Hochwasser der Ruhr in Bochum Dahlhausen (Foto: Feuerwehr)
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Düsseldorf/Kreis Mettmann. Nach den großen Schäden durch das Sturmtief Bernd in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz läuft vielerorts neben noch notwendigen Evakuierungen und den ersten Aufräumarbeiten auch die Welle der Hilfsbereitschaft an.


Innenministerium NRW: In Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe: Reul ordnet Trauerbeflaggung an Flaggen werden zum 16. Juli 2021 auf Halbmast gesetzt

NRW. Das Ministerium des Innern teilt mit:

Innenminister Herbert Reul hat für den Zeitraum von Freitag, 16. Juli 2021, bis einschließlich Montag, 19. Juli 2021, in Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe Trauerbeflaggung angeordnet. Die Anordnung gilt für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen.

 


Unwetter sorgt für Ausfälle im Stromnetz

Rhein-Ruhr.

  • Besonders betroffen sind Eifel, Rhein-Erft-Kreis, Kreis Euskirchen, linksrheinischer Rhein-Sieg-Kreis und Ahrtal
  • Westnetz arbeitet mit Hochdruck an der Wiederversorgung
  • Zerstörte und beschädigte Straßen erschweren die Zufahrt zu Anlagen

Die Wetterlage mit Starkregen und die daraus entstandenen Überflutungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgen weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung. Der Starkregen hatte in den vergangenen Tagen den Pegel von Flüssen extrem ansteigen und den Boden aufweichen lassen. In einigen Regionen kam es zu schweren Überflutungen und das Wasser steht dort immer noch zum Teil mit sehr hohen Pegeln. Betroffen sind davon auch Anlagen zur Stromversorgung des Westenergie-Verteilnetzbetreibers Westnetz. Dazu gehören Ortsnetzstationen und Umspannanlagen. Aus Sicherheitsgründen wurden und werden diese Anlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet, damit es nicht zu Stromschlägen kommt. Dies führt zu einer Unterbrechung der Stromversorgung. Wenn Umspannanlagen ausfallen, kann es zu großflächigen und länger andauernden Störungen kommen. Die Instandsetzung erfolgt dann systematisch.

Alle verfügbaren Kolleginnen und Kollegen der Westnetz sind seit Mittwoch im Einsatz und arbeiten mit Hochdruck an der Wiederversorgung. Die Umspannanlagen, auf die Westnetz wieder Zugriff hat, werden geprüft, gereinigt und – wenn möglich – wieder in Betrieb genommen. Einige Anlagen standen für mehrere Stunden unter Wasser. Aus Sicherheitsgründen ist eine genaue Prüfung der Anlagen vor ihrer Wiedereinschaltung notwendig. Westnetz betreibt in ihrem gesamten Versorgungsgebiet ca. 1.000 Umspannanlagen. Von den Überschwemmungen direkt betroffen sind derzeit ca. 10. Einzelne sind noch schwer erreichbar, in anderen steht immer noch das Wasser.

Bei größeren Schäden an Umspannanlagen wird daran gearbeitet, die Stromversorgung so schnell wie möglich über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wiederherzustellen. Westnetz prüft, wo Notstromaggregate gebraucht werden und eingesetzt werden können. Auch Schwestergesellschaften aus dem E.ON-Konzern haben ihre Hilfe angeboten. Notstromaggregate sind aus nicht von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Regionen Deutschlands sind bereits im Einsatz oder unterwegs nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Durch Wiedereinschaltung von Anlagen, Umleitungen und Notstromaggregate konnten bereits viele Haushalte wiederversorgt werden. In der Spitze lag die Zahl der nicht versorgten Einwohner in der Region der Westnetz bei 200.000. Derzeit sind 102.000 Menschen ohne Strom.

Bei allen Arbeiten ist Westnetz aber auch von der Infrastruktur vor Ort abhängig. Einige Anlagen sind aufgrund zerstörter oder beschädigter Straßen derzeit nicht zu erreichen. An anderen Stellen müssen kilometerlange Umwege gefahren werden. Westnetz setzt zudem Helikopter und Drohnen ein, um die Leitungen und Anlagen aus der Luft zu prüfen und einen Überblick zu erhalten. Eine weitere Herausforderung: An einigen wenigen Stellen drohen Dämme und Sperren zu brechen und dadurch weitere Überflutungen zu verursachen. Auch darauf bereitet sich Westnetz vor. So werden gefährdete Anlagen identifiziert und zusätzlich geschützt.

