Bürgermeister Christoph Gerwers (Foto: Markus van Offern)
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Rees. Dieses Jahr war alles anders. Vieles von dem, was wir uns mit der Familie, im Freundeskreis und in der Gemeinschaft mit unseren Vereinskollegen vorgenommen haben, konnte nicht stattfinden, musste verschoben werden oder musste unter Bedingungen stattfinden, die sich viele von uns heute vor einem Jahr niemals hätten vorstellen können.

Liebe Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet Rees,

auch wenn manche von Ihnen es möglicherweise gar nicht mehr hören möchten, komme ich nicht darum herum, die Coronakrise in meinen Weihnachtsgrüßen an Sie zum Thema zu machen. Seit März 2020 hat „Corona“ auch das Leben in unserer Stadt bestimmt. Ob bundesweiter Tom-Sawyer Schreibwettbewerb, ob Durchführung der Kommunalwahl, ob Reeser Großprojekte wie der Bau der Realschulturnhallen oder der Abriss der ehemaligen NIAG Betriebsgebäude – kein Termin fand statt und an keinem Projekt konnte gearbeitet werden, ohne die Coronapandemie und deren Auswirkungen im Kopf zu haben und die dazu gehörigen Regelungen einzuhalten.

Wir sollten uns an dieser Stelle aber auch bewusstmachen, dass es weit schlimmere Dinge gibt, als Abstände einzuhalten, Hygieneregeln zu beachten oder Kontakte zu reduzieren. So wünsche ich vor allem den Menschen aus unserer Stadt Kraft, die in dieser schwierigen Zeit einen liebgewonnenen Menschen zu Grabe tragen mussten und nicht einmal trostspendende Umarmungen von Mitmenschen erhalten konnten. Kraft wünsche ich auch denjenigen, die aufgrund der Coronakrise in wirtschaftliche Not geraten sind, weil sie Einnahmerückgänge zu verzeichnen haben oder etwa Kurzarbeitergeld beziehen mussten und somit für ihre Familien und sich selbst nicht in dem üblichen Maße sorgen konnten.

Aber es gibt auch Anzeichen der Zuversicht. Ein Impfstoff ist entwickelt und wir können uns berechtigte Hoffnungen machen, dass sich mit der Verabreichung des Impfstoffes der Umgang mit dem tückischen Virus entspannt. Zuversichtlich stimmen mich aber auch die Erfahrungen, die wir in der Krise machen konnten. Wir haben erkannt, auf wen wir uns verlassen können und wir hatten Gelegenheit darüber nachzudenken, was für unser Zusammenleben wirklich wichtig ist und wie kostbar und eben nicht selbstverständlich liebgewonnene Kontakte und Aktivitäten sind.

Ich möchte die Gelegenheit gerne nutzen, mich an dieser Stelle bei Ihnen allen zu bedanken. Mal abgesehen von einigen wenigen Unbelehrbaren, bin ich sehr glücklich und zufrieden, wie wir die Krise bislang gemeinsam bewältigt haben. Ein großes Dankeschön geht dabei an meine Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, die weit mehr gemacht haben, als einfach nur „ihren Job“. Abteilungsübergreifend hat keiner im Rathaus auf die Uhr geschaut, wenn es neben der normalen Arbeit etwa darum ging, Kontakte nachzuverfolgen, die Drive-In-Teststation zu betreiben oder Testergebnisse für ein zügiges Ergebnis ins Labor zu transportieren. Auch die vielen Regelungen rund um den Umgang mit dem Coronavirus mussten zum Wohle der ganzen Stadt zunächst gelesen, verstanden und schließlich in die Praxis umgesetzt werden. Ich denke auch an die vielen berechtigten Fragen aus der Bevölkerung, die beantwortet werden mussten und nicht zuletzt an das System Stadtgutscheine, das in Windeseile an den Start gebracht wurde. Ich bin sehr stolz darauf, auch nach der diesjährigen Kommunalwahl mit dieser Mannschaft weiter zusammen arbeiten zu dürfen.

Danken möchte ich auch den ehrenamtlichen Kräften in Rees und den Ortsteilen. Den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, den Helferinnen und Helfern im Koenraad Bosman Museum, den Freiwilligen der Gruppe „Engagiert in Rees“ und den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, die sich in der vielfältigen Vereinslandschaft der gesamten Stadt Rees engagieren. Gerade jetzt zeigt sich eindrucksvoll, welchen Beitrag Sie alle jetzt und erst Recht unter normalen Umständen Jahr für Jahr leisten, um das Leben in unserer Stadt bunt und abwechslungsreich zu gestalten.

Verbunden mit dem Wunsch, dass ich im nächsten Jahr auf ein insgesamt schöneres Jahr 2021 zurückblicken kann, wünsche ich Ihnen und Ihren Familien, besonders auch den kranken und schwachen Menschen, fröhliche und besinnliche Weihnachtstage sowie einen guten Übergang in ein glückliches neues Jahr 2021.

Lassen Sie uns einander auch im kommenden Jahr mit Rücksicht, Disziplin und Respekt begegnen, dann werden wir nicht nur die Coronakrise meistern, sondern auch die vielen Projekte, die in Rees und in unseren Ortschaften anstehen, gemeinsam erfolgreich umsetzen.

Bleiben Sie bitte gesund.

Herzliche vorweihnachtliche Grüße.

Rees, im Dezember 2020

 

Ihr


Bürgermeister der Stadt Rees

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