Thomas Bajorat von der Stadt Rheinberg, Bärbel Kathagen und Edeltraud Hackstein vom Stadtmarketing, Ulrike Thölke von der Evangelischen Gemeinde (von links) sowie Pastor Martin Ahls (nicht auf dem Bild) haben den Krippenweg vorbereitet (Foto: Bistum Münster / Martin Ahls)
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Rheinberg. „Alltagsmenschen“ waren Ideengeber – Auf Jesus wird gewartet

Die Erfahrungen in Rheinberg, wo in den vergangenen Monaten die „Alltagsmenschen“ ausgestellt waren, haben Pfarrer Martin Ahls von der Pfarrei St. Peter beeindruckt. „Diese Ausstellungen hat es vielen Menschen ermöglicht, sich trotz der Pandemie etwas Schönes anzuschauen. Das war eine gute Erfahrung in diesen schwierigen Corona-Zeiten“, erklärt er. So entstand die Idee, nach dem Ende der „Alltagsmenschen“ ein neues Projekt ins Leben zu rufen: Passend zur Adventszeit sollten Krippen in Schaufenstern von Geschäften ausgestellt werden, überall in der historischen Altstadt, geliehen von Privatpersonen.

Schnell begann die Idee, eine eigene Dynamik zu entwickeln. Die Evangelische Kirchengemeinde war ebenso schnell mit an Bord wie das Stadtmarketing Rheinberg, die Werbegemeinschaft und die Wirtschaftsförderung der Stadt. Und auf einen ersten Pressehinweis meldete sich gleiche eine ganze Reihe von Menschen, die ihre Krippe zur Verfügung stellen wollen. Ahls lächelt: „Mittlerweile haben wir mehr als 50 Krippen, die in Rheinberg ausgestellt werden. Davon waren wir am Anfang nicht ausgegangen, aber es hat Spaß gemacht, den ersten Krippenweg vorzubereiten.“ Zu sehen sind die Krippen seit dem 28. November bis Sonntag, 20. Dezember – schließlich sollen sie zu Weihnachten wieder bei ihren Besitzern unter dem Tannenbaum stehen. „Einige Besucher werden vielleicht verdutzt nach dem Jesuskind suchen“, sagt Ahls. Doch, soweit möglich, wird der neugeborene Sohn Gottes nicht zu sehen sein. „Wir warten auf das Christkind, die Geburt feiern wir erst an Weihnachten. Es ist ein sehr adventlicher Gedanke, den Blick schon auf das Wesentliche zu richten, obwohl es noch gar nicht da ist“, erklärt Ahls.

Der Pfarrer freut sich, dass so viele Bürger, aber auch umliegende Kirchen ihre oft schon alten und wertvollen Krippen zur Verfügung stellen. „Schon beim Aufbau hat man gesehen, dass sich die Leute fast die Nasen an den Schaufenstern plattdrücken“, sagt er lachend. Einige Geschäftsleute hätten gleich die eigene Familienkrippe angemeldet, um sie im Schaufenster zu zeigen. „Wer durch Rheinberg geht, wird kleine und große Krippen sehen, geschnitzte und getöpferte, arme und reiche. Eine der Krippen ist durch ein Gemeinschaftsprojekt von Rheinbergern und Asylbewerbern entstanden, die moslemischen Glaubens sind. Die Krippe sorgt dafür, die Menschen zusammenzuführen“, berichtet Ahls.

An einigen Schaufenstern werden Boxen aufgestellt, in denen Zettel mit geistlichen Impulsen für die Adventszeit ausliegen. Zudem laden die Organisatoren an den Freitagen im Advent um 12 Uhr zu einer ökumenischen Kurzandacht in die St.-Peter-Kirche ein. Flyer mit den Standorten der Krippen liegen überall in der Stadt aus. Darauf ist auch eine dringende Bitte der Veranstalter des ersten Krippenweges zu lesen: „Bitte beachten Sie bei aller Romantik und Faszination des Krippenweges immer die aktuellen Corona-Regeln“.

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