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Essen. Polizei, Feuerwehr und der städtische Amtsveterinär waren heute gemeinsam ab 9.56 Uhr in Essen-Karnap aktiv. Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Straße “Mariengarten” hatten sich bei der Polizei über eine starke Geruchsbelästigung beklagt. Die Polizeistreife bat nach Eintreffen um Unterstützung durch die Feuerwehr, die mit Schutzkleidung und Atemschutz ausgerüstet, die als ursächlich ausgemachte Wohnung des Hauses betrat.

In der stark verwahrlosten Wohnung befanden sich mehrere Terrarien und ein Aquarium. Zum Teil waren die Terrarien verschlossen und mit unterschiedlichen Schlangen besetzt, teilweise standen sie auch geöffnet in verschiedenen Räumen der Wohnung. Es war also zunächst nicht auszuschließen, dass sich Schlangen frei in der Wohnung bewegten. Der hinzugezogene Amtsveterinär entschied, dass die Schlangen nicht artgerecht gehalten würden und umgehend anderweitiger pfleglicher Unterbringung zuzuführen seien.

Daraufhin stellte die Feuerwehrleitstelle einen Kontakt zum Terrazoo Rheinberg her, die die Tiere anhand von Fotos zunächst als Würgeschlangen identifizierten und anboten, einen Mitarbeiter mit Sachkunde und Transportbehältern nach Essen zu schicken. Dieser traf um 12.45 Uhr ein und entnahm insgesamt 14 Schlangen (Boa Constrictor oder Abgottschlange, Kornnatter, Königspython unterschiedlicher Stückzahlen) aus den Terrarien. Die Tiere kommen nun im Terrazoo Rheinberg unter. Der Amtsveterinär entnahm zur Sicherheit dem Aquarium noch einige Zierfische. Außerdem stellte er einen Schlangenkadaver sicher, der unrechtmäßig entsorgt worden war.

Soweit möglich, kontrollierte er die Räume der Wohnung auf entwichene Tiere, mit hoher Wahrscheinlichkeit seien aber wohl keine Tiere aus den geöffneten Terrarien entwichen. Diese seien eher nicht belegt gewesen, weil Futter- und Wassernäpfe fehlten, bestätigte auch der Experte des Terrazoos. Nach gut vier Stunden rückten die letzten Einsatzkräfte ab, die Wohnung wurde von der Polizei gesichert. (ots)

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