Bei allen Arbeiten gilt vor Ort: Der Schutz der Kolleginnen und Kollegen und der Menschen in den Regionen hat oberste Priorität.

Hintergrund:

Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundestraßen, Landstraßen. In der Stromverteilung entsprechen diese Straßen dem Hochspannungsnetz (110 kV), der Mittelspannung (10 kV) und der Niederspannung (400 V). Städte und größere Orte sind direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen, ebenso große, energieintensive Industrieunternehmen. Kleinere Orte werden in der Regel über das Mittelspannungsnetz versorgt, einzelne Haushalte über die Niederspannungsnetze.

Zentrale Knotenpunkte im Stromnetz, vergleichbar mit Autobahnkreuzen, sind Umspannanlagen. Hier wird die Spannung für die weitere Verteilung in die einzelnen Orte heruntertransformiert. Von den Umspannanalagen geht es weiter in die Trafostationen bzw. die Ortnetzstationen, wo der Energiefluss wiederum in Niederspannung transformiert wird und für unsere Haushalte direkt nutzbar ist. Dies erfolgt von den Trafostationen aus über die Kabelverteilerschränke hin zu den einzelnen Hausanschlüssen.

Wenn Straßen stark beschädigt sind, sind sie nicht mehr befahrbar und müssen repariert werden. Sind sie versperrt durch Geröll, muss geräumt werden. Und bei Verschmutzung müssen sie gereinigt werden. Hiermit vergleichbar ist derzeit die Situation in der Stromversorgung in den Katastrophengebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die größte Herausforderung und Hauptursache für großflächige Versorgungsstörungen sind verschmutzte, beschädigte oder gar zerstörte Umspannanlagen. Dazu kommt, dass nach wie vor Anlagen im Mittel- und Niederspannungsnetz nicht zu erreichen oder nicht begehbar sind, da das Wasser in den überfluteten Regionen, wenn überhaupt, nur langsam zurückgeht. Übertragen auf den Straßenverkehr bedeutet dies: Ein Autobahnkreuz oder eine Bundes- oder Landstraße kann nicht mehr genutzt werden.

Dort, wo elektrische Anlagen nach gründlicher Inspektion den Befund „verschmutzt” erhalten, können sie nach Reinigung und Prüfung wieder zugeschaltet werden. Leichtere Schäden können repariert werden.

Wo aber Anlagen von Wassermassen und Treibgut zerstört wurden, muss neu aufgebaut werden. In diesen Fällen versucht Westnetz über einen zweiten Weg die Versorgung aufzubauen. Dies können Umschaltungen auf andere Leitungen sein, Notstromaggregate oder Provisorien. Damit werden Umleitungen eingerichtet.

Wenn eine Umspannanlage wieder in Betrieb geht, ist die Basis für die Stromversorgung gelegt. Jedoch bedeutet dies nicht sofort auch Strom für die einzelnen Haushalte, denn auch Leitungen und Kabel, die zu den Trafostationen und Kabelverteilerschränken führen und vor dort den Strom in die Haushalte transportieren, sind im Katastrophenfall oft beschädigt und müssen repariert oder ersetzt werden.

Weiterer Hintergrund Technik:

Ein Umspannwerk (auch Umspannanlage) ist Teil des elektrischen Versorgungsnetzes und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. Umspannwerke bestehen neben den Leistungstransformatoren immer aus Schaltanlagen, aufgebaut als Freiluftschaltanlage oder in gekapselter Form als gasisolierte Schaltanlage, sowie weiteren Einrichtungen zur Mess- und Regeltechnik. Anlagen ohne Transformatoren werden auch als Lastverteilerwerk (Lastverteiler oder Schaltwerk) bezeichnet.

