Dr. Dirk Mertens, Chefarzt der Fachabteilung für Konservative Orthopädie und Schmerztherapie am St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln im Gespräch mit Udo Saunus, einem seiner ersten Patienten (Foto: Andreas Baum / St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln)
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Viersen. „Man sorgt sich intensiv um mich“

Seit 14 Jahren quälen Udo Saunus (60) Rückenschmerzen. Sie reichen von den Hals- bis zu den Lendenwirbeln. Seine Bandscheiben sind verschlissen, ein angeborenes Wirbelgleiten verstärkt die Probleme. Nun ist er einer der ersten Patienten, die Dr. Dirk Mertens, Chefarzt der neuen Fachabteilung für Konservative Orthopädie und Schmerzerkrankungen am St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln, stationär behandelt.

Schmerzkarriere

Viele Besuche bei Ärzten hat Udo Saunus während seiner langjährigen Schmerzkarriere absolviert. Auch zwei Aufenthalte in Rehabilitätions-Einrichtungen liegen hinter ihm. „Manchmal konnte man mir kurzfristig helfen, aber die Schmerzen kamen immer wieder“, erzählt er.

Seine Beschwerden waren so stark, dass er seinen Beruf als Krankenpfleger aufgeben musste und eine Umschulung zur psychosozialen Fachkraft absolvierte. Ein neuer Beruf, der hart war, ihm aber viel Freude machte. Hinzu kam die kräftezehrende Pflege seines dementen Vaters. Alles Faktoren, die die starken Schmerzen intensivierten und seine Psyche belasteten. Mittlerweile ist er im Ruhestand.

Umfassende Untersuchung

Chefarzt Dirk Mertens hat ihn nach seiner Einweisung zunächst einmal „auf den Kopf gestellt“ und umfassend untersucht. Vorausgegangen war ein sogenanntes Assessment, eine Bewertung seiner Schmerzen, für das der Patient einen ausführlichen Fragebogen zu Hause ausfüllen musste. Auf die Auswertung folgte die Voruntersuchung durch das Ärzte- und Behandlungsteam der Klinik.

Individuelles Behandlungskonzept

Dabei machten sich neben Dirk Mertens auch eine Psychologin und ein Physiotherapeut ein umfassendes Bild der chronischen Schmerzen und Einschränkungen. In einer Teambesprechung wurde festgelegt, mit welchem individuellen Konzept mit speziellen Therapieinhalten Udo Saunus behandelt werden soll. „Unser Ziel ist nicht nur eine dauerhafte Schmerzlinderung, sondern auch eine Veränderung der Schmerzverarbeitung. Dabei sind die Mitarbeit und der Wille des Patienten, auch etwas zu ändern, sehr wichtig“, erläutert der Chefarzt.

Weniger Schmerzen

Die Therapiebausteine der Konservativen Orthopädie für Udo Saunus bestehen nun aus Anwendungen, Entspannung, Wärme und einer Fülle von Übungen und Bewegungsaufgaben, um die sich die erfahrenen Physio- und Ergotherapeuten der im Haus tätigen Reha Viersen  in seinem zwei- bis dreiwöchigen Aufenthalt im St. Irmgardis-Krankenhaus kümmern.

Tägliche Visiten durch den Chefarzt und Gespräche mit der Psychologin gehören ebenfalls zum Behandlungskonzept. Ein Lob geht auch an die Pflegerinnen und Pfleger „seiner“ Station. „Sie haben sich sehr zuvorkommend und kompetent um mich gekümmert. Ich fühle mich richtig gut hier“, lächelt er.

„Meine Schmerzen sind weniger geworden, es geht mir besser.“ Durch die Übungen wird seine Rückenmuskulatur gestärkt und die Schmerzwahrnehmung verändert. „Das Schmerzgedächtnis, das sich seit vielen Jahren die dauernden Beschwerden gemerkt hat, merkt sich auch die neue Situation“, erklärt Dirk Mertens.

„Habe noch viel vor“

Und hier zeigt sich, was für ein Kämpfer Udo Saunus ist. Denn er macht aktiv bei allem mit, was ihm seine Behandler vorschlagen. „Ich gehöre halt nicht zu den Menschen, die sich hängen lassen. Auch nicht bei dauerhaften Schmerzen“, betont er. „Ich habe doch noch viel vor.“

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