vorne sitzend von links: Stadtmanager Marc-Thorben Bühring, BM Christian Pakusch, Daniel Ryfisch (Gründer „Juice Farm“)  und Schulleiter Burkhard Brörken (Robert-Schuman-Europaschule) (Foto: Stadt Willich)

Willich. Hinzen-Haus mit neuer Funktion von Bürgermeister Christian Pakusch eröffnet

Gebaut wurde das Hinzen-Haus einst 1876. Es diente unter anderem im Lauf der Jahrzehnte als Zigarren- und Spirituosengeschäft und ist im Schatten der katholischen Pfarrkirche St. Katharina das einzige Haus, das von der ehemaligen sogenannten “Kirchen-Inselumbebauung” übriggeblieben ist – Bestandteil einer engen Reihenbebauung, einst standen Haus um Haus rund um die Kirche.

Also historisches Gemäuer, in das jetzt wieder mehr Leben einziehen soll: Es soll nach Plan des Willicher Citymanagements den Informationsaustausch stärken und Raum für Geschäftsideen bieten. Am Freitag wurde das Haus nun offiziell von Bürgermeister Christian Pakusch eröffnet.

Zum Hintergrund: Das Stadtmanagement, namentlich Marc-Thorben Bühring und seine Kollegin Ursula Manske, werden dort als Ansprechpartner für die Händler und weitere Akteure der (Innen-)Stadt (unter anderem Vereine, Künstler, Interessensgruppen) zur Verfügung stehen. „Auch Bürger sind herzlich eingeladen, Ideen und Anliegen zur Belebung der Innenstadt einzubringen“, so Marc-Thorben Bühring bei der Eröffnung (Öffnungszeiten: dienstags 12 – 20 Uhr und donnerstags 8 – 18 Uhr). Außerdem wird das Stadtmanagement vor Ort zudem über Aktionen (etwa Adventsaktion rund um den Efa-Gutschein Willich), informieren. Die Fläche im Haus aber außerdem genutzt werden, um vorwiegend Existenzgründern eine Präsentationsmöglichkeit zu bieten. Bühring: „In diesem Pop-up-Store kann das Konzept dann zeitlich begrenzt angeboten werden – ohne, dass der Gründer direkt langfristige Verpflichtungen eingeht.“ Rahmendaten: Es soll sich eine neue Geschäftsidee oder ein für Willich neues Angebot eines Willicher Bürgers handeln, das Ganze geht für kleines Geld und maximal für zwei Monate.

Eine temporäre Nutzung ist auch für Vereine, etwa anlässlich eines Jubiläums denkbar. Zur Oster- oder Weihnachtszeit (Beispiel Weihnachtsstube: In der Adventszeit werden Deko- und Weihnachtsschmuck angeboten, hier kann mit Beschickern von Weihnachtsmärkten kooperiert werden) sind Sonderaktionen denkbar, das Obergeschoss nutzt die Stadt Willich für Infoveranstaltungen (Beispiel: Infopoint städtebauliche Planung) oder Schulungen von kleinen Gruppen.

Nur als Beispiel für einen „Pop-up-Store“ war jetzt bei der Eröffnung die „Juice Farm“ am Start:  Gründer Daniel Ryfisch erläuterte seine Produkte, die Idee dazu kam ihm kam während der Corona Pandemie Anfang 2020: Eigentlich arbeitet er als Projektleiter für ein großes, international tätiges Unternehmen in Düsseldorf, hatte aber pandemisch bedingt Zeit und die Erkenntnis, dass gesunde Ernährung zunehmend Bedeutung gewinnt. Mit dem Obsthof Mertens als regionalem und nachhaltig arbeitendem Partner mit Expertise im Bereich Obst und Gemüse hat man nun die Marke „Juice Farm“ geschaffen, die seit März am Markt ist. Neben Einzelprodukten „Shots“ bietet man auch Office-Shot-Pakete („flüssiger Obstkorb“) an – und zwar an einen breiten Kundenkreis: Endverbraucher, Gastronomie, Hotellerie, Unternehmen (Office-Shot-Pakete), Hofläden sowie inhabergeführte Lebensmitteleinzelhändler. „Reinheit und Natürlichkeit, Regionalität und das Weglassen von Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und Aromen“ zeichnet die Produkte aus, so Ryfisch bei der Präsentation: „Unsere Shots werden nicht erhitzt, enthalten dadurch mehr Vitamine und Mineralstoffe, wurden schonend haltbar gemacht, nicht pasteurisiert und werden in Flaschen aus 100 Prozent recyceltem Material angeboten.“

Mit dem Kunstprojekt „Willicher Perspektivwechsel“ der Robert-Schuman-Europaschule wurde das Opening abgerundet: Mit Schulleiter Burkhard Brörken waren die Lehrerinnen Pia Hüttenwirth, Frida McLeish und Schüler der Kurse gekommen, um ihr Projekt vorzustellen: 55 Schüler der „Kultur.Forscher!“-Kurse (8. und 9. Jahrgang) haben ungewöhnliche Perspektiven ihrer Heimatstadt Willich in den Blick genommen – und die durchaus überraschenden und beeindruckenden Bilder werden jetzt in einer „dezentralen Ausstellung“ in Kooperation mit dem Willicher Einzelhandel, präsentiert – und eben auch im Hinzen Haus. Rund 45 Geschäfte stellen ab kommendem Montag die Bilder in ihren Schaufenstern in allen vier Stadtteilen aus. Die Idee für das Projekt entwickelte sich im Corona-Lockdown: Durch den Online-Unterricht galt es kreative Projekte zu finden, die von den Schülerinnen und Schülern auch im Homeschooling realisiert werden konnten, und intensive Auseinandersetzung mit bekannter Fotokunst machte es den Kids leichter, außergewöhnliche Blickwinkel in ihrer Umgebung aufzuspüren – und wirklich gute Fotos zu machen – die man nun beim stadtweiten Einkaufen und Stöbern im Willicher Einzelhandel bis zum 31. August entdeckt werden können.

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