Hochwasser der Ruhr in Bochum Dahlhausen (Foto: Feuerwehr)
Anzeige

Essen/Ennepe-Ruhr-Kreis. Nach den großen Schäden durch das Sturmtief Bernd in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz läuft vielerorts neben noch notwendigen Evakuierungen und den ersten Aufräumarbeiten auch die Welle der Hilfsbereitschaft an.


Innenministerium NRW: In Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe: Reul ordnet Trauerbeflaggung an Flaggen werden zum 16. Juli 2021 auf Halbmast gesetzt

NRW. Das Ministerium des Innern teilt mit:

Innenminister Herbert Reul hat für den Zeitraum von Freitag, 16. Juli 2021, bis einschließlich Montag, 19. Juli 2021, in Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe Trauerbeflaggung angeordnet. Die Anordnung gilt für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen.

 


Unwetter sorgt für Ausfälle im Stromnetz

Rhein-Ruhr.

  • Besonders betroffen sind Eifel, Rhein-Erft-Kreis, Kreis Euskirchen, linksrheinischer Rhein-Sieg-Kreis und Ahrtal
  • Westnetz arbeitet mit Hochdruck an der Wiederversorgung
  • Zerstörte und beschädigte Straßen erschweren die Zufahrt zu Anlagen

Die Wetterlage mit Starkregen und die daraus entstandenen Überflutungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgen weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung. Der Starkregen hatte in den vergangenen Tagen den Pegel von Flüssen extrem ansteigen und den Boden aufweichen lassen. In einigen Regionen kam es zu schweren Überflutungen und das Wasser steht dort immer noch zum Teil mit sehr hohen Pegeln. Betroffen sind davon auch Anlagen zur Stromversorgung des Westenergie-Verteilnetzbetreibers Westnetz. Dazu gehören Ortsnetzstationen und Umspannanlagen. Aus Sicherheitsgründen wurden und werden diese Anlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet, damit es nicht zu Stromschlägen kommt. Dies führt zu einer Unterbrechung der Stromversorgung. Wenn Umspannanlagen ausfallen, kann es zu großflächigen und länger andauernden Störungen kommen. Die Instandsetzung erfolgt dann systematisch.

Alle verfügbaren Kolleginnen und Kollegen der Westnetz sind seit Mittwoch im Einsatz und arbeiten mit Hochdruck an der Wiederversorgung. Die Umspannanlagen, auf die Westnetz wieder Zugriff hat, werden geprüft, gereinigt und – wenn möglich – wieder in Betrieb genommen. Einige Anlagen standen für mehrere Stunden unter Wasser. Aus Sicherheitsgründen ist eine genaue Prüfung der Anlagen vor ihrer Wiedereinschaltung notwendig. Westnetz betreibt in ihrem gesamten Versorgungsgebiet ca. 1.000 Umspannanlagen. Von den Überschwemmungen direkt betroffen sind derzeit ca. 10. Einzelne sind noch schwer erreichbar, in anderen steht immer noch das Wasser.

Bei größeren Schäden an Umspannanlagen wird daran gearbeitet, die Stromversorgung so schnell wie möglich über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wiederherzustellen. Westnetz prüft, wo Notstromaggregate gebraucht werden und eingesetzt werden können. Auch Schwestergesellschaften aus dem E.ON-Konzern haben ihre Hilfe angeboten. Notstromaggregate sind aus nicht von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Regionen Deutschlands sind bereits im Einsatz oder unterwegs nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Durch Wiedereinschaltung von Anlagen, Umleitungen und Notstromaggregate konnten bereits viele Haushalte wiederversorgt werden. In der Spitze lag die Zahl der nicht versorgten Einwohner in der Region der Westnetz bei 200.000. Derzeit sind 102.000 Menschen ohne Strom.

Bei allen Arbeiten ist Westnetz aber auch von der Infrastruktur vor Ort abhängig. Einige Anlagen sind aufgrund zerstörter oder beschädigter Straßen derzeit nicht zu erreichen. An anderen Stellen müssen kilometerlange Umwege gefahren werden. Westnetz setzt zudem Helikopter und Drohnen ein, um die Leitungen und Anlagen aus der Luft zu prüfen und einen Überblick zu erhalten. Eine weitere Herausforderung: An einigen wenigen Stellen drohen Dämme und Sperren zu brechen und dadurch weitere Überflutungen zu verursachen. Auch darauf bereitet sich Westnetz vor. So werden gefährdete Anlagen identifiziert und zusätzlich geschützt.

Bei allen Arbeiten gilt vor Ort: Der Schutz der Kolleginnen und Kollegen und der Menschen in den Regionen hat oberste Priorität.

Hintergrund:

Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundestraßen, Landstraßen. In der Stromverteilung entsprechen diese Straßen dem Hochspannungsnetz (110 kV), der Mittelspannung (10 kV) und der Niederspannung (400 V). Städte und größere Orte sind direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen, ebenso große, energieintensive Industrieunternehmen. Kleinere Orte werden in der Regel über das Mittelspannungsnetz versorgt, einzelne Haushalte über die Niederspannungsnetze.

Zentrale Knotenpunkte im Stromnetz, vergleichbar mit Autobahnkreuzen, sind Umspannanlagen. Hier wird die Spannung für die weitere Verteilung in die einzelnen Orte heruntertransformiert. Von den Umspannanalagen geht es weiter in die Trafostationen bzw. die Ortnetzstationen, wo der Energiefluss wiederum in Niederspannung transformiert wird und für unsere Haushalte direkt nutzbar ist. Dies erfolgt von den Trafostationen aus über die Kabelverteilerschränke hin zu den einzelnen Hausanschlüssen.

