Freuen sich über den Start des Projektes "KlimaMenü - Klimaschutz mit Genuss" v. l. n. r.: Thomas Lang, Ernährungsrat, Benny Jacobs, RGE Servicegesellschaft Essen, Kai Lipsius, Grüne Hauptstadt Agentur, Simone Raskob, Beigeordnete für Umwelt, Verkehr und Sport der Stadt Essen (Foto: Moritz Leick, Stadt Essen)
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Essen. Heute (08.12.) servierte die Rathausgastronomie ein klimaneutrales Essen, das in einem gemeinsamen Projekt von dem Ernährungsrat Essen und der Grünen Hauptstadt Agentur entwickelt wurde. Unter dem Motto “KlimaMenü – Klimaschutz mit Genuss” zeigt die RGE im Rathaus und später in fünf weitere Großküchen in Essen und Gelsenkirchen wie einfach und schmackhaft es ist, beim Kochen CO2 einzusparen.

Zurzeit betreibt die RGE Servicegesellschaft Essen fünf Betriebsgastronomien sowie ein Bistro und kümmert sich in Zeiten außerhalb der Corona-Pandemie um die Gästewünsche im Stadion sowie in der Philharmonie Essen. In der großen Produktionsküche können bis zu 5.000 Essen täglich produziert werden. Dazu kommt die Verpflegung von Schulen und Kindertagesstätten im kommunalen Auftrag. Das sind über 100 Schulen und 14 Kindertagesstätten.

“Für uns ist eine gesunde und schmackhafte Ernährung für alle wichtig und dazu gehört, dass am 8. Dezember nicht nur die Rathausgastronomie, sondern auch Kitas und Schulen mit dem Klimamenü beliefert werden!”, sagt Benny Jacobs, Küchenchef RGE.

Simone Raskob, Beigeordnete für Umwelt, Verkehr und Sport der Stadt Essen, unterstützt das Projekt: “Das Preisargument ist immer das Totschlagargument. Sobald etwas teurer wird, weil es ‘bio’ ist, hört bei vielen Menschen die Akzeptanz auf. Wir wollen mit dem Projekt zeigen, dass Nachhaltigkeit auf dem Teller nicht unbedingt mehr kosten muss und auch noch schmeckt. Damit wollen wir beispielhaft vorangehen und andere zum Mitmachen bewegen.”

Rat beschloss klimaneutrale Verpflegung bereits im August

Eine möglichst klimaneutrale Verpflegung, das hat auch der Rat der Stadt Essen am 26. August 2020 beschlossen. In Essens städtischen Schulen, Kitas und Kantinen soll der Anteil regionaler, saisonaler und Bio-Lebensmitteln kontinuierlich gesteigert werden, nachzulesen im “Aktionsprogramm Klimaschutz 2020”. Ausschreibungen zur Vergabe der Lieferung werden aktuell entsprechend angepasst.

“Auch die Grüne Hauptstadt Agentur erhielt durch das gemeinsame Projekt mit dem Ernährungsrat einen großen Motivationsschub, um das Thema ‘Saisonal, regional und mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung’ nun auch gemeinsam mit einer Vielzahl an Akteuren angreifen zu können”, freut sich Kai Lipsius. Mit dem Ratsbeschluss hat sich die Stadt einen konkreten Zielrahmen gesetzt, durch den auch andere Akteur*innen motiviert werden.

Ideengeber und Initiator ist der Ernährungsrat Essen

Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung gründete der Ernährungsrat die “Zukunftsküche Essen” eine Arbeitsgruppe, die Antworten sucht. Die Idee der Zukunftsküche ist inspiriert vom Kopenhagener “Madhus”. Die Zukunftsküche Essen will die klimafreundliche und gesunde Gemeinschaftsverpflegung in der Stadt und der gesamten Region fördern: Mahlzeiten in öffentlichen Küchen sollen gesünder, frischer, schmackhafter und nachhaltiger werden: Bio, regional und saisonal für jeden Tag lautet das Ziel. Neben Schulungen und Vernetzungsangeboten für Unternehmen soll die Zukunftsküche Essen auch Kindern als Lernort offenstehen. Interessierte Bürger*innen, die sich über klimafreundliches Kochen informieren wollen, würden in der Zukunftsküche eine Anlaufstelle finden.

“Geredet über Klimaschutz haben wir genug – jetzt heißt es: einfach mal machen!” sagt Thomas Lang, Vorstand des Ernährungsrates: “Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, in einfachen kleinen Schritten anzufangen und dabei tonnenweise Treibhausgase einzusparen.”

Anstatt die Küchen mit einer kompletten Umstellung von heute auf morgen zu überfordern, werden ausgewählte Gerichte überarbeitet und einzelne Zutaten ausgetauscht oder teilweise ersetzt: das KlimaMenü ist geboren.

So geht die Rechnung auf: Indem mehr pflanzliche Alternativen zum Einsatz kommen, günstige saisonale Gemüsesorten teure Importprodukte und hochverarbeitete Lebensmittel ersetzen, kann die Qualität steigen, ohne dass der Preis angehoben werden muss.

Sechs Küchen aus dem Raum Essen machen mit

Sechs Küchen aus dem Raum Essen haben sich bereit erklärt, an dem Projekt “Klimaschutz mit Genuss” teilzunehmen und KlimaMenüs zu entwickeln. Neben der RGE Servicegesellschaft gibt es die KlimaMenüs bei Kiddy Food in Essen, der Herzensküche der AWO Essen Service GmbH, der Neuen Arbeit der Diakonie, der Goetheschule in Bredeney und beim Caterer Schweißguth aus Gelsenkirchen, der mehrere Schulen und Kitas in Essen bekocht. Sobald die KlimaMenüs ausgeliefert werden fängt das große Datensammeln an. Der CO2-Rechner auf der Webseite des Ernährungsrates Essen zeigt, wie viel klimaschädliche Treibhausgase durch die Aktion eingespart werden. Und eines wird schnell deutlich: Klimaschutz fängt beim Essen an. Mehr pflanzliche Zutaten, weniger Fleisch- und Milchprodukte, regionale und saisonale Lebensmittel mit kurzen Lieferwegen, bevorzugt aus ökologischem Anbau können die CO2-Bilanz eines Gerichtes mehr als halbieren.

Eine Umstellung ist längst überfällig. Denn rund ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland wird durch die Ernährung verursacht. Mit dem KlimaMenü kann Jede(r) von uns einen wichtigen Beitrag leisten, Emissionen einzusparen und das Klima zu schützen.

Informationen rund um das KlimaMenü und der aktuelle CO2-Rechner sind auf www.ernaehrungsrat-essen.de zu finden.

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