Björn Maue (Foto: privat)
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Mülheim. In der Diskussion um die gewerbliche Bebauung der Mülheimer Freiflächen und der dadurch erhofften Wirtschaftsförderung hat Björn Maue, Direktkandidat der Grünen für Broich-Nord, eine klare Meinung: „Die Rechnung, mehr Gewerbefläche ist gleich mehr Gewerbesteuer funktioniert so einfach nicht“, es gehe darum, ein schlüssiges und zukunftsfähiges Gesamtkonzept für die lokale Wirtschaft zu entwickeln. „Wenn hektarweise Grünflächen für gewerbliche Nutzung erschlossen werden, verursacht dies erstmal nur Kosten. Dabei wissen wir noch gar nicht, welches Unternehmen sich dort ansiedelt, ob es überhaupt Gewerbesteuer zahlen muss oder wie es sich auf die Umgebung auswirkt“, so der Ratskandidat weiter.

Seit Januar beschäftigen sich Kommunalpolitik und Stadtgesellschaft mit dem vorgestellten Wirtschaftsflächenkonzept der Mülheimer Wirtschaftsförderung. Das Konzept sieht vor, Grünflächen in Gewerbegebiete umzuwandeln, ohne zu berücksichtigen, dass es im gesamten Stadtgebiet genug Brachflächen gibt, die wirtschaftlich genutzt werden können. Gerade die für das Stadtklima so wichtigen Freiflächen dürfen nicht zerstört werden. Daher lehnen die Grünen die Maßnahmen des Konzeptes kategorisch ab und forderten noch zuletzt die im Rat beschlossene Klimanotlage ernst zu nehmen.

In Zukunft geht es darum, der Wirtschaftsförderung ein zukunftsfähiges Konzept zu geben, statt orientierungslos Fläche für Fläche zu opfern. Um den Standort Mülheim nachhaltig zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern, sieht Maue vor allem in der Hochschule Ruhr West und weiteren Mülheimer Forschungseinrichtungen großes Potenzial: „Die HRW ist top aufgestellt in Medizintechnik, Wasserökonomik, Informatik und Maschinenbau. Als Forschungsstandort sind wir da schon gut, jetzt muss der Wirtschaftsstandort nachziehen!“ Der Rat muss Start-Ups und Ausgründungen gezielt fördern und in der Stadt halten. Darüber hinaus sollten Kooperationen zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen politisch unterstützt werden. Der Hochschulstandort und die hervorragende Vernetzung der Unternehmer in Broich seien bewährte Bedingungen, die man jetzt nutzen müsse. Der Stadtteil hat das Potenzial zum Motor des wirtschaftlichen Zukunftskurses und zum Vorbild für ganz Mülheim werden.

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