Belinda Otto aus Johannesburg macht ein FSJ bei der Lebenshilfe (Foto: privat)

Rees. Die 21-jährige Belinda Otto kommt ursprünglich aus Südafrika. Nach ihrer Aupair-Zeit startete sie Anfang des Jahres ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Lebenshilfe in Rees

Belinda Otto war noch nie in einem anderen Land. Knapp 20 Jahre lebte sie seit ihrer Geburt in Johannesburg in Südafrika. „Es war mein erster Flug. Jetzt weiß ich, dass ich Flugangst habe“, sagt sie lächelnd über diese neugewonnene Erfahrung. Viele Positive sollten darauffolgen.

Über ein Au-pair-Jahr kam sie Ende 2019 nach Deutschland. „Die Menschen hier sind freundlich. Ich habe viel gelernt und es gefällt mir sehr gut“, sagt Belinda Otto und ist sich sicher: „Hier möchte ich gerne bleiben.“

Freundschaften und weitere Kontakte brachten sie zur Lebenshilfe Unterer Niederrhein. In der Werkstatt in Rees-Groin absolviert sie seit Anfang des Jahres ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). „Ich hatte vorher noch nie mit Menschen mit Handicap zu tun“, erzählt sie. Umso größer sei die Aufregung gewesen, in diesem Arbeitsumfeld tätig zu werden. „Mir gefällt es total gut mit Menschen zu arbeiten. Ich habe hier schon sehr viel gelernt“, so Belinda Otto. Bei der Lebenshilfe unterstützt sie die Verwaltungsgruppe. In diesem Bereich werden Menschen mit Handicap mit verschiedenen Verwaltungsaufgaben gefördert. Dazu gehören die Dokumentenarchivierung, die Abwicklung von Post- und Paketsendungen sowie einfache Druckaufträge. „Ich hatte keine Vorstellung von der Arbeit in einer Werkstatt mit Menschen mit Handicap, aber ich bin bereit zu lernen. Ich freue mich auf meine Zeit hier bei der Lebenshilfe“, so Belinda Otto.

Während der Corona-Zeit ist es auch schwierig für sie, Kontakte zu knüpfen und das Land zu erkunden. „Über die Lebenshilfe“, erzählt Belinda Otto, „habe ich aber viele Menschen kennengelernt, die meinen Start hier unterstützen. Über zwei Online-Seminare lernte ich aber viele nette Leute kennen, die alle auch ein FSJ oder BFD machen. Wir planen, uns so schnell wie möglich zu treffen.“

Über Weihnachten war sie bei ihrer Familie in Südafrika. Sobald es die Corona-Lage zulässt, möchten ihre Eltern sie in ihrer Wahlheimat besuchen. „Ich kann es kaum erwarten, ihnen zu zeigen, wie schön Deutschland ist und wie ich meine Zeit hier nutze.“ Belinda Otto ist sehr aktiv. Sie liest gerne, trifft sich mit ihren neugewonnenen Freunden und macht Ausflüge mit ihrem Fahrrad. Außerdem lernt sie fleißig die Sprache.

Die Zeit im FSJ nutzt sie aber auch zur Überbrückung zum Studium. Soziale Arbeit oder Biomedizin sind ihre Wunschstudiengänge. Für einen von beiden muss sie sich noch entscheiden und hofft, dass das Jahr bei der Lebenshilfe ihr dabei hilft.

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