v.l. Michele Ermels, Carla Henckel (beide ALDI Süd) und OB Marc Buchholz (Foto: ALDI SÜD)
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Mülheim an der Ruhr. Aldi Süd und ALDI Talk unterstützen bedürftige Schüler:innen mit Starterpaket fürs Homeschooling

Mit mehreren tausend Tablets hat die Stadt Mülheim an der Ruhr dank des Bundesprogramms zur Soforthilfe für IT-Endgeräte bedürftige Schülerinnen und Schüler ausgestattet. Schon bei der Ausschreibung hatte Oberbürgermeister Marc Buchholz darauf gedrungen, LTE-fähige Geräte vorzusehen, um für das Homeschooling nötige Datenvolumina durch SIM-Karten vorhalten zu können, wenn die Jugendlichen zuhause kein Wlan haben. Die Übernahme der Kosten für die Bereitstellung der Datenvolumina über eine eigentlich vom Bund zu tragende „Bildungsflatrate“ lässt immer noch auf sich warten. Deshalb freut sich Oberbürgermeister Buchholz, dass die in Mülheim ansässige Firma ALDI SÜD in Kooperation mit ALDI Talk Hilfe zugesagt hat.

5000 ALDI TALK Starter-Sets im Wert von insgesamt 50.000 Euro wurden am heutigen Montag (7.6.) am ALDI SÜD Verwaltungsstandort an der Burgstraße an den Oberbürgermeister übergeben.

Carlos Rasel, bei ALDI SÜD für den Bereich Corporate Citizenship verantwortlich, sagte zu der Spende: „Wir freuen uns sehr, die Schulen vor Ort unterstützen zu können. Was sie in der aktuellen Situation leisten, ist einfach großartig. Die Grundschule im Dichterviertel konnte mit ihrem online-gestützten Unterrichtskonzept sogar den Deutschen Schulpreis gewinnen. Das zeigt, wieviel Potenzial in Mülheim steckt, und macht uns als Unternehmen von hier besonders stolz.“

OB Buchholz: „Für mich ist dies ein Hilferuf an die Bundesregierung, um sie an ihr Versprechen zu erinnern, nicht nur die Hardware für das Homeschooling zu finanzieren, sondern auch die dazu notwendigen finanziellen Ressourcen für das Datenvolumen zu Hause beizusteuern.“

In einen „Brandbrief“ an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hatte der OB bereits vor einigen Wochen geschrieben: „Um die Teilhabe an Digitaler Bildung gewährleisten zu können, muss die Bereitstellung von SIM-Karten für Schüler:innen sichergestellt sein. Damit bedürftigen Kindern eine echte Lernbeteiligung im Distanzunterricht ermöglicht wird, und zwar unabhängig vom häuslichen Netzanschluss und dem Datenvolumen, das der Provider der Eltern zur Verfügung stellt. Dies liegt aus meiner Sicht in einer klaren Verantwortung des Bundes. Hier sollten zeitnah z.B. über die Regelungen zum Bildung- und Teilhabepaket (BuT) die nötigen gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Denn gerade Kommunen mit angespannter Haushaltslage – und Städte wie Mülheim an der Ruhr, die den Vorgaben des Stärkungspaktes unterliegen – haben hier nicht die Möglichkeit, mit freiwilligen Leistungen zu helfen.“

Marc Buchholz weiter: „Ich habe die Ausführungen dieses Schreibens auch an die zuständigen Bundes- bzw. Landesministerien gerichtet, in der Hoffnung, dass wir im Sinne einer Bildungsgerechtigkeit hier eine Lösung herbeiführen, die im besten Fall kurzfristig nach den Sommerferien 2021 auch vor Ort greift.“

Seit Beginn der Pandemie sind Bund, Länder und Kommunen bemüht, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Menschen in besonderen Lebenssituation zu helfen.

Gerade in den letzten Tagen haben Medien und öffentliche Einrichtungen auf die Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Schülerinnen und Schüler beenden in den kommenden Wochen ein Schuljahr, das durch die Pandemie im Besonderen geprägt ist. Sie waren und sind gezwungen, ihr Lernverhalten mittels Homeschooling neu zu denken und haben diese Herausforderung annehmen müssen.

Mit dem Bundesprogramm zur Soforthilfe für IT-Endgeräte für bedürftige Schülerinnen und Schüler wurde seitens des Bundes auch das Thema „Bildungsflatrate“ versprochen. Der bisherige Ansatz, die Schulen auszustatten, greift aus Sicht des Mülheimer Oberbürgermeisters Marc Buchholz allerdings zu kurz.

Während die Schulen inzwischen gut, wenn auch noch nicht vollständig ausgestattet sind, fehlt es durchaus an den Erreichbarkeiten und Datenvolumina für zu Hause.

Der Oberbürgermeister, der zuvor fast 15 Jahre als Sozialdezernent tätig war, macht darauf aufmerksam, dass fast jedes dritte Kind in Mülheim an der Ruhr auf Transferleistungen, also öffentliche Hilfen zum Lebensunterhalt, angewiesen ist.

Er wünscht sich daher eine Lösung über die bestehenden Regelungen des § 28 SGB II dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Hier hat der Bund ein bestehendes Regelungsinstrument, um die bedürftigen Schülerinnen und Schüler in ihren Lebenssituationen zusätzlich zu unterstützen. Es sollte aus Sicht des Oberbürgermeisters möglich sein, die besondere Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler und ihre Familien in dieser pandemischen Zeit mit zusätzlich 10 Euro im Monat zu unterstützen.

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