Salih Tahusoglu (Foto: privat)
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Krefeld. Die Wählergemeinschaft „wir Krefeld“ hat auf Ihrer Mitgliederversammlung den 31-jährigen Webdesigner Salih Tahusoglu zum Oberbürgermeisterkandidaten gewählt.

Auf einem überdachten Parkplatz auf der Vereinsstraße fand die Versammlung an einem denkbar ungewöhnlichen Ort statt. “Wir schauen nicht weg, verstecken uns nicht in Vorzeigeobjekten hinter Hochglanzselbstbeweihräucherung. Wir versammeln uns mitten auf der Vereinsstraße, einem Ort, wo die Defizite dieser Stadt einen auf den ersten Blick erschlagen. Einem der Orte, an dem man meine Arbeit als Oberbürgermeister in Zukunft messen können wird”, beantwortet Tahusoglu die Frage, warum ausgerechnet auf einem Parkplatz auf der Vereinsstraße getagt wurde.

Auch während seiner Vorstellung greift der junge Kandidat das Thema „Verwahrlosung“ besonders auf: „Unser größtes Problem ist die Verwahrlosung. Die Verschmutzung unserer Stadt nimmt nicht ab, sie wird schlimmer!“ Tahusoglu fordert ein besseres Sauberkeitskonzept und empfindliche Sanktionierung.

Zusätzlich macht Salih Tahusoglu auf die Bedeutung des Konzeptes „fordern und fördern“ aufmerksam, fordert eine starke Sozialarbeit, die frühzeitig erkennt „Sprechen die Kinder deutsch?“, „Kommen sie in der Schule hinterher?“, „Woran scheitert die Ausbildungssuche? Können wir sie fordern und fördern?“ und erklärt „Gute Sozialarbeit kostet Geld. Drastisch mehr Geld kostet es, Menschen ein Leben lang zu alimentieren und in staatlicher Abhängigkeit zu halten.“

Zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes wirbt Tahusoglu um eine Senkung der Gewerbesteuer, die Unternehmen in Coronazeiten schonen und im weiteren Verlauf zu Investitionen in Krefeld animieren soll.

Ein besonderes Augenmerk legt der Oberbürgermeisterkandidat in seiner Vorstellungsrede auf die Chancen von Digitalisierung und Smart City. Krefelder Schüler sollen besser ausgestattet werden und Angebote erhalten, frühzeitig Erfahrungen mit dem Programmieren und Programmiersprachen zu sammeln.

Smart City werde Tahusoglu zufolge häufig mit der Forderung nach freiem WLAN verwechselt, bedeute aber deutlich mehr „Smart City ist unsere Forderung nach dezentraler Energiegewinnung. Smart City ist ein ordentliches Verkehrskonzept mit bestmöglicher ÖPNV-Taktung. Smart City sind intelligente Ampelschaltungen. Barrierefreiheit. Die Frage, wie gut alte Menschen, beeinträchtigte Menschen, Fußgänger durch die Stadt und in öffentliche Gebäude kommen“, beschreibt Tahusoglu seine Idee von Smart City und fasst zusammen, dass Smart City die Verzahnung aller politischen Bereiche zu möglichst kooperativen und intelligenten Lösungen sei.

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