Chefarzt Dr. Rüdiger Schmidt (Foto: EVK Wesel)

Wesel. Unter einer chronische Nierenerkrankung leidet aktuell zehn Prozent der Weltbevölkerung. Man kann also von einer Volkskrankheit sprechen. Eine, die das Risiko für einen schlimmeren Verlauf im Falle einer Covid-19-Erkrankung deutlich erhöht. Anlässlich des Weltnierentages (11. März) macht der Weseler Nephrologe Dr. Rüdiger Schmidt auf die fatalen Auswirkungen einer nicht behandelten Niereninsuffizienz, auch ungeachtet einer Coronainfektion, aufmerksam.

Dialysepflichtige Patienten, Patienten mit Diabetes mellitus, einer chronischen Herzerkrankung oder eines behandlungspflichtigen Bluthochdruckes sollten ihre Nierengesundheit immer im Blick haben. Denn aufgrund dieser Vorerkrankungen sind sie ganz besonders gefährdet, dass die überlebens-notwendige körpereigene Filteranlage über kurz oder lang versagt.

Eine chronische Nierenerkrankung (CKD) kommt schleichend daher und macht in der Regel sehr lange Zeit gar keine Beschwerden. Deshalb wird sie meist erst sehr spät, oft sogar zu spät, erkannt. Das eingeschränkte Leistungsvermögen wiederum führt zur vermehrten Ausschüttung blutdrucksteigernder Hormone, welche die Nerven zu einer Engerstellung der Blutgefäße veranlasst.  Das dann wiederum führt zum Anstieg des Blutdruckes. Also ein fataler Kreislauf. Alles hängt miteinander zusammen. Und kommt dann noch eine andere systemische Erkrankung, beispielsweise Krebs, oder eine Virusinfektion dazu, droht das System zu kollabieren. Umso wichtiger, dass in diesen Fällen frühzeitig ein Facharzt für Nephrologie als Behandlungspartner in die Therapie involviert wird. „Patienten profitieren davon, wenn das ganzheitliche Geschehen in den Blick genommen wird. Wir prüfen hier auf Herz UND Nieren“, so Dr. Rüdiger Schmidt. Der renommierte Experte für Nierenerkrankungen, der bereits zum neunten Mal in Folge in der Top-Mediziner-Liste des Onlinenachrichtenmagazins Focus®-Gesundheit gelistet ist, wird nicht müde, dies anlässlich des Weltnierentages zu betonen. Dieser steht 2021 unter dem Motto „Nierengesundheit für alle – Gut leben mit einer Nierenerkrankung“. „Aufklärung und die Schaffung eines Bewusstseins für Symptome sowie die Befähigung insbesondere von Dialyse-Patienten zur souveränen Alltagsbewältigung, das sind die Ziele meiner Arbeit“, sagt der Chefarzt, der am Evangelischen Krankenhaus Wesel in der Klinik für Innere Medizin die Fachbereiche konservative Kardiologie, Nephrologie und Dialyse verantwortet. „Entsprechend rate ich der Bevölkerung dringend, regelmäßig beim Hausarzt einen Nierencheck durchführen zu lassen“. Sollten sich bei einer solchen Untersuchung Auffälligkeiten zeigen, ist der Gang zum Spezialisten beziehungsweise in dessen Nierensprechstunde auf jeden Fall angezeigt.

Auf der Krankenhaus-Homepage evkwesel.de erläutert der Experte laiengerecht unter der Rubrik Aktuelles im ‚Digitalen Gesundheitskompass‘, was man zum Erhalt der eigene Nierengesundheit beitragen kann und auf was man achten sollte.

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