Leeres Zelt (Foto: Schützenverein Klein-Jerusalem)

Willich. Angesichts der weiterhin notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat sich die Interessengemeinschaft Willicher Schützen (IWS) dazu entschlossen, für dieses Jahr alle Schützenfeste in der Stadt Willich abzusagen.

„Es funktioniert einfach nicht: Wir müssen unsere älteren Mitglieder, aber auch die Besucher unserer Feste vor Ansteckung schützen“, so Ralf Kivelip, Vorsitzender des Schützenvereins Klein-Jerusalem 1854. Die Klein-Jerusalemer Schützen sind traditionell die ersten, die ihr Fest feiern – immer Anfang Mai.

Das Bedauern in den Vorständen der Bruderschaften und Vereine ist groß, „aber die Situation lässt keine andere Entscheidung zu“, meint auch Michael Klein, Brudermeister der St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn. „Bei unseren Mitgliedern stoßen wir auf großes Verständnis für die Entscheidung.“ Die Königshäuser haben den Vorständen bereits signalisiert, dass sie gerne ein weiteres Jahr im Amt bleiben möchten, um dann ein „richtiges“ Schützenfest zu feiern. Wichtig ist auch, dass die Solidarität unter den Schützen gewahrt bleibt – auch die „spät feiernden“ Bruderschaften tragen die Entscheidung mit.

Die Schützen sind aber nicht untätig: Trotz der Absagen der Feste erfüllen die Bruderschaften und Vereine weiter einen anderen Teil ihres Auftrags – ihre sozialen und caritativen Aufgaben in der Stadt. „Wir möchten hilfsbedürftige Menschen weiter unterstützen. Der Verein hat im Dezember Gutscheine im Gesamtwert von 700 Euro an die Pfarrcaritas Neersen übergeben, damit bedürftige Mitbürger eine Hilfe für die Weihnachtsfeiertage haben“, so Kivelip. Auch die St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn setzt ihr Engagement für die Mitbürger fort: Die Gemeinschaftsaktion der Schiefbahner und der Niederheider Bruderschaften – „Schützen helfen“ – wird im elften Jahr ihres Bestehens fortgesetzt. Bedürftige Bürger*innen können sich an die Schützen wenden, wenn sie in eine finanzielle Notlage geraten, und sicher sein, dass ihre Anfrage nur wenigen Verantwortlichen aus den Bruderschaften bekannt wird. Die St. Sebastianus Bruderschaft Neersen hat das Haus Anrode der Lebenshilfe zu Weihnachten unterstützt.

Überlegungen gibt es auch, an den eigentlichen Festterminen in einem ganz kleinen Kreis und mit Abstand das Gedenken an die Toten über die Kranzniederlegung wach zu halten.

Die Vorstände der Bruderschaften und Vereine kümmern sich um die Mitglieder und darum, den Kontakt zu Sponsoren und Partnern wie Zeltwirten, Getränke-Lieferanten, Sicherheitsdiensten, Musikformationen etc. zu halten. „Wir hoffen alle auf das Jahr 2022: Dann können wir hoffentlich wieder Schützenfeste feiern, auch wenn wir auf Grund der Erfahrungen aus der Pandemie-Zeit sicherlich andere Auflagen erhalten werden. Aber es geht darum, den Gedanken des Schützenwesens und seine wichtige Funktion in der Gemeinschaft lebendig zu halten“, so Hans-Joachim Donath, Geschäftsführer des ASV Willich.

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