In einer Transformatorenstation, auch Netzstation, Ortsnetzstation oder kurz Trafostation genannt, wird die elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz mit einer elektrischen Spannung von 10 kV auf die in Niederspannungsnetzen (Ortsnetzen) verwendeten 400/230 V zur allgemeinen Versorgung transformiert (umgewandelt).

Die erzeugte Elektrizität, z. B. aus Kraftwerken, kommt mit 110.000 Volt Hochspannung in einer Umspannanlage an. Die dort vorhandenen Transformatoren sorgen dafür, dass die Spannung auf 10.000 Volt in sogenannte Mittelspannung „umgespannt” wird. In den Trafostationen wird der Energiefluss dann wiederum in Niederspannung transformiert, denn auf dieser Spannungsebene ist Strom für unsere Haushalte direkt nutzbar. Dann erfolgt im Niederspannungsnetz schließlich die entscheidende Feinverteilung der Elektrizität – und zwar von den Trafostationen über die Kabelverteilerschränke (KVS) hin zu den einzelnen Hausanschlüssen. Die KVS sind Knotenpunkte für elektrische Kabel im Niederspannungsnetz. Über die KVS und die darin enthaltenen Kabel-Sicherungen werden die jeweiligen Stromkabel-Strecken und die daran angeschlossenen Hausanschlüsse abgesichert. Bei einem Störungsfall an einem Kabel lösen die Sicherungen der Kabelstrecke direkt im KVS aus, so dass möglichst wenige Hausanschlüsse oder Kunden von der Störung betroffen sind.

 


Mein Haus steht unter Wasser – was tun?

Essen. Eine Anleitung der Caritas, um sichere und gesunde Wohnbedingungen wiederherzustellen

Ein Albtraum: Das Haus steht unter Wasser. Wichtig ist jetzt, einen klaren Kopf zu behalten und Schritt für Schritt vorzugehen. Die Caritas hat dazu einige Tipps.

Europäische Caritas-Organisationen haben für die Opfer von Flutkatastrophen eine Broschüre mit nützlichen Informationen herausgegeben. Das Wasser aus dem Keller abpumpen – aber nicht zu schnell, damit bestehender Wasserdruck von außen nicht das Mauerwerk beschädigt. Anschließend muss gründlich desinfiziert werden, und zwar am besten mit Natriumhypochlorid. Durchnässte Polster, Kissen und Matratzen muss man entsorgen, Teppiche dagegen können gerettet werden. Die Räume trocknen lassen, Schimmel entfernen, Bauschäden reparieren – „haben Sie Geduld!“, ist ein wichtiger Rat. Verantwortlich für die Broschüre ist der Deutsche Caritasverband.

Broschüre der Caritas: „Mein Haus steht unter Wasser“

 


Aktuelle Lage, Spenden- und Hilfsangebote in Düsseldorf und Kreis Mettmann (wird aktualisiert):

Info-Point in der KGS Unter den Eichen: Stadt bündelt Kompetenzen für betroffene Menschen

Düsseldorf. Direkte Ansprechpartner vor Ort/Info-Point steht auch am Wochenende von 9 bis 22 Uhr bereit – Angebot gilt stadtweit für Menschen, die von Hochwasserschäden betroffen sind und dringend Hilfe benötigen

Die Stadt hat in der Katholischen Gemeinschaftsgrundschule Unter den Eichen 26 einen Info-Point speziell für die von Hochwasserschäden betroffenen Menschen eingerichtet. Der Info-Point ist mit Mitarbeitenden der städtischen Fachämter besetzt: Umweltamt, Amt für Soziales, Jugendamt, Amt für Migration und Integration, Bauaufsichtsamt, Ordnungs- und Servicedienst (OSD), Feuerwehr und Bezirksvertretung. Stadtwerke, Netzgesellschaft, AWISTA und Polizei sind ebenfalls vor Ort. Das Angebot im Info-Point gilt stadtweit für Menschen, die von Hochwasserschäden betroffen sind und dringend Hilfe benötigen.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: “Ich freue mich, dass der Info-Point in der Katholischen Gemeinschaftsgrundschule Unter den Eichen so schnell den Betrieb aufnehmen konnte. Hier haben wir alle nötigen Kompetenzen gebündelt, um den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern mit direkten Ansprechpersonen aus unterschiedlichsten Bereichen unkompliziert und auf dem direktem Weg helfen zu können. Dieses Angebot steht den Bürgerinnen und Bürgern auch am Wochenende umfassend zur Verfügung.”

