( © Stadt Essen)

Essen. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat sich in seiner gestrigen Sitzung (11.03.) für den Einstieg der Ruhrbahn GmbH in die Wasserstofftechnologie ausgesprochen. Die abschließende Entscheidung wird der Rat der Stadt Essen in seiner Sitzung am 24. März treffen. Vor dem Hintergrund drohender Dieselfahrverbote und der Reduzierung der innerstädtischen Luftbelastung durch Stickoxide und Feinstaub sowie der Verringerung der Lärmbelastung hat die Ruhrbahn GmbH in den letzten Jahren bereits einen Technologiewechsel vom Dieselbusbetrieb hin zum emissionsfreien Busverkehr vorbereitet.

Der Technologiewandel soll für die Stadt Essen in zwei Phasen vonstattengehen. Die erste Phase des Umstiegs, die Startphase von 2024 bis 2026, ebnet dabei den Einstieg in die Wasserstofftechnologie. Phase zwei, die sogenannte Ausbauphase ab 2027, beschreibt hingegen den bis zum Jahr 2033 geplanten, vollständigen Umstieg auf Brennstoffzellenbusse. Die langfristige Planung für die Ausbauphase weist dabei noch eine Unsicherheit auf, da sich die Ruhrbahn gemeinsam mit der Stadt Essen auf der Suche nach einem geeignetem Grundstück befindet, um einen neuen Betriebshof mit zentralisierter Fahrzeuginstandhaltung zu errichten.

Im Zuge der Startphase bedarf es zunächst einiger Anpassungen an der bisher für Dieselbusse ausgelegten Infrastruktur. Diese betreffen sowohl die Betriebshöfe aber auch die Werkstätten und Tankstellen. Darüber hinaus ist ein Konzept zur Beschaffung von Wasserstoffbussen sowie ein Konzept zur ausreichenden Versorgung mit Wasserstoff notwendig. Nach aktuellem Stand ist aufgrund der noch nötigen umfangreichen Planungen die Inbetriebnahme der ersten Fahrzeuge für das Jahr 2024 anvisiert. Die Beschaffungsstrategie der Ruhrbahn sieht demnach vor, dass in 2024 die ersten 13 Wasserstoffbusse im Essener Stadtgebiet einsatzbereit sein sollen.

Zum Einstieg in die Wasserstofftechnologie sind allerdings bereits ab 2021 umfassende Ertüchtigungen der Werkstätten sowie die Planung und der Bau einer Wasserstofftankstelle am Ruhrbahn-Betriebshof sowie die Planungen und der Bau einer Energiezentrale an der Ruhrallee nötig. Die notwendigen Investitionen hierfür lassen sich wie folgt darstellen:

  • Tankstelle (Planung und Bau)
    • Gesamtinvestition: rund 10,4 Millionen Euro (mögliche Förderung: rund 8,1 Millionen Euro)
    • Zeitplan: 2021 bis 2024
  • Werkstätten (Ertüchtigungen)
    • Gesamtinvestition: rund 4,2 Millionen Euro (mögliche Förderung: rund 3,7 Millionen Euro)
    • Zeitplan: von 2021 bis 2026
  • Energiezentrale (Planung und Bau)
    • Gesamtinvestition: rund 1,5 Millionen Euro (mögliche Förderung: rund 1,1 Millionen Euro)
    • Zeitplan: von 2021bis 2023

Perspektivisch ist anschließend vorgesehen, mit dem Start der Ausbauphase im Jahr 2027, die Beschaffungen der Wasserstoffbusse sukzessive auszuweiten. Bis zum Jahr 2033 sieht die entwickelte Strategie die vollständige Umstellung der Ruhrbahnflotte von Diesel auf Brennstofftechnologie vor. Die Gesamtinvestitionskosten für die Busbeschaffung bis zur vollständigen Migration von Wasserstoffbussen in Essen bis 2033 würden sich auf insgesamt rund 139,7 Millionen Euro belaufen. Durch mögliche Förderungen könnte sich diese Summe um rund 25 Millionen Euro reduzieren. Bis zum Jahr 2033 sollen demnach insgesamt 212 Wasserstoffbusse aus Essens Straßen unterwegs sein.

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