(Symbolfoto)
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Düsseldorf/Duisburg. Sonntag, 5. Juli 2020, 1.20 Uhr

Am Rande des Altstadtgeschehens in Düsseldorf ist ein scheinbar harmloser Einsatz nach einer Ruhestörung in der vergangenen Nacht eskaliert. Nachdem ein junger Mann provokativ eine Zigarette am Streifenwagen ausgedrückt hatte, wurden die Beamten sofort von einer etwa 15-köpfigen Gruppe massiv bedrängt und attackiert. Ein 23-jähriger Polizeikommissar musste zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus und war nicht mehr dienstfähig. Teile der Gruppe wurden später in Gewahrsam genommen.

Nach Stand der bisherigen Ermittlungen wurde eine Streifenwagenbesatzung um 1.20 Uhr von Anwohnern wegen einer Ruhestörung zu einem Parkhaus am Carlsplatz gerufen. Augenscheinlich hatte eine 15-köpfige Gruppe junger Menschen (19 bis 28 Jahre alt) auf dem Dach des Parkhauses gefeiert und lautstark randaliert. Nachdem die Gruppe gemeinsam mit den Polizisten das Parkhaus verlassen hatte, drückte ein 20-jähriger Duisburger provokativ eine Zigarette am Streifenwagen aus.

Als die Polizisten den Mann zur Rede stellen wollten, attackierte eine weitere männliche Person aus der Gruppe heraus einen Beamten mit einem Faustschlag und flüchtete zunächst unerkannt. Bei der anschließenden Fahndung konnte ein Verdächtiger angetroffen werden. Eine mögliche Tatbeteiligung wird geprüft. Die dadurch entstandenen Verletzungen wurden ambulant in einer Klinik behandelt. Der Polizist war nicht mehr dienstfähig.

Weitere Teile der Gruppe bedrängten die Polizisten so massiv, dass diese Pfefferspray einsetzen mussten. Erst mit Unterstützungskräften gelang es der Polizei die Situation unter Kontrolle zu bringen. Sechs Personen aus dieser Gruppe wurden trotz Platzverweis später erneut in der Altstadt angetroffen. Daraufhin mussten die zwei Frauen und vier Männer die Nacht im Gewahrsam verbringen. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.

Insgesamt berichtete die Einsatzleitung der Polizeiinspektion Mitte weiterhin über das Phänomen, dass sich aggressive Personengruppen aus dem Kern der Altstadt in die Randbereiche verlagern (Eiskellerberg, Schlossufer, Mannesmannufer, südliche Altstadt etc.).

Durchgängig bis in die frühen Morgenstunden mussten auch abseits der “Hotspots” der Altstadt Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikte polizeilich bearbeitet werden. Aufgrund der starken Kräftelage und der ständigen Präsenz der Polizei wurden diese Einsatzanlässe konsequent bearbeitet und größere Konflikte somit im Keim erstickt. Es wurden etwa 150 Personen überprüft, zahlreiche Platzverweise ausgesprochen und Ingewahrsamnahmen durchgeführt.

Das Polizeipräsidium kündigt auch für die nächsten Wochenenden eine starke Präsenz, ein konsequentes Einschreiten und keine Toleranz gegenüber Randalieren an. (ots)

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