Professor Dr. Werner Heister mit Equipment im Homeoffice (Foto: privat)
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Krefeld/Mönchengladbach. Die Hochschule Niederrhein baut aktuell ihre digitalen Lehrangebote aus, um Studierenden trotz Gebäude-Schließung ein Studium zu ermöglichen. Dank des vor zwei Jahren gestarteten Projekts „digitaLe – Raum für digitale Lehre“, das mit 1,9 Millionen Euro unterstützt wird, ist die Hochschule für diese Ausnahmesituation gut gerüstet – auch wenn nicht alle Bereiche online gehen können.

„Das Projekt hat uns einen gewaltigen Entwicklungsschub verschafft. Aber wir sehen jetzt auch sehr gut, wo wir noch besser werden müssen“, sagt Dr. Thomas Grünewald, Präsident der Hochschule Niederrhein. Täglich fragen Professorinnen und Professoren bei den Mitarbeitenden des Projekts nach, wie sie ihre Lehre digitalisieren können. Das Projektteam stellt gemeinsam mit dem eLearning-Team Anleitungen bereit, bietet didaktische Methoden für die digitale Lehre und Kommunikationsmöglichkeiten über Foren, Webkonferenzen oder Online-Lehrveranstaltungen an.

„Wir möchten einerseits Studierende darin bestärken, mit den digitalen Anforderungen in der heutigen Arbeitswelt souverän umzugehen. Andererseits sollen Professorinnen und Professoren ermutigt werden, in ihrer Lehre digitale Elemente einzusetzen“, erklärt Professor Dr. Berthold Stegemerten, Vizepräsident für Studium und Lehre.

Alleine in der vergangenen Woche gab es über 300 Zugriffe von Lehrenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Tutorinnen und Tutoren auf die Lernplattform Moodle. Sie arbeiten daran, ihre Angebote weiter zu digitalisieren. „Bisher war es nicht vorgesehen, anstelle von Blended Learning (Präsenz plus eLearning) ausschließlich digitale Lehre anzubieten“, sagt Silke Kirberg, Referentin für E-Learning.

Einer, der aufgrund einer Organ-Transplantation schon seit zwei Jahren seine Lehrinhalte fast ausschließlich digital anbietet, ist Prof. Dr. Werner Heister, der am Fachbereich Sozialwesen Betriebswirtschaft lehrt. Er stellt den Studierenden Skripte online zur Verfügung. Diese arbeiten sie durch, laden ihre Lösungen hoch und besprechen diese in einem gemeinsamen Board. „Man kann die Kurse inhaltlich viel besser steuern“, sagt Heister. „Die Studierenden tauschen sich untereinander aus, oft bin ich gar nicht der Erste, der auf eine Frage antwortet. Ich halte die digitale Lehre in vielem dem physischen Lehrbetrieb für überlegen“, sagt Heister, der überzeugt ist: „Das ist 100-prozentig die Zukunft.“

Am Fachbereich Design wählt Professor Richard Jung einen anderen Ansatz. Der Kommunikationsdesigner stellt seine Vorlesungen via Youtube ins Netz. Die Kommunikation mit den Studierenden läuft über verschiedene Videokonferenz-Tools. Besprechungen von Bachelorarbeiten bietet er schon länger digital an. „Das spart den Studierenden, die sonst keine Veranstaltungen mehr besuchen müssen, die Anreise und ist schon aus Klimaschutzgründen mehr als zeitgemäß“, sagt Jung.

Bei Professor Dr. Jens Brandt am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik müssen Studierende im zweiten Semester in den Studiengängen Informatik, Elektrotechnik und Mechatronik selbst geschriebene Programme über die Lernplattform Moodle einreichen und sich anschließend anhand festgelegter Kriterien gegenseitig beurteilen (Peer Review). Und am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wird ein internationales Lehrprojekt initiiert, in dem Studierende aus drei Hochschulen gemeinsam an einem Online-Kurs teilnehmen.

Weitere digitale Lehrprojekte gibt es in allen zehn Fachbereichen. Am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik gibt es alleine im Bachelorstudium 126 Moodle-Kurse. Gleichzeitig organisieren sich Studierende über Moodle, um Präsenz-Lerngruppen digital durchzuführen.

Eine Übersicht über digitale Lehrprojekte an der Hochschule Niederrhein bietet die Seite: www.hs-niederrhein.de/hochschuldidaktik/#c154604

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