gigabitfähigen Breitbandausbau nicht umsetzbar.

Die Dorfgemeinschaft Loikum in Hamminkeln hat den Ausbau selbst in die Hand genommen und einen hydraulischen Kabelpflug mit GPS-Ausstattung entwickelt, um den Netzausbau im ländlichen Raum zu gewährleisten. Dabei wird auf Solidarität gesetzt: „Jeder muss sich beteiligen und auch die Zahlleistungen sind für alle gleich, denn anders als die großen Netzwerkbetreiber rechnen wir nicht nach den benötigten Kabelmetern ab. Wir haben damit in Loikum und woanders gute Erfahrungen gemacht. Das gemeinsam gestemmte Projekt schweißt die Nachbarschaft zusammen“, so Thomas Wingerath, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Loikum.

Der Erfolg gibt ihnen recht: Das „Loikumer Modell“ wurde schon in anderen ländlichen Gemeinden der Kreise Wesel, Coesfeld und Warendorf sowie des Rhein-Erft-Kreises umgesetzt. Auch erfolgte durch die Entwickler des Kabelpflugs, Hubert Tenbusch und Alois Beckmann, mit der „Loikumer Glasfaser Modell GmbH & Co. KG“ eine Firmengründung.

Darüber informierte sich nun die Vize-Ministerpräsidentin der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Isabelle Weykmans, gemeinsam mit dem Weseler Landrat Dr. Ansgar Müller und Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski. „Für mich ist der Breitbandausbau ein zentrales Projekt des Kreises Wesel. Wir sind in allen Kommunen unseres Kreises dabei, auf diese Zukunftstechnologie umzustellen. Aufgrund unserer Flächengröße ist es wichtig, lokale Projekte wie das hier in Hamminkeln-Loikum, mit den vier umfangreichen, in Umsetzung befindlichen Breitbandausbauinitiativen des Kreises und der kreisangehörigen Kommunen zu verknüpfen. Der Gesetzgeber sollte deswegen auch private Initiativen ähnlich der in Loikum, die den Breitbandausbau in Randlagen oder Streusiedlungen vornehmen, in die öffentliche Förderung einbeziehen“, so Landrat Dr. Müller.

Bernd Romanski ergänzte: „Die Erfolge beim Breitbandausbau in Hamminkeln sind im bürgerschaftlichen Engagement und dem Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft begründet. Hamminkeln erfüllt dadurch auch in Zukunft alle Voraussetzung eines attraktiven Orts zum Wirtschaften und Leben.“

Die belgische Vize-Ministerpräsidentin Weykmans dankte zum Ende des Termins: „Ich habe für den Breitbandausbau in den Gebieten der Deutschsprachigen Gemeinschaft neue Ideen gewonnen. Das zivilgesellschaftliche Engagement ist bei uns stark ausgeprägt und ich werde nun prüfen, inwieweit wir das ‚Loikumer Modell‘ für den flächendeckenden Netzausbau in Ostbelgien übernehmen können.“

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