Wenn Straßen stark beschädigt sind, sind sie nicht mehr befahrbar und müssen repariert werden. Sind sie versperrt durch Geröll, muss geräumt werden. Und bei Verschmutzung müssen sie gereinigt werden. Hiermit vergleichbar ist derzeit die Situation in der Stromversorgung in den Katastrophengebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die größte Herausforderung und Hauptursache für großflächige Versorgungsstörungen sind verschmutzte, beschädigte oder gar zerstörte Umspannanlagen. Dazu kommt, dass nach wie vor Anlagen im Mittel- und Niederspannungsnetz nicht zu erreichen oder nicht begehbar sind, da das Wasser in den überfluteten Regionen, wenn überhaupt, nur langsam zurückgeht. Übertragen auf den Straßenverkehr bedeutet dies: Ein Autobahnkreuz oder eine Bundes- oder Landstraße kann nicht mehr genutzt werden.

Dort, wo elektrische Anlagen nach gründlicher Inspektion den Befund „verschmutzt” erhalten, können sie nach Reinigung und Prüfung wieder zugeschaltet werden. Leichtere Schäden können repariert werden.

Wo aber Anlagen von Wassermassen und Treibgut zerstört wurden, muss neu aufgebaut werden. In diesen Fällen versucht Westnetz über einen zweiten Weg die Versorgung aufzubauen. Dies können Umschaltungen auf andere Leitungen sein, Notstromaggregate oder Provisorien. Damit werden Umleitungen eingerichtet.

Wenn eine Umspannanlage wieder in Betrieb geht, ist die Basis für die Stromversorgung gelegt. Jedoch bedeutet dies nicht sofort auch Strom für die einzelnen Haushalte, denn auch Leitungen und Kabel, die zu den Trafostationen und Kabelverteilerschränken führen und vor dort den Strom in die Haushalte transportieren, sind im Katastrophenfall oft beschädigt und müssen repariert oder ersetzt werden.

Weiterer Hintergrund Technik:

Ein Umspannwerk (auch Umspannanlage) ist Teil des elektrischen Versorgungsnetzes und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. Umspannwerke bestehen neben den Leistungstransformatoren immer aus Schaltanlagen, aufgebaut als Freiluftschaltanlage oder in gekapselter Form als gasisolierte Schaltanlage, sowie weiteren Einrichtungen zur Mess- und Regeltechnik. Anlagen ohne Transformatoren werden auch als Lastverteilerwerk (Lastverteiler oder Schaltwerk) bezeichnet.

In einer Transformatorenstation, auch Netzstation, Ortsnetzstation oder kurz Trafostation genannt, wird die elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz mit einer elektrischen Spannung von 10 kV auf die in Niederspannungsnetzen (Ortsnetzen) verwendeten 400/230 V zur allgemeinen Versorgung transformiert (umgewandelt).

Die erzeugte Elektrizität, z. B. aus Kraftwerken, kommt mit 110.000 Volt Hochspannung in einer Umspannanlage an. Die dort vorhandenen Transformatoren sorgen dafür, dass die Spannung auf 10.000 Volt in sogenannte Mittelspannung „umgespannt” wird. In den Trafostationen wird der Energiefluss dann wiederum in Niederspannung transformiert, denn auf dieser Spannungsebene ist Strom für unsere Haushalte direkt nutzbar. Dann erfolgt im Niederspannungsnetz schließlich die entscheidende Feinverteilung der Elektrizität – und zwar von den Trafostationen über die Kabelverteilerschränke (KVS) hin zu den einzelnen Hausanschlüssen. Die KVS sind Knotenpunkte für elektrische Kabel im Niederspannungsnetz. Über die KVS und die darin enthaltenen Kabel-Sicherungen werden die jeweiligen Stromkabel-Strecken und die daran angeschlossenen Hausanschlüsse abgesichert. Bei einem Störungsfall an einem Kabel lösen die Sicherungen der Kabelstrecke direkt im KVS aus, so dass möglichst wenige Hausanschlüsse oder Kunden von der Störung betroffen sind.

 


Mein Haus steht unter Wasser – was tun?

Essen. Eine Anleitung der Caritas, um sichere und gesunde Wohnbedingungen wiederherzustellen

Ein Albtraum: Das Haus steht unter Wasser. Wichtig ist jetzt, einen klaren Kopf zu behalten und Schritt für Schritt vorzugehen. Die Caritas hat dazu einige Tipps.

Europäische Caritas-Organisationen haben für die Opfer von Flutkatastrophen eine Broschüre mit nützlichen Informationen herausgegeben. Das Wasser aus dem Keller abpumpen – aber nicht zu schnell, damit bestehender Wasserdruck von außen nicht das Mauerwerk beschädigt. Anschließend muss gründlich desinfiziert werden, und zwar am besten mit Natriumhypochlorid. Durchnässte Polster, Kissen und Matratzen muss man entsorgen, Teppiche dagegen können gerettet werden. Die Räume trocknen lassen, Schimmel entfernen, Bauschäden reparieren – „haben Sie Geduld!“, ist ein wichtiger Rat. Verantwortlich für die Broschüre ist der Deutsche Caritasverband.

Broschüre der Caritas: „Mein Haus steht unter Wasser“

 


Aktuelle Lage, Spenden- und Hilfsangebote in Essen und Ennepe-Ruhr-Kreis (wird aktualisiert):

 

Überschwemmungen: Caritas ruft zu Spenden auf

Bistum Essen. „Wir mobilisieren alle Kräfte – Anteilnahme für Opfer und Angehörige“

Die Caritasverbände in Nordrhein-Westfalen rufen zu Spenden für die Opfer der Überschwemmungen auf.

„Unzählige Menschen haben ihr Zuhause und ihre Existenz verloren. Wir sind erschrocken über das Ausmaß der Verwüstungen durch die Unwetter-Katastrophe und werden den Opfern helfen“, sagt der Essener Diözesan-Caritasdirektor Matthias Schmitt. „Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer. Unsere Solidarität und Unterstützung gilt den Betroffenen.“

„Noch kämpfen Tausende von Helfern und Feuerwehren gegen die Fluten. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht zu überblicken. Aber die Bilder lassen ahnen, wie viele Menschen buchstäblich vor dem Nichts stehen“, sagt Schmitt. Evakuierung und provisorische Unterbringung der Betroffenen seien zunächst weitgehend gewährleistet. „Die Caritas im Ruhrgebiet und Märkischen Sauerland wird alle Kräfte mobilisieren, um den Betroffenen zu helfen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen“, so Schmitt. Die Caritas bittet um Geldspenden, um komplexe Logistik zu vermeiden. „Wir werden über unser Caritas-Netzwerk vor Ort direkt und zielgenau helfen.“

Auch einzelne Dienste und Einrichtungen der Caritas sind lokal von Überschwemmungen und Wasserschäden betroffen. Altenheime wurden geräumt, Sozialstationen stehen unter Wasser. Doch die Versorgung der Menschen bleibt gewährleistet. „Trotz mancher Schwierigkeiten tun wir alles, um die Pflege weiter zu leisten, Beratung anzubieten und für die Menschen da zu sein – auch und ganz besonders in den Katastrophengebieten“, sagt Schmitt.

Spendenkonto:

Caritas international
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Stichwort: CY00897 Fluthilfe Deutschland

 

Stadt schnürt Hilfspaket nach Hochwasser

Essen. In den vergangenen Tagen war auch Essen stark von Tief “Bernd“ und den Folgen des Hochwassers im Deilbachtal und der Ruhr betroffen. Vor allem in den Stadtteilen Kettwig, Kupferdreh und Steele gab es heftige Auswirkungen durch über die Ufer getretenes Wasser. Als Folge wurden Straßen überspült, Wasser lief in Keller, Wohnungen, Häuser oder Garagen. Auch Gastronomie- und Wirtschaftsbetriebe, Campinganlagen oder Wassersportvereine direkt an der Ruhr gelegen sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Zwischenzeitlich betroffen war auch die kritische Infrastruktur der Stadtwerke Essen oder der Stromversorger, so dass es zeitweise in Teilen der betroffenen Stadtteile zu Stromausfällen kommen musste. Die Feuerwehr Essen, das THW, die Hilfsorganisationen sowie die Stadtwerke Essen, die Ruhrbahn, die Stadtverwaltung oder auch die Entsorgungsbetriebe Essen waren rund um die Uhr im Einsatz. Die Feuerwehr hat am gestrigen Abend 340 Einsätze gezählt und 290 Einsatzkräfte.

“Ich danke allen Einsatzkräften für die Unterstützung der Essenerinnen und Essener in dieser Ausnahmesituation”, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. “Sie waren rund um die Uhr im Einsatz, um das Schlimmste abzuwenden. Wie so oft in diesen Situationen erlebe ich ein großartiges ehrenamtliches Engagement und eine tolle Nachbarschaftshilfe, dafür möchte ich mich bei den Essenerinnen und Essenern bedanken. Die Stadt wird ihren Teil dazu beitragen, dass die Aufräumarbeiten nun schnell von statten gehen und die Schäden des Hochwassers schnell behoben werden können. Deshalb habe ich als Oberbürgermeister gemeinsam mit Partnern ein Hilfspaket geschnürt, das möglichst vielen Essenerinnen und Essenern schnelle und unbürokratische Hilfe leisten soll. Auch gerade jetzt zeigt sich: Essen hält zusammen.“

Das Hochwasser ist nun wieder rückläufig, es weicht immer mehr von den Straßen und aus Häusern. In den nächsten Tagen werden die Einsatzkräfte der Feuerwehren, des THW und der Verwaltung sowie betroffene Betriebe und Privatpersonen mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Die Stadt Essen steht deshalb im Austausch mit unterschiedlichen Kooperationspartnern, um verschiedene Hilfsangebote bieten zu können.

Ehrenamtliches Engagement

Die Ehrenamt Agentur Essen wird in Zusammenarbeit mit der StadtAgentur ehrenamtliches Engagement koordinieren. Die Ehrenamt Agentur hat eine Plattform ins Leben gerufen, über die sich Hilfesuchende melden können genauso wie Menschen, die tatkräftig unterstützen können. Die eingehenden Angebote dafür reichen schon jetzt von der zur Verfügungstellung von Wohnraum bis über Kleidung oder Unterstützung bei Aufräumarbeiten. Die Plattform ist über diesen Link erreichbar: www.ehrenamtessen.de/2021/07/16/essener-hochwasserhilfe

Die Ehrenamt Agentur ist ab sofort täglich von 10 bis 14 Uhr erreichbar: www.ehrenamtessen.de

Darüber hinaus wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Das Spendenkonto lautet:

Spendenkonto des Kirchenkreises Essen
Sparkasse Essen
IBAN DE27360501050000251801
Kennwort: Essener Hochwasserhilfe
Unterstützung bei Beseitigung von Hochwasserschäden

Um die Aufräumarbeiten zu unterstützen, werden die Essener Entsorgungsbetriebe (EBE) Privatpersonen sieben Kubikmeter-Container zur Verfügung stellen (95 Euro), damit anfallender Sperrmüll schnell und möglichst einfach entsorgt werden kann. Es werden ab Montag außerdem in betroffenen Stadtteilen (Kupferdreher Markt, Zur Alten Fähre in Kettwig, EBE-Standort Langenberger Straße) zentrale Anlaufstellen für Sperrmüll (30 Kubikmeter-Container) geschaffen. Bereits heute wird in Höhe der Adresse Kupferdreher Straße 226 ein großer Container für Sperrmüll zur Verfügung stehen. Die EBE wird am morgigen Samstag früh mit Sperrmüllfahrzeugen unterwegs sein, auch City-Flitzer zur Straßenreinigung sind unterwegs. Ab Montag werden außerdem große Kehrmaschinen durch die betroffenen Stadtteile fahren. Auch die EBE ist am Wochenende telefonisch von 7 bis 15 Uhr, unter 0201 854-2222 erreichbar.

