Geschafft! Die Künstlerinnen und Künstler vor ihrem fast vollendeten Werk (Foto: © PLANB)

Essen. Schüler:innen der Helene-Lange-Realschule setzen ein klares Statement: für Toleranz und Vielfalt, gegen Rassismus und Ausgrenzung. Im Rahmen eines Projekts in Zusammenarbeit mit dem interkulturellen Träger PLANB Ruhr e. V. haben die Jugendlichen nach eigenen Entwürfen eine Wand im Treppenhaus mit eindeutigen Botschaften gestaltet.

„Alle neuen Schüler, die zu uns kommen, sehen jetzt sofort, dass bei uns jeder willkommen ist. Das finde ich gut“, sagt Maria (13). „Darum wollte ich unbedingt mitmachen.“ Auch die gleichaltrige Jeyda sieht in der Wand ein wichtiges Signal: „Die Botschaft ist, dass hier alle akzeptiert werden und dass wir uns mit gegenseitigem Respekt begegnen.“ Jeyda hat eine „Black Lives Matter“-Faust zu der Wand beigetragen.

Die zwölf Teilnehmer:innen des Projekts gehören zur Streitschlichter-AG der Steeler Schule, die wegen der Corona-Lockdowns zuletzt wenig aktiv werden konnte. Hier kam ein Angebot des freien Trägers PLANB, mit dem die Schule schon länger zusammenarbeitet, gerade richtig: Im Rahmen des PLANB-Projekts „Radikal tolerant“ nutzen die zwölf Jugendlichen als Plattform für die Kernbotschaften des Projekts – Interkulturalität, Chancengleichheit, Gerechtigkeit, Vielfalt und Toleranz – einmal nicht die sozialen Medien, sondern eine Wand ihrer Schule. „Wir waren sofort einverstanden“, sagt Schulsozialarbeiterin Edith Weiß, „denn das sind auch die Werte, für die wir als Europaschule stehen. Zukunft eröffnen, so unser Slogan, kann man nur mit gleichen Zukunftschancen für alle.“

Auch die Jugendlichen waren schnell mit Begeisterung dabei und so entstanden bald die ersten Entwürfe und wurden an die Wand gebracht. Im Laufe des Junis trafen sie sich mehrmals mit zwei Pädagoginnen von PLANB und machten aus einer weißen Wand in der zweiten Etage ein unübersehbares Statement. Das Jugendamt Essen förderte das Projekt.

„Hier konnten die Schülerinnen und Schüler ihre künstlerischen Fähigkeiten erproben, ihre eigene Meinung sichtbar machen und ihre Persönlichkeit entfalten“, so Kathrin Boldrew, Leiterin des PLANB-Bereichs Bildung und Prävention. „Dabei spielt die Partizipation eine zentrale Rolle: Die Jugendlichen bringen eigene Ideen selbstständig auf die Wand, wo sie ein dauerhafter Teil ihrer Schule werden. Durch dieses kulturpädagogische Angebot werden sie zu Protagonisten, entwickeln Selbstbewusstsein und Identität durch die positive Erfahrung, einen Beitrag für eine friedliche, demokratische Gesellschaft zu leisten.“

„Radikal tolerant“ auf Instagram: https://www.instagram.com/radikaltolerant/

Die Helene-Lange-Realschule im Netz: https://www.hls-essen.com/

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