Der Blumengroßhändler Jan-Henric Osterkamp schaut trotz Corona zuversichtlich in die Zukunft. Osterkamp (Bildmitte) informierte Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz und Wirtschaftsförderer Dr. Bruno Ketteler über die Entwicklung des Unternehmens (Foto: privat)
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Kalkar. Blumengroßhandel Osterkamp digital für die Zukunft bestens aufgestellt

Bürgermeisterin Britta Schulz und Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler statteten im Rahmen ihrer Aktion „Wirtschaft vor Ort“ dem Wisseler Blumengroßhandel Herbert Osterkamp GbR einen Besuch ab. Schulz und Ketteler zeigten sich beeindruckt vom ausgeklügelten Beschaffungssystem, der durchorganisierten Lagerhaltung und dem breiten, farbenprächtigen Sortiment. Und eines war unübersehbar: Sonnenblumen zaubern Sommerstimmung auch in die dunkle Jahreszeit hinein. Die aktuelle Coronaschutzverordnung erlaubt aus gutem Grund auch weiterhin den Verkauf von Schnitt und Topfblumen.

Als Jan-Henric Osterkamp vor ca. 7 Jahren den Traditionsbetrieb von seinem Vater übernahm, ahnte er, dass eine neue Ära des Einkaufs und der Vermarktung bevorsteht. „Noch vor einigen Jahren fuhren wir in den frühen Morgenstunden mehrmals wöchentlich zur Versteigerung ins niederländische Rijnsburg, begutachteten die Schnittblumen, haben unsere Gebote abgegeben, gekauft und die Ware auf unsere Wagen geladen“, erinnert sich der dynamische Unternehmer. „Die Fahrt ging dann am nächsten Tag von Blumengeschäft zu Blumengeschäft, unser Wagen glich einem Marktstand, an dem der Florist die benötigten Frischblumen aussuchte.“ Er selbst habe diese Arbeit lange Jahre mit viel Engagement gemacht, war Einkäufer, Fahrer und Verkäufer in einer Person. Das sei eine tolle Zeit voller wichtiger Erfahrungen und persönlicher Kontakte gewesen, sagt Osterkamp rückblickend.

Doch nach und nach erreichte die Digitalisierung der Beschaffung und Weitervermarktung auch den mittelständischen Blumenhandel. Seit gut drei Jahren bereitet Osterkamp den Einkauf bereits am Vorabend auf der Internetplattform der Versteigerung vor, stimmt sich ab 04.00 Uhr in der Früh telefonisch mit Lieferanten ab und sitzt ab 06.00 Uhr in seinem Büro an zwei großen Monitoren, um in das Versteigerungsgeschehen einzusteigen. Sobald der Zuschlag für die farbenprächtigen Schnittblumen erteilt ist, fertigt ein Osterkamp-Mitarbeiter vor Ort in Rijnsburg ein Foto des Produkts und stellt dies in den Osterkamp-Webshop ein. Den Webshop nutzen Blumenfachgeschäfte – vorzugsweise im Ruhrgebiet und Münsterland, um Frischware zu ordern.

Das aktuelle Sortiment umfasst neben Schnittblumen auch Schnittgrün und Deko-Material in allen Farben und Formen. Immer wichtiger wird, dass der Kunde seinen gesamten Bedarf decken kann“, erläutert Jan-Henric Osterkamp. „Deshalb weiten wir unser Angebot gezielt aus. Das wird künftig vor allem für das Sortiment an Topfpflanzen gelten.“

Im Übrigen lautet Osterkamps Motto: vor 22 Uhr bestellt – vor Ladenöffnung geliefert. 17 Angestellte in Voll bzw. Teilzeit sowie sieben Fahrzeuge sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Nach der Kommissionierung der empfindlichen Ware in den gekühlten Lagerhallen beginnt montags bis samstags ab 01.00 Uhr die Auslieferung an Blumenfachgeschäfte im rund 150 km umfassenden Einzugsgebiet. Falls erforderlich, werden Kunden auch innerhalb von zwei Stunden beliefert. „Der Interneteinkauf ist für den Einzelhändler eine große Vertrauenssache. Seit drei Jahren arbeiten wir ausschließlich online, nahezu alle Bestandskunden sind uns durch den schrittweisen Übergang von der analogen zur digitalen Abwicklung treu geblieben, viele neue Kunden haben wir dazugewonnen“, zieht Osterkamp ein positives Fazit.

„Und wer weiß“, mutmaßten Britta Schulz und Bruno Ketteler, „vielleicht kann Jan-Henric Osterkamp seinen Betrieb ja später mal an die dritte Generation weitergeben.”

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