Die Mitarbeitenden des Info-Points werden in den kommenden Tagen Fragen unter anderem zur Rückkehr in die eigene Wohnung, Unterbringung, Sicherheit etc. direkt vor Ort beantworten. Zudem können auch Kontakte hergestellt werden, mit denen Fragen umgehend geklärt werden können. Der Info-Point ist täglich – auch an diesem Wochenende – von 9 bis 22 Uhr geöffnet.

Versorgungs-Hotline und Kontakt-Mail
Dank des Engagements von Freiwilligen werden an diesem Wochenende seitens der Feuerwehr keine Personen zum Abfüllen von Sandsäcken mehr benötigt. Die Versorgungs-Hotline 0211-8998999 des Amtes für Soziales ist an diesem Wochenende von 9 bis 18 Uhr besetzt und koordiniert Anrufe. Anrufer*innen, die Sachspenden tätigen wollen, anderweitige Hilfe anbieten oder auch Unterstützung benötigen, können sich zudem per Mail an folgende Adresse wenden: hilfsangeboteehrenamt@duesseldorf.de

AWISTA: Servicetelefon für zusätzliche Abfuhr
Die AWISTA nimmt für die durch den Starkregen betroffenen Haushalte über das Servicecenter (Telefon 83099099) Sperrmüllaufträge entgegen. In einer ersten Aktion erfolgt die Abfuhr am Samstag, 17. Juli, ab 8 Uhr. Mitgenommen wird nur Sperrmüll und Elektrogeräte. Nicht mitgenommen werden Farbeimer, andere Schadstoffe und Bauabfälle. Nach weiterem Fortschritt der Aufräumaktionen wird die AWISTA weitere Touren im Stadtgebiet in den kommenden Tagen gegen Auftrag durchführen. Eine Anmeldung erfolgt auch hier telefonisch über das Servicecenter. Bei den weiteren Dienstleistungen in der Abfallentsorgung gibt es keine Einschränkungen.

Feuerwehr hat 1.500 Einsätze abgearbeitet
Die Feuerwehr ist weiterhin rund um die Uhr im Einsatz und hat unterdessen stadtweit rund 1.500 Hochwasser-Einsätze abgearbeitet, weitere 150 laufen derzeit (Stand 16 Uhr). Knapp 300 Rettungskräfte sind derzeit im Einsatz.

Hochwasserlage im Stadtgebiet
Laut Stadtentwässerungsbetrieb und Umweltamt entspannt sich die Hochwasserlage allmählich im Stadtgebiet. Der Stadtentwässerungsbetrieb lässt derzeit die entstandenen Hochwasserschäden sichten, um an seinen Anlagen im Schadensfall umgehend Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen.

Trinkwasser muss nicht abgekocht werden
In Düsseldorf muss das Trinkwasser nicht abgekocht werden. Jedoch empfehlen die Stadtwerke den vom Hochwasser betroffenen Haushalten: Wenn ein Keller oder ein anderer Raum aufgrund des Hochwassers überflutet ist und dementsprechend auch die Armaturen in diesem Raum, dann wird empfohlen, diese Armaturen zu säubern und das Wasser aus dem Hahn solange ablaufen zu lassen, bis es wieder kühl aus der Leitung kommt.

Der Eingang zum Info-Point in der Turnhalle der KGS Unter den Eichen, in der von Hochwasser betroffene Bürgerinnen und Bürger ihre Ansprechpartner finden (Foto: © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert)

Malteser können in dieser Lage auf ihre ehrenamtlichen Katastrophenschützer zählen 

Düsseldorf. Auch die Düsseldorfer Malteser setzten sich gemeinsam mit der Feuerwehr sowie den anderen Hilfsorganisationen in den vergangenen Tagen durchschnittlich 12 Stunden mit ihren Einsatzkräften im Zuge der Unwetterkatstrophe überall dort ein, wo schnelle Hilfe benötigt wurde. In erster Linie war hierbei Einsatzlogistik gefordert. So engagierten sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer des Katastrophenschutzes der Malteser (#EngagiertFürNRW ) gerade in den besonders von Hochwasser betroffenen Bereichen, Gerresheim und Grafenberg. Im Zuge der Evakuierung von 350 Häusern aufgrund drohender Überschwemmung, nahmen die Malteser bereits am Mittwoch Betreuungsstellen mit Platz für mindestens 250 Personen in Betrieb. Dort wurden nicht nur Betten aufgebaut, sondern auch  tatkräftig beim Kochen unterstützt, um die Verpflegung sicherzustellen „Wenngleich aufgrund der gesunden Familienstrukturen in diesem Stadtteil auch verhältnismäßig wenig betroffene Bürger das Angebot in Anspruch nahmen, sondern eher Unterschlupf bei Verwandten, Freunden und Nachbarn fanden, konnten wir dennoch die Betreuung für viele Kollegen des Technischen Hilfswerks (THW) sowie zahlreichen Helfern der externen Feuerwehren sicherstellen“, heißt es von Seiten der Malteser-Einsatzdiensteleitung. Die Hilfsorganisation hatte darüber hinaus auch einen Rettungswagen (RTW) sowie einen Krankentransportwagen (KTW) an die Kollegen in der Eifel verliehen, nachdem die Situation sich im Bereich Ahrweiler noch wesentlich dramatischer dargestellt hatte. Ebenso in Benrath leisteten die Malteser gemeinsam mit ASB, DRK und JHU Unterstützung und richteten in einer Schule eine Unterkunft mit 100 Betten für die Helfer des THW Emsland ein. Auch am Freitag beteiligen sich die Malteser am Einsatzgeschehen. Am eigens eingerichteten Info-Point der Stadt Düsseldorf, im Bereich der Ostpark-Siedlung, stellten die Malteser von mittags bis abends einen KTW bereit.

Durch regelmäßige Übungen sind die ehrenamtlichen Katastrophenschützer der Malteser gut auf Einsätze vorbereitet (Foto MHD/ Uerlings)

Weitere Ampelausfälle infolge des Starkregens

Düsseldorf. Wegen der extrem starken Regenfälle am Mittwoch, 14. Juli, sind mehrere Ampelanlagen im Düsseldorfer Stadtgebiet ausgefallen. Das Amt für Verkehrsmanagement bittet alle Verkehrsteilnehmer an den ausgefallenen Ampelanlagen um erhöhte Aufmerksamkeit. Autofahrer sollten dort besondere Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer nehmen.

Weitere Ampeln sind infolge des Hochwassers irreparabel ausgefallen. Neben den Anlagen an den Kreuzungen am Worringer Platz und an der Henkelstraße/Furtherstraße/Altenbrückstraße sind aktuell zusätzlich die Anlagen an Hellweg/Flinger Broich sowie an der Dreherstraße/Diepenstraße/Bertastraße/Hallesche Straße betroffen. Die Instandsetzung dieser Anlagen kann laut dem Amt für Verkehrsmanagement zwei bis vier Wochen dauern, da umfangreiche Abstimmungen und Klärungen zu Kabelarbeiten sowie zur Verfügbarkeit neuer Steuergeräte notwendig sind.

Das Amt für Verkehrsmanagement weist darauf hin, dass sich die Anzahl der beschädigten Ampelanlagen noch erhöhen kann, da aktuell noch einige Anlagen durch Netzabschaltung der Stadtwerke abgeschaltet sind. Erst wenn wieder Strom fließt, können die Fachleute das genaue Ausmaß der Schäden ermitteln.

 

Fortlaufende Einsatzarbeiten in Erkrath – Aufräumarbeiten und neue Informationsseite

Erkrath. Nach wie vor laufen in Erkrath Tag und Nacht umfangreiche Arbeiten der Feuerwehr: Die Einsatzkräfte sind weiterhin mit Räumungs- und Abpumparbeiten beschäftigt und arbeiten kontinuierlich die noch offenen Einsätze ab. Sobald ein Bereich von der Feuerwehr freigegeben wurde, überprüfen die Stadtwerke die Stromzuleitungen zu den Gebäuden und schalten, wo möglich, auch den Strom wieder zu. Je nach Schadenslage kann es aufgrund der Reparaturarbeiten weiterhin punktuell oder auch in längeren Abschnitten noch zu Stromabschaltungen kommen.

Weitere Maßnahmen in Erkrath

Wo die Abpumparbeiten abgeschlossen sind, wird zudem der städtische Bauhof hinzugezogen, um in den kommenden Tagen mithilfe externer Fachkräfte die Reinigungsarbeiten der öffentlichen Flächen zu organisieren. Dabei wird nach der Wichtigkeit für den öffentlichen Verkehr und nach Schwere der Verschmutzung priorisiert. Aufgrund der außergewöhnlichen Beanspruchung in bestimmten Bereichen kann es im regulären Reinigungsbetrieb im weiteren Stadtgebiet zu Verzögerungen kommen, der städtische Bauhof bittet um Verständnis.

In der Düssel haben sich an einigen Stellen viel Unrat sowie Pflanzen und Bäume gesammelt. Hier arbeitet das THW teilweise mit schwerem Gerät daran, die Engpässe freizulegen.

Für die Personen aus der evakuierten städtischen Unterkunft an der Freiheitstraße zeichnet sich eine Lösung für eine weiterführende Unterbringung ab, solange das beschädigte Gebäude nicht genutzt werden kann. Dank interkommunaler Unterstützung wird voraussichtlich in der kommenden Woche eine andere Unterbringung möglich.

Der Wertstoffhof in Hochdahl wird in Absprache mit der städtischen Abfallberatung außerdem am Samstag, den 17.07.2021, seine Öffnungszeiten verlängern und öffnet von 08:00 bis 17:00 Uhr. Auf dem Hof werden zusätzliche Behälter und Kapazitäten bereitgestellt.

Neue Informationsseite und Bürgertelefon Hochwasser

Die Stadt hat für die Bürgerinnen und Bürger zudem die neue Seite www.erkrath.de/hochwasser eingerichtet, um Informationen zur aktuellen Lage zu bündeln. Hier finden sich die aktuellsten Pressemeldungen, Sperrungen und Termine im Stadtgebiet sowie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Hochwasser.

Fragen können zudem auch am neuen „Bürgertelefon Hochwasser“ unter der Nummer 0211 2407-6915 beim Abwasserbetrieb der Stadt Erkrath gestellt werden.

 

Absage Hauptmarkt am Samstag, den 17. Juli 2021

Hilden. Aufgrund der anhaltenden Arbeiten der Feuerwehr, im Bereich des Parkhauses Nove-Mesto-Platz, ist die Zufahrt der Marktbeschicker:innen nicht möglich. Daher wird der Hauptmarkt am Samstag, den 17. Juli  ersatzlos gestrichen und somit abgesagt.

 

Vorsicht vor Schäden auf landwirtschaftlichen Wegen

Mettmann. In Folge der starken Regenfälle der letzten Tage gibt es derzeit insbesondere auf landwirtschaftlichen Wegen im Außenbereich Mettmanns gehäuft Schadstellen. Nutzerinnen und Nutzer sollten diese Wege mit besonderer Vorsicht befahren!

Der städtische Baubetriebshof ist bemüht, die Schäden so schnell wie möglich zu beseitigen. Die Stadtverwaltung bitte um Verständnis.

Mettmanner Trinkwasser ist in Ordnung

Mettmann. Das Kreisgesundheitsamt weist darauf hin, dass wegen des Hochwassers das Trinkwasser in den Städten Wülfrath, Velbert, Heiligenhaus und Ratingen, das von den Wasserwerken Mülheim-Styrum kommt, verunreinigt sein könnte. Deshalb wird empfohlen, das Wasser nur abgekocht zu verwenden.

Diese Nachricht hat die Bürgerinnen und Bürger im Ortsteil Obschwarzbach aufgeschreckt. Doch es gibt Entwarnung! Wie Mettmann wird auch der Stadtteil Obschwarzbach von den Düsseldorfer Stadtwerken mit Trinkwasser versorgt. Auf Nachfrage bei den Stadtwerken wurde der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass für das Düsseldorfer Trinkwasser keