(Foto: Willibrord-Spital)
Anzeige

Emmerich. Um die Alltags-Mobilität älterer Menschen wiederherzustellen und zu fördern, wurde jetzt in Emmerich ein Geh-Parcours eingerichtet. Er befindet sich zwischen dem St. Willibrord-Spital und der Senioreneinrichtung St. Augustinus und steht sowohl Patienten der altersmedizinischen Abteilung des Krankenhauses als auch Bewohnern des Altenheims offen. Menschen, die sich z.B. von einem Sturz erholen oder deren Bewegungsmöglichkeiten aufgrund eines Handicaps eingeschränkt sind, können auf dem ca. 40 Meter langen Weg den sicheren Gang üben. Dafür wurden verschiedene Untergründe geschaffen: Kopfsteinpflaster, Beton, Ton, Ziersplitt, Mulch, Rasen und – passend zu Emmerich – Rheinsand.

Sponsoren

Unternehmen (u.a. Fa. Baustoffe Swertz und Fa. Katjes) und Privatleute haben den Parcours gesponsert und so ermöglicht. Ein besonders „Schmuckstück“ ist eine Holzbrücke, die vom Technischen Hilfswerk Emmerich gebaut wurde. Gern kam das THW der Anfrage nach, für das Emmericher Krankenhaus eine Holzbrücke zu fertigen, gehört doch der Bau von „behelfsmäßigen Brücken und Übergängen“ zum „Ausbildungskatalog“ der Organisation.

Die Verantwortlichen des Ortsverbandes beschlossen, daraus ein Jugendprojekt zu machen, und so wurde aus der 42 Mitglieder starken Jugendgruppe eine achtköpfige Stamm-Crew zusammengestellt. Dieses Team bestand aus Ina Scheers, Christian Kapelle, Laurenz Kerst, Maxi Fisser, Jane Wesendonk, Fabian Petig, Dominic Egging und Henry Hermkes.

Sie vermaßen eine bereits vom THW gebaute Brücke in Haldern, die als Vorbild diente, erstellten eine Zeichnung für das Emmericher Modell, beschafften über einen Großhandel das Holz (die Materialkosten übernahm das Krankenhaus) und begannen mit dem Bau. Als erstes wurden die Längsträger ausgerichtet, verbunden und anschließend die Unterzüge verbolzt. Dann folgte ein Kraftakt für die ganze Jugend-Mannschaft. Die Konstruktion musste einmal gedreht werden. In den folgenden Arbeitsgängen folgten Geländepfosten, Geländer und Belag. Die Jugendlichen meisterten das gesamte Projekt in Eigenregie. Der Projekt-Verantwortliche Frank te Kempel achtete darauf, dass alles mit der gebotenen Sicherheit über die Bühne ging und gab ab und an mal Tipps.

640 Kilo schwer

Leider zwang dann die Corona-Pandemie die Jugendlichen, ihre Arbeit vorerst einzustellen. Gern hätten sie ihre 640 Kilogramm schwere Brücke zum krönenden Abschluss auch eingebaut, aber das übernahmen nun die Erwachsenen, die ihren Übungsbetrieb früher wieder aufgenommen haben. Dennoch: Die Crew darf stolz auf „ihre“ Brücke sein, so wie die THW-Verantwortlichen auch stolz auf die Jugendgruppe sind.

Nachdem die Brücke nun ihren Platz gefunden hat, ist der Parcours ab sofort komplett zu begehen. Die Förderer des Projekts sorgten auch für eine Bank, so dass die Senioren sich ausruhen können.

Eine offizielle Übergabe des Parcours‘ ist für einen späteren Zeitpunkt geplant, abhängig von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie.

Beitrag drucken
Anzeigen