Dr. Robert Van Ende (Foto: jochenrolfes.de)

Meerbusch. Er gilt als „der Fuß-Spezialist“ in der Region und hat Patienten aus ganz Deutschland. Die Rede ist von Dr. Robert Van Ende, dem Leiter des Bereichs Fußchirurgie der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Rheumatologie des St. Elisabeth-Hospitals Meerbusch-Lank. Der gebürtige Belgier mit dem verschmitzten Lächeln wechselt nun nach 28 Jahren Einsatz in den wohlverdienten Ruhestand.

„Wir haben Dr. Van Ende sehr zu danken. Er hat den Bereich Fußchirurgie bei uns im Haus aufgebaut und zu seinem heutigen Renommee verholfen. Und uns fast drei Jahrzehnte die Treue gehalten“, würdigt Geschäftsführer Dr. Conrad Middendorf die Lebensleistung des jetzt 65-Jährigen. Robert Van Ende übergibt ein motiviertes und gut aufgestelltes Team an seine kompetente Nachfolgerin, Manuela Edling, mit der er bereits seit Dezember zusammenarbeitet. „Das Haus hat mit Frau Edling eine exzellente Nachfolgerin gefunden, die diesen Bereich auch noch weiter entwickeln wird“, ist sich Robert Van Ende sicher.

 

Hoch geschätzt

Mit dem Wechsel von Robert Van Ende in den Ruhestand geht eine Ära im St. Elisabeth-Hospital zu Ende. „Ich habe in diesen langen Jahren gern und gut mit ihm zusammengearbeitet. Es war immer ein Austausch auf Augenhöhe. Oft haben wir Patienten gemeinsam betreut“, berichtet Dr. Stefan Ewerbeck, Ärztlicher Direktor des Hauses. „Er war immer da, wenn ich ihn brauchte. Und meine Patienten haben ihm im wörtlichen Sinn ‚zu Füßen‘ gelegen“, ergänzt er.

Auch Chefarzt Dr. Tim Claßen, zu dessen Team Robert Van Ende gehört, betrachtet den Wechsel in den Ruhestand mit Wehmut. „Er ist einer der Kollegen, die immer ruhig und unaufgeregt ausgezeichnete Arbeit abliefern – und wird von Patienten, Kollegen und Mitarbeitern gleichermaßen geschätzt.“

 

Gemeinsam nach Meerbusch

Robert Van Ende studierte Medizin in Leuven (Belgien) und startete dann seine medizinische Karriere in Bockum-Hövel. Nach einer weiteren Station in Bochum wechselte er in die Orthopädische Universitätsklinik in Münster. Dort traf er auf Dr. Thomas Pauly – und dies prägte beider Karrieren. Denn als Thomas Pauly 1991 das Angebot der St. Franziskus Stiftung annahm, in Meerbusch eine Klinik für Orthopädie als Chefarzt aufzubauen, folgte ihm sein Freund Robert als Oberarzt.

„Ich hatte schon einige Bedenken, ob das eine gute Entscheidung von uns war. Denn das Meerbuscher Haus war klein und die Zimmer damals noch mit meist drei Patienten belegt“, erzählt er. Das mit der Belegung wurde schnell geändert. Und Robert Van Ende bereute seine Entscheidung nicht. Denn hier konnte er sich auf das konzentrieren, was er immer sehr gern gemacht hat: die Behandlung von Füßen.

Viele Fort- und Weiterbildungen sowie Hospitationen halfen ihm, seine Kenntnisse und Fähigkeiten als Fußspezialist zu vervollkommnen. „Ich habe überall etwas mitgenommen“, berichtet er lächelnd. Die enge Zusammenarbeit der befreundeten Ärzte und ein gutes, engagiertes Team taten ein Übriges, Robert Van Ende 28 Jahre lang für das St. Elisabeth-Hospital zu begeistern.

 

Arzt für Menschen

Eigentlich ist Robert Van Ende nun der Wirbel um seine Person nicht so recht. Denn bescheiden wie er ist, stellt er immer gern seine Tätigkeit in den Mittelpunkt. „Ich bin ein Arzt für Menschen“, stellt er klar. Denn bei ihm sind Beratung vor und Betreuung nach einem Eingriff mindestens so wichtig wie der Eingriff selbst. „Man muss nicht immer sofort operieren“, stellt er klar. Wichtig war ihm immer, keine Kompromisse bei der Behandlung zu machen und sich ausreichend Zeit für die Patienten zu nehmen.

 

Kurzärmelige Kittel

Offen wie er ist, hat er sich von seinen niederländischen Kollegen etwas abgeschaut, was es in Deutschland kaum gibt – er als Arzt trägt aus Überzeugung kurzärmelige Kittel. „Das ist einfach viel hygienischer“, betont er. Auch wenn er bisher seine deutschen Kollegen davon nicht begeistern konnte.

 

Einiges nachzuholen

In den ersten Monaten des Ruhestands will er sich den Dingen zu Hause widmen, für die bislang keine Zeit war. „Da wartet einiges auf mich“, berichtet er. Am meisten freut er sich darauf, morgens nicht mehr so früh aufstehen zu müssen und ausschlafen zu können. „Daran habe ich mich nie wirklich gewöhnen können“, schmunzelt er.

Seine drei Kinder haben ihm bereits zwei Enkel beschert, der dritte ist auf dem Weg. Opa zu sein, das ist eine Rolle, auf die sich Robert Van Ende sehr freut. Aber auch auf Radtouren mit seiner Frau, auf gemeinsames Erkunden unbekannter Gegenden. „Bei schönem Wetter natürlich. Das ist der Plan“, zeigt er seine Ideen für die nächste Zeit auf.

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