Die Stadtverwaltung richtet einen Härtefallfonds für einkommensschwache Familien ein. Über den Fonds kann eine unbürokratische finanzielle Hilfe beantragt werden zur Wiederbeschaffung von Dingen des täglichen Lebens, die durch das Hochwasser der vergangenen Tage kaputt gegangen sind und dringend ersetzt werden müssen. Ein entsprechendes Antragsformular wird in den kommenden Tagen veröffentlicht, ab Mittwoch wird die Antragstellung per E-Mail möglich sein.

Für vom Hochwasser betroffene Wassersportvereine soll es ebenfalls eine Unterstützung geben. Am kommenden Montag wird sich der Essener Sportbund e.V. (ESPO) mit den Sportvereinen über notwendige Hilfsmaßnahmen für die Durchführung der sportlichen Saison besprechen.

Die Sparkasse Essen möchte schnelle und unbürokratische Hilfe für die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe leisten und legt ein Sonderkreditprogramm zu 0,00 Prozent Zins p.a. für Privatkunden auf. Zudem wird für gemeinnützige Institutionen eine Spendenaktion in Höhe von 50.000 Euro über die Spendenplattform www.gut-fuer-essen.de ins Leben gerufen. Darüber hinaus können hochwassergeschädigte Vereine Spendenanträge an die Sparkasse Essen stellen.

Unterbringungsmöglichkeiten

Auch weiterhin stehen Unterbringungsmöglichkeiten der Stadt Essen zur Verfügung, die von Personen genutzt werden können, die nicht in ihre Häuser zurückkehren können. Das Bürgertelefon der Feuerwehr ist am Wochenende von 8 bis 15 Uhr, unter 0201 123-8888 erreichbar.

Auch die Evangelische Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim stellt ihre Bildungs- und Freizeitstätte “Haus am Turm”, Am Turm 7 in 45239 Essen-Werden, zur Verfügung (20 Plätze in Mehrbettzimmern und ein Appartement). Eine weitere Übernachtungsmöglichkeit besteht in der Mini-Ferienwohnung (7 Betten), die die Aktion Menschenstadt, das Behindertenreferat der Evangelischen Kirche in Essen, in Altenessen vorhält. Kontakt für beide Angebote, auch am Wochenende: Kirchenkreises Essen, Projekt Ehrenamtsmanagement, Michael Druen, Telefon 0201 2205-244, Mobil: 0176 588 84 702, oder per E-Mail: Michael.Druen@evkirche-essen.de.

Oberbürgermeister Thomas Kufen (Mitte) und Ordnungsdezernent Christian Kromberg (3.v.r.) an der überfluteten Straße In der Lake in Steele (Foto: © Elke Brochhagen, Stadt Essen)

 

Stadt muss Gelände in Kupferdreh nach Hochwasser sperren

Essen. Im Nachgang des Hochwassers führen Feuerwehr und Stadt Essen Erkundungen an Brücken oder Plätzen in den betroffenen Stadtteilen durch. In direkter Umgebung des Deilbachs im Stadtteil Kupferdreh war gestern auf dem Gewerbegelände Prinz-Friedrich-Straße ein LKW in einen Hohlraum gestürzt. Da weitere Einsturzgefahr besteht, wird die Stadt Essen das Gelände absperren – eine Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben. Von der Sperrung betroffen sind ansässige gewerbliche Betriebe sowie auch die K21 Hochschule der Künste. Auch diese Gebäude können nicht genutzt werden.

Im nächsten Schritt erfolgen nun weitere statische Untersuchungen, um Maßnahmen ableiten zu können.

 

Sparkassenfiliale in Kupferdreh bleibt vorerst geschlossen

Essen. Die Sparkassenfiliale in Kupferdreh sowie die gesamten Wohnhäuser in der Colsmanstraße sind von einer der größten Umweltkatastrophen des letzten Jahrhunderts stark getroffen worden. Regenfälle und ausufernde Überschwemmungen haben die Kellerräume geflutet, sodass der Stromversorger die notwendigen Maßnahmen treffen musste und die Stromversorgung unterbunden hat. Sowohl die Filiale als auch der SB-Bereich sind derzeit nicht nutzbar und bleiben bis auf Weiteres geschlossen.

Die Sparkasse arbeitet bereits mit Hochdruck an der Schadensbehebung und wird sich mit betroffenen Kunden, die ein Kundenschließfach angemietet haben, in Verbindung setzen. Die Beraterinnen und Berater der Filiale Kupferdreh weichen auf die umliegenden Filialen aus und sind dort für ihre Kundinnen und Kunden sowohl unter den gewohnten Rufnummern als auch per Mail erreichbar. Weitere Filialen sind nicht in ihrer Betriebstätigkeit betroffen, nur der SB-Standort in Kettwig vor der Brücke ist momentan nicht nutzbar.

Die Sparkasse Essen bittet ihre Kupferdreher Kunden auf die benachbarten Filialen Heisingen (Heisinger Str. 472), Überruhr (Schulte-Hinsel-Str. 35) sowie Burgaltendorf (Alte Hauptstr. 6) auszuweichen oder sich telefonisch an die Mediale Filiale der Sparkasse Essen zu wenden: Tel. 0201 / 103-5000. In Kettwig ist die Bargeldversorgung über die Filiale im Ortskern gesichert.

Hilfe für Essener Bürgerinnen und Bürger

Die Sparkasse befindet in einem engen Austausch mit der Stadt Essen und hat kurzfristig Hilfsprogramme geschaffen, um schnell und unbürokratisch Hilfe für die Hochwasser-Betroffenen zu leisten. Sowohl Privatpersonen als auch gemeinnützige Institutionen können diese Hilfen in Anspruch nehmen. Ihren Privatkunden bietet die Sparkasse einen Sonderkredit zu 0,0 % p.a. an. Für gemeinnützige Institutionen wird eine Spendenaktion in Höhe von 50.000 € über die Spendenplattform www.gut-fuer-essen.de ins Leben gerufen. Zudem können hochwassergeschädigte Vereine Spendenanträge an die Sparkasse Essen stellen.

 

Unbürokratische Hilfe für Betroffene der Hochwasser-Katastrophe

Essen. Die Caritas-SkF-Essen gGmbH beteiligt sich an der Hilfe für Opfer der aktuellen Hochwasser-Katastrophe in Essen. Es wird um Spenden gebeten, um Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen.

Mit dem extremen Starkregen kam für viele Menschen in Essen unerwartet die Katastrophe. Vollgelaufenen Keller, Häuser und Geschäftsräume, Menschen mussten mit Booten oder Hubschraubern aus ihren Wohnungen gerettet werden, bis zu 200 Menschen mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Die mediale Berichterstattung lässt die vielen persönlichen Schicksalsschläge nur erahnen. Menschen haben durch die starken Verwüstungen ihr Zuhause und ihre Existenz verloren. Unter dem Motto „Essener helfen Essenern“ hat die Caritas-SkF-Essen nun ein Spendenkonto eröffnet, um hier in der Stadt schnell und unbürokratisch zu helfen zu können.

Zudem werden über die Ehrenamt Agentur Essen Hilfegesuche und Hilfsangebote gebündelt, so dass die Hilfe möglichst schnell dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird. Wer Hilfe benötigt oder helfen meldet sich unter https://www.ehrenamtessen.de/2021/07/16/essener-hochwasserhilfe/. Helfende und Hilfesuchende können sich dort mit ihren Angeboten und Bedarfen eintragen, so dass diese dann durch die Ehrenamt Agentur direkt miteinander in Kontakt gebracht werden können.

Folgende Spendenmöglichkeiten gibt es für die Menschen, die in Essen vom Hochwasser betroffen sind:

Caritas-SkF-Essen
Bank im Bistum
IBAN DE58 3606 0295 0096 8000 45 | BIC GENODED1BBE

I do App Stadt Essen unter dem Stichwort: Hilfe für Hochwasseropfer

Paypal: spenden@cse.ruhr

Als Spendenzweck bitte den Betreff  „Hochwasser“ angeben.

„Wir sind betroffen über das katastrophale Ausmaß, dass der Starkregen auch in der Stadt Essen mit sich gebracht hat. Jetzt geht es darum, den betroffen Menschen in unserer Stadt möglichst schnell und unkompliziert zu helfen. Dafür benötigen wir dringend Spenden und helfende Hände. Unsere Solidarität und Anteilnahme gilt den Betroffenen und Opfern der Hochwasser-Katastrophe“, so Andreas Bierod, Geschäftsführer Caritas-SkF-Essen.

 

Hochwasser: EBE reagiert auf hohes Sperrmüllaufkommen

Essen. Der Starkregen und das Hochwasser in den vergangenen Tagen haben vor allem im Essener Süden große Schäden angerichtet. Viele Betroffene haben bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen. Auf das erhöhte Sperrmüllaufkommen reagieren die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) und stellen jetzt schnell und unkompliziert zusätzliche Entsorgungsmöglichkeiten für brennbaren Sperrmüll aus Holz im Essener Süden zur Verfügung. Die EBE steht dafür in engem Kontakt mit dem Krisenstab der Stadt Essen.

Bereits am heutigen Freitag sind Kollegen der Sperrmüllabfuhr und der Straßenreinigung zu Sondereinsätzen in die betroffenen Stadtteile ausgerückt. Auch am morgigen Samstag werden EBE-Teams im Einsatz sein, um den Schmutz und den Unrat, den das Hochwasser hinterlassen hat, schnell zu entsorgen.

Um zusätzliche Kapazitäten für diesen besonderen Einsatz zur Verfügung zu haben, muss der Service Sperrmüll-Express leider vorübergehend eingestellt werden. Auch in der regulären Abfallabfuhr kann es durch die aktuellen Umstände dazu kommen, dass Tonnen nicht wie geplant geleert werden können. Die EBE bittet um Ihr Verständnis.

Mit Beginn der kommenden Woche wird die EBE im Essener Süden weitere Annahmestellen für Sperrmüll einrichten. Derzeit arbeiten die Kolleginnen und Kollegen mit Hochdruck an der Organisation dieser besonderen Hochwasserhilfe für Betroffene. Auch die Straßenreinigung wird weitere Sondereinsätze in den betroffenen Stadtteilen fahren, um vor allem die vielen Schlammreste von den Straßen zu entfernen.

Die Standorte sowie die Öffnungszeiten der zusätzlichen Annahmestellen werden kurzfristig auf der Webseite der Entsorgungsbetriebe Essen www.ebe-essen.de veröffentlicht und der Presse zur Verfügung gestellt.

