Janusz Dziegielewski - ein leidenschaftlicher Mediziner (Foto: Tilmann Kleinelützum)
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Geldern. Der langjährige Chefarzt der Klinik für Urologie im St.-Clemens-Hospital, Janusz Dziegielewski, ist seit dem 1. Juli im Ruhestand. Begonnen hat er seine ärztliche Tätigkeit in Geldern vor mehr als 28 Jahren, 2008 übernahm der Mediziner die Leitung der urologischen Abteilung. Diese führte er mit großem Engagement und entwickelte sie fachlich weiter. Heute versorgt die Klinik jährlich etwa 2.000 Patienten ambulant und 1.600 Patienten stationär.

Die Patienten und ihre Bedürfnisse standen für Janusz Dziegielewski immer an erster Stelle. Ihm war es wichtig, hinter jedem Einzelnen den Menschen zu sehen. „Nur, wenn man mit den Patienten und Ihren Angehörigen in den Dialog tritt, ihnen die Behandlung ausführlich erklärt und auf ihre Fragen eingeht, kann Vertrauen entstehen“, so das Credo des ehemaligen Chefarztes.

Doch nicht nur die Patienten hatte der Mediziner im Blick, auch für seine Kolleginnen und Kollegen übernahm er Verantwortung. Viele waren mehr als 20 Jahre an seiner Seite tätig. „Durch die jahrelange Zusammenarbeit ist ein sehr gut eingespieltes Team entstanden“, sagt Janusz Dziegielewski nicht ohne Stolz. Auch jüngere Kollegen blieben aus Überzeugung nach ihrer Facharztprüfung in Geldern. Somit plagten den langjährigen urologischen Chefarzt nie Nachwuchssorgen – ganz anders als es in vielen anderen Kliniken der Fall ist. „Auf das gesamte Team konnte ich mich jederzeit blind verlassen.“

Dazu trug sicher bei, dass er als Leiter der Abteilung einen Rahmen schuf, in dem sich die Mitarbeitenden persönlich und fachlich weiterentwickeln konnten. Auf diesem Fundament entstand unter seiner Leitung eine breit aufgestellte Fachklinik für Urologie, die durch hohe Sachkompetenz, modernste technische Ausstattung sowie die enge Zusammenarbeit und intensive Kommunikation mit den niedergelassenen Ärzten überregional eine gute Reputation genießt.

Auf dem Höhepunkt seiner medizinischen Laufbahn hat er nun Abschied genommen. Kommt der Ruhestand für den Herzblutmediziner zu früh? „Nein, ich freue mich auf den Urlaub “, sagt Herr Dziegielewski. Endlich könne er das tun, wofür ihm sein Beruf bislang keine Zeit ließ. „Meine Familie ist mir sehr wichtig. Ich bin passionierter Jäger, liebe die Natur, koche und verreise gerne. Außerdem gibt es immer etwas an unserem Haus zu tun, auch in unserem großen Garten mit Treibhaus“, zählt der Wahl-Geldrianer auf.

Eine offizielle Verabschiedung durch das Krankenhaus und langjährige Weggefährten muss leider ausfallen. Stattdessen hat der Mediziner sich mit der Betriebsleitung eine besondere Alternative einfallen lassen. Die geplanten Ausgaben für die Verabschiedung fließen als Spende an die Aktion pro humanität. „Mein Kollege Dr. med. Wolfgang Paul, Anästhesist im St.-Clemens Hospital, war schon mehrfach in einem Krankenhaus in Benin. Mich begeistert seine Arbeit im Centre Medical Gohomey. Die Ärzte und Pflegenden dort arbeiten unter schwersten Bedingungen, um die medizinische Versorgung einer riesigen Region sicherzustellen. Dafür empfinde ich allergrößten Respekt und meine, dass es unsere Unterstützung verdient.“

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