v.l. Sascha H. Wagner und Dino Maas (Fotos: privat)
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Moers/Kreis Wesel. Verwundert zeigt sich der Vorsitzende der LINKEN-Kreistagsfraktion Sascha H. Wagner über die Forderung der Moerser FDP, die Stadt Moers möge aus dem Kreis Wesel aussteigen und sich zur kreisfreien Stadt erklären. „Angesichts der Kürzungspolitik, die die FDP auf Kreisebene zusammen mit CDU und Grünen veranstaltet, kann man die ‚Nix wie weg da‘-Rufe der Moerser FDP natürlich verstehen, anderseits stellt sich nun natürlich die Frage, ob die FDP nicht konsequenterweise auf die Aufstellung von Kreistagskandidat*innen im Moerser Stadtgebiet verzichten sollte.“

Gerade die aktuelle Corona-Krise zeige, wie wichtig interkommunale Zusammenarbeit und eine funktionierende Kreisverwaltung sei. „Der Vorschlag zum Ausstieg aus dem Kreis Wesel kommt nicht nur zur Unzeit, er hat auch keine Vorteile für Moers. Der Aufbau eigener Verwaltungsstrukturen für die jetzigen Kreisaufgaben wird aufwendiger und teurer als die Kreisumlage“, so Sascha H. Wagner.

Nach Auffassung der LINKEN sei der Vorschlag der FDP schlimmster Populismus. „Dass sich FDP-Bürgermeisterkandidat Dino Maas als Boris Johnson vom Niederrhein profilieren will, sagt viel über den schlechten Zustand der FDP insgesamt aus.“

Der Angesprochene, Dino Maas von der FDP Moers, antwortet, dass die Moerser Liberalen von jeher eine klare Haltung hätten: “Für uns stand immer fest: So viel Verwaltung wie nötig, so wenig Verwaltung wie möglich! Es gibt unnötige und kostspielige Zwischenbehörden mit Verwaltungen, die ihre Kosten 1:1 über Umlagen finanzieren, wie der Kreis Wesel.” Die Kosten tragen die kreisangehörigen Städte und Gemeinden. „Ich frage mich lediglich, ob es für Moers nicht günstiger wäre, wenn Moers eine kreisfreie Stadt sei“, so der FDP Bürgermeisterkandidat weiter. Auch die Coronakrise bewege zum Nachdenken.

Dino Maas stellt sich folgende Fragen: Warum werden Covid-19 Tests in Moers nur zögerlich angeboten? Welcher Moerser Bürger kennt schon den dafür zuständigen Landrat? Sind die Aufgaben Sicherheit, Gesundheit sowie Rettungsdienst ggf. vor Ort in MOers zielgenauer und besser von einer kreisfreien Stadt, oder ggf. mit den ähnlichen WIR4-Partnerstädten professioneller und letztlich für alle im Kreis wirtschaftlicher?

Nach anfänglichem Schmunzeln über den Vergleich mit dem Brexit-Populisten Boris Johnson, fragt Dino Maas nach dem Sinn. “Die Briten sind mit gefälschten Zahlen genauso in die Irre geführt worden wie früher die linken Sozialisten die Menschen in der DDR und dem gesamten Ostblock. Dort wurden die Menschen mit der gescheiterten Planwirtschaft nicht nur um ihre Freiheit betrogen.” Maas stehe zu Europa, “ich liebe Großbritannien fast so wie mein Heimatland und meine Heimatstadt Moers. Meine Frau stammt aus England und ich bin stolz, dass wir eine europäische Familie sind”.

Für Dino Maas ist eins klar, so lange Moers dem Kreis angehört, müssen die Moerser Bürgerinnen und Bürger im Kreistag vertreten sein. Und abschließend darf die Retourkutsche mit einem Augenzwinkern nicht ausbleiben: „Das Beste der Linken aus dem Kreis haben übrigens die Liberalen bekommen: Mit Gabriele Kaenders als Mitglied der Fraktion der Freien Demokraten.“

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