(Foto: privat)
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Tönisvorst. Seit April sind alleine in Tönisvorst mehr als 1260 selbstgenähte Coronaschutz-Masken gegen eine Spende für action medeor ausgegeben worden. Das Gesundheitshilfswerk finanziert von dem Geld Hygienemaßnahmen in Afrika, Asien und Lateinamerika

Es begann im April, als der Vorster Werner Wälter und seine Tochter Yvonne Stieger die ersten Corona-Schutz-Masken aus alten Stoffen nähten und sie gegen eine Spende für das Tönisvorster Medikamentenhilfswerk action medeor abgaben. Heute ist es eine Gruppe von 13 Menschen, die Stoffe färbt, näht, bügelt, Drähte einfädelt, die Mund-Nase-Masken verpackt und die Vorster sowie drei St. Töniser Apotheken damit beliefert. Auch im Vorster Schreibwarengeschäft Fliegen am Markt und in der Pfarrkirche St. Godehard liegen die selbstgenähten Masken der Nähgruppe aus. Auf Anfrage gibt es mittlerweile auch einen Mund-Nase-Schutz für Kleinkinder und spezielle Anfertigungen für Bartträger.

Die stolze Bilanz: Mehr als 1260 Mund-Nase-Masken haben die zwölf Frauen und Werner Wälter in den vergangenen fünf Monaten hergestellt und mit Hilfe der Apotheken, der Kirche und des Schreibwarenladens an den Mann und an die Frau gebracht. Als die eigenen Stoffvorräte verarbeitet waren, rief die Gruppe dazu auf, Stoffreste zu spenden – und wurde von einer Welle der Hilfsbereitschaft überrollt. „Wir haben Aussteuer bekommen, die Jahrzehnte lang im Schrank lag. Das waren ganz tolle, hochwertige Stoffe“, erzählt Yvonne Steiger bei einem Treffen in den Räumen von action medeor.

Um den Ehrenamtlichen zu danken, hat action medeor-Mitarbeiter Norbert Vloet die Gruppe nun ins Medikamentenhilfswerk eingeladen. Als die Gruppe hört, dass mittlerweile rund 6300 Euro Spendengeld durch ihre Masken zusammengekommen ist, ist sie baff – und stolz. „Das ist ja toll“, sagt Petra Schulz, eine der Ehrenamtlerinnen. Und auch Norbert Vloet ist überrascht, als er hört, wie professionell die Gruppe organisiert ist. „Jeder hat seine Aufgabe“, erklärt Yvonne Stieger, „wer nicht nähen kann, der bügelt die Falten in den Stoff oder zieht die Drähte ein.“ Über die Tätigkeit im Team seien mittlerweile Freundschaften entstanden, erzählen die Mitglieder. „Und es ist ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun“, findet Brigitte Saretz, die ebenfalls in der Gruppe aktiv ist.

action medeor nutzt, das teilt Norbert Vloet mit, das Geld für Projekte, die in Afrika, Asien und Lateinamerika dem Schutz vor Corona dienen, wie etwa Hygieneschulungen oder Wasseraufbereitung. „Etwa 70 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen“, weiß Vloet.

Übrigens ist die Vorster Gruppe zwar die größte und produktivste, aber auch in Dülken, Jüchen und Wassenberg gibt es Frauen und Familien, die Mund-Nase-Masken nähen und gegen eine Spende für action medeor abgeben.

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