(Foto: EBE)

 

Aktuelle Situation auf den Ennepetaler Straßen

Ennepetal. Nachdem der Landesbetrieb Straßen.NRW die L699 abgefahren und oberflächig auf Schäden kontrolliert hat, kann sie im Laufe des Nachmittags für den Verkehr wieder freigegeben werden. Vorher muss jedoch zunächst noch der städtische Betriebshof Geröll im Bereich Grüntal von der Fahrbahn entfernen.

Auch der Behlinger Weg wird im Laufe des Nachmittags noch durch den Betriebshof gesäubert, sodass auch dort bald wieder ein gefahrloses Passieren möglich ist.

Dass, die städtische Infrastruktur so schnell wieder hergestellt werden konnte, ist dem Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebshofes und den Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Abwasserbeseitigung und Tiefbau zu verdanken.

Zur L 702, Bauabschnitt 1 (Neustraße)

Die Firma GS-Straßenbau hat es gestern (!) fertiggebracht, den Bauabschnitt komplett zu asphaltieren. Außerdem wurden auch bereits die Anschlüsse an die Entwässerungsrinnen fertiggestellt, sodass heute schon markiert wurde bzw. werden kann.

Die Freigabe der Neustraße erfolgt spätestens Montag.

 

Nach dem Hochwasser: Stark betroffene HerdeckerInnen können Schutt und andere Abfälle kostenlos abgegeben

Herdecke. Das Wasser ist größtenteils weg, zurück bleiben verschmutzte und durchnässte Wohnungen und Grundstücke. Mit Beginn der Aufräumarbeiten zeigt sich so langsam das Ausmaß der Schäden. Die Stadt Herdecke und die Firmen Vorberg/ AHE unterstützen stark vom Hochwasser betroffene Bürgerinnen und Bürger. Sie können Schutt und andere Abfälle, die mit dem Starkregen in Zusammenhang stehen, bis zum Mittwoch der kommenden Woche kostenlos bei der städtischen Annahmestelle bei Vorberg/AHE abgeben. Voraussetzung ist allerdings die Vorlage eines Personalausweis um nachweisen zu können, dass diese in einer der folgenden Straßen wohnen:

  • An der Walkmühle
  • Augustastraße
  • Bachplatz
  • Bachstraße
  • Friedhofstraße
  • Gerberstraße
  • Attenbergstraße
  • Hauptstraße ab Hausnummer 75 aufwärts
  • Herdecker Bach
  • Neue Bachstraße
  • Schmale Straße

Zudem stehen an mehreren Stellen entlang des Herdecker Baches Container, die befüllt werden können.

 

Gevelsberger Helferkonferenz: Bürgermeister und Taubenväter laden ein – Unterstützung und Hilfsangebote für Betroffene der Hochwasserkatastrophe

Gevelsberg. Um den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe zu helfen und eine gesellschaftlich breit angelegte Unterstützungsaktion vorzubereiten, laden Bürgermeister

Claus Jacobi sowie die Taubenväter – Menschen helfen Menschen e.V. örtlich aktive Hilfsorganisationen zur Gevelsberger Helferkonferenz ein.

Gemeinsam sollen schnelle und unkomplizierte Hilfsangebote für betroffene Bürgerinnen und Bürger auf die Beine gestellt werden.

Gevelsbergerinnen und Gevelsberger sowie alle anderen, die helfen möchten, können bereits jetzt auf das Spendenkonto der Taubenväter unter

IBAN: DE97 4545 0050 0000 5624 13
BIC: WELADED1GEV
und dem Stichwort „Gevelsberg hilft“ spenden.

Die Bedingungen und Voraussetzungen, unter denen von Starkregen und Hochwasser geschädigte Gevelsberger ihre Unterstützungsgesuche anmelden können, werden innerhalb der Helferkonferenz beraten und danach bekanntgegeben. Grundlage jeder Hilfe wird entsprechend den bekannten Förder- und Satzungszwecken der Taubenväter eine konkrete und nachweisbare Bedürfnislage der betroffenen Personen sein.

Bürgermeister Claus Jacobi ruft alle von der Katastrophenlage nicht betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, sich nach ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten solidarisch an der Aktion zu beteiligen.

Dokumentation der Schadenslage – Stadt bittet um Mithilfe

Der Ennepe-Ruhr-Kreis bittet die kreisangehörigen Städte um zeitnahe Meldung der Gesamtschadenslagen, die sich aus dem Starkregenereignis für das jeweilige Stadtgebiet ergeben haben. Da auch private Schadenslagen in die Gesamtbetrachtung einbezogen werden sollen, bittet die Stadt geschädigte Mitbürgerinnen und Mitbürger um Meldung und Darstellung ihrer Schadenslage.

Geschädigte sollen sich daher zur Dokumentation und Weitergabe ihrer Schadensberichte über die Stadt Gevelsberg unter starkregen@stadtgevelsberg.de an den Ennepe-Ruhr-Kreis wenden.

Leider muss die Stadt Gevelsberg darauf hinweisen, dass mit einer Meldung der Schäden bislang noch keine bekannten öffentlichen Hilfs- und Förderprogramme verbunden sind. Die hierzu erforderlichen Entscheidungen der Landes- und Bundesebene sind nach den Ankündigungen der Politiker vom 15.07.2021 noch abzuwarten. Zu beachten ist auch, dass die Meldungen keine Schadensmeldungen bei der jeweils zuständigen Versicherung ersetzen. Die Angaben dienen der Landesregierung zur Dokumentation des landesweit entstandenen Gesamtschadens und müssen, um Berücksichtigung zu finden, bis zum 20.07.2021 um 10 Uhr bei der Stadt unter o.a. Emailadresse eingegangen sein.

 

Hochwasser geht zurück – Pegelstand jetzt unter sechs Metern

Hattingen/Ruhr. Die Hochwasserlage in Hattingen entspannt sich langsam. Nachdem der Pegelstand der Ruhr am Donnerstag, 15. Juli 2021, die Höchstmarke von knapp sieben Metern erreicht hatte, liegt er aktuell um 13 Uhr bei 5,78 Metern – Tendenz weiter sinkend.

Feuerwehr, DLRG, Polizei, THW und die verschiedenen Fachbereiche der Stadt waren in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag und dem darauffolgenden Tag rund um die Uhr im Einsatz, um den Hattingerinnen und Hattingern zu helfen und sind auch weiterhin aktiv. So werden unter anderem Keller leergepumpt, dort wo das Wasser aufgrund des fallenden Pegelstandes nicht mehr nachläuft. Bei der Hattinger Feuerwehr wurden bislang 176 Einsätze verzeichnet.

Alle Menschen, die ihr Haus verlassen mussten oder vorsorglich verlassen haben, konnten versorgt und untergebracht werden. Viele Straßen mussten abgesperrt werden und die Häuser waren nicht mehr zugänglich. In einigen Bereichen hat sich die Lage entspannt, wie zum Beispiel an der Königsteiner Straße. Dort konnte die Straßensperre aufgehoben werden und die Häuser sind wieder zugänglich.

Isenbergstraße gegenüber Einmündung Tippelstraße (Foto: Wegemann)

Im Bereich Schleusenstraße, Tippelstraße und Im Stapel muss das Wasser noch weiter zurückgehen, bevor die Gefahrenlage vorüber ist. Wenn die Wetterlage so bleibt, wird mit einer deutlichen Entspannung der Situation am Montag gerechnet.

Der Fachbereich Stadtbetriebe ist weiter damit beschäftigt, gefährliche Stellen zu identifizieren und abzusichern. „Das Ausmaß des Schadens wird sich erst nach Rückgang des Hochwassers zeigen“, so die Stadt.

Aktuell keine Sachspenden erforderlich

Im Bürgerzentrum Holschentor hatte die Stadt am Donnerstag kurzfristig eine Anlaufstelle für die Hochwasseropfer eingerichtet. Inzwischen gibt es keine Nachfrage mehr. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben dort und an anderer Stelle spontan Hilfe angeboten, dafür bedanken wir uns“, so Stadtsprecherin Susanne Wegemann. „Im Moment erreichen uns auch viele Angebote für Sachspenden, das ist sehr freundlich, allerdings werden zum Beispiel Kleider oder Spiele im Moment nicht benötigt. Sollte Bedarf bestehen, werden wir uns gezielt mit einem konkreten Aufruf für bestimmte Hilfsgüter an die Öffentlichkeit wenden“, so Susanne Wegemann.

 

Hochwasser in Wetter (Ruhr): Aufräumarbeiten halten an, L675 bleibt über das Wochenende gesperrt

Wetter (Ruhr). Ralf Tonetti, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Wetter (Ruhr) hat Gutes zu berichten: Die Lage entspannt sich weiterhin in Wetter (Ruhr). Zwar sind noch nicht alle Keller vom Wasser befreit, zum Glück kommt aber derzeit kein Regen mehr nach. Wie bereits erläutert, kann mit dem Abpumpen erst begonnen werden, wenn die Pegel sinken. Auch das kontrollierte Öffnen des Wehrs in Wickede hatte glücklicherweise keine Auswirkungen auf den Ruhrabschnitt hier in Wetter. Der Strom im Stadtgebiet ist weitestgehend auch wieder da. Somit sind auch Stadtbetrieb und Bücherei wieder erreichbar. In den Morgenstunden haben die Stadtwerke Witten begonnen, das Wasser wieder anzustellen. Zwar dauert es ein wenig, bis es in allen Haushalte wieder ankommt, aber auch dort kehrt langsam Normalität ein.

Die meisten Zuwegungen sind wieder frei. Lediglich der Hang an der L675 bereitet weiterhin Sorge. Die Firma, die bereits vor einigen Wochen die Hangsicherung im vorderen Bereich aus Richtung Wetter kommend durchgeführt hat, hat den Schaden begutachtet. Zunächst müssen die Netze von ihrer Last befreit werden, damit sie nicht unter Schlamm und Geröll reißen. Welche Arbeiten folgen, muss noch weiter geprüft werden. Somit dauert die Straßensperrung mindestens über das Wochenende an. Die Umleitung Am Overbeck bleibt zunächst bestehen. Der Stadtbetrieb muss noch weitere Untersuchungen durchführen.

Die anhaltenden Aufräumarbeiten zeigen nach und nach das Ausmaß der Schäden. So haben z. B. die Wassermassen den Treppenaufgang vom RuhrtalRadweg Richtung Burgruine weggespült. Die Ruhrauen konnten noch nicht begutachtet werden. Das Lager in der Wasserstraße, das von der Stadt für die Entgegennahme von Spenden für Geflüchtete angemietet wurde, ist ebenfalls ­­­überflutet worden. Alle Gegenstände dort sind leider unbrauchbar. Somit fehlt es derzeit an Lagerkapazitäten. Im Großen und Ganzen halten sich die Schäden –besonders im Hinblick auf die Nachbarstädte- jedoch in Grenzen. Ehrenamtliche Helfer*innen werden verstärkt in den Katastrophengebieten benötigt. Wo genau und in welcher Form, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Die städtische Koordinierungsstelle BürgerEngagement steht daher in Kontakt mit der Freiwilligenzentrale Hagen und hat ihre Unterstützung angeboten.

In Wetter (Ruhr) heulten in den frühen Morgenstunden die Sirenen erneut auf. Die Feuerwehr kann jedoch Entwarnung geben. In eine Lagerhalle im Schöntal ist bereits gestern Wasser eingedrungen. Dort lagern große Mengen Batterien, die im Auge behalten werden müssen. Fachleute aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sind zur Begutachtung herangezogen worden, zudem steht die AHE zur fachgerechten Entsorgung bereit. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht. Die Lage ist unter Kontrolle.

 

Unwetter: Lage beruhigt, Schäden sichtbar

Witten. Die Feuerwehr Witten hat ihre Einsätze inzwischen weitestgehend abgeschlossen, es sind nun keine Einsätze mehr offen. Die Folgen des Unwetters aus der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sind aber noch immer an vielen Stellen der Stadt zu sehen und zu spüren. Noch immer sind Straßen gesperrt und in verschiedenen Bereichen der Strom abgestellt. Ein Überblick über die schlechten und die guten Nachrichten.

„Dass wir alle Kräfte im Einsatz hatten und nicht auf Unterstützung aus anderen Städten bauen konnten, weil diese ebenso schwer betroffen waren, das hatten wir zuletzt beim Sturm Kyrill im Jahr 2007“, schildert Dirk Lieder, stellvertretender Leiter der Wittener Feuerwehr. Zugleich lobte er die gute Zusammenarbeit aller Akteure von den Ehrenamtlichen und aus der Stadtverwaltung.

Viele Sperrungen aufgehoben

Die meisten gesperrten Straßen sind inzwischen wieder offen beziehungsweise werden in Kürze geöffnet, darunter die Herbeder Straße und die Wittener Straße. Gesperrt sind aktuell nur noch:

  • Rauendahlstraße (unterspült, Dauer der Sperrung unklar)
  • Nachtigallstraße (muss gereinigt werden)
  • Gederbachweg

Auch der Strom fließt an manchen Stellen noch nicht wieder. Das sind:

  • Station Krüner, Fa. Krüner
  • Station Pleiger, Fa. Pleiger
  • Rüsbergstr. 70, Gewerbegebiet Rüsbergstr.
  • Station Brennerei Sonnenschein, Brennerei Sonnenschein
  • Uferstr., 43 – 52 sowie Campingplatz Steger
  • Wittener Str. 138a – 154, 138 – 172
  • Wetterstr. 14 – 32
  • Ruhrstr. 117
  • Alter Fährweg 7 – 13
  • In der Lake 17 – 33
  • Brückenkamp 1 – 4 und Golfanlage
  • Herbeder Str. 130 – 134, 201 – 204

Die Gebäude In der Lake, die gestern evakuiert worden waren, sollen von einem Statiker in Augenschein genommen werden. Danach wird entschieden, ob sie gesperrt werden müssen oder weiter nutzbar sind. Die betroffenen Personen waren größtenteils privat untergekommen.

Die Wasserversorgung dagegen ist wieder hergestellt, die Stadtwerke gaben gestern (15.7.) abends Entwarnung. Entgegen anderslautender Gerüchte war das Trinkwasser in Witten zu keinem Zeitpunkt verunreinigt, sondern hatte ständig Trinkwasserqualität.

Die städtische Müllabfuhr kann ihre Touren weitestgehend fahren. Abgesehen von den gesperrten Straßen gibt es aktuell keine Einschränkungen, die durch das Unwetter ausgelöst wurden.

 

Lage im Kreis beruhigt sich – Feuerwehren unterstützen in Euskirchen

Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Wasser geht zurück, viele Einsätze der Feuerwehren, des THW und der Hilfsorganisationen sind abgeschlossen, einige Häuser werden noch abgepumpt: So stellt sich die Lage nach den heftigen Überschwemmungen im Kreisgebiet am Freitag dar.

Schwerpunktmäßig laufen derzeit noch Einsätze in unmittelbarer Nähe der Ruhr. Dort können manche Häuser erst jetzt abgepumpt werden, nachdem der Pegelstand des Flusses so weit zurückgegangen ist, dass kein Wasser mehr nachläuft. Das Ausmaß der Schäden und möglicher Gefahrenquellen, die an Straßen und Häusern in unmittelbarer Ruhrnähe entstanden sind, wird deshalb erst nach und nach sichtbar.

Seit 7 Uhr morgens sind im Ennepe-Ruhr-Kreis wieder so viele Einsatzkräfte verfügbar, dass Bereitschaft für überörtliche Hilfe gemeldet wurde. Diese wurde am Vormittag aus dem besonders schlimm betroffenen Kreis Euskirchen angefordert. Feuerwehrkräfte des Ennepe-Ruhr-Kreises inklusive einem Krad, aus Ennepetal, Sprockhövel und Schwelm fahren deshalb am Mittag zur Unterstützung der dortigen Kräfte nach Euskirchen. Begleitet werden sie von einem Logistikzug der Hilfsorganisationen.

Stichwort: Regionalstelle Hattingen des Jobcenters

Infolge des Hochwassers und der Überschwemmungen ist das Jobcenter der Regionalstelle Hattingen nach wie vor telefonisch nicht erreichbar. Weil Wasser in das Gebäude eingedrungen ist, musste der Strom abgeschaltet und die gesamte Regionalstelle geschlossen werden. Die Leistungsberechtigten werden gebeten, ihre Anliegen per E-Mail oder auf dem Postweg einzureichen. Die Sachbearbeitung läuft weiter, sie wird überwiegend von Mitarbeitenden des Jobcenters aus dem Home Office erledigt. Vereinbarte Termine können aktuell nicht stattfinden, betroffene Leistungsberechtigte werden kontaktiert.

Beitrag drucken
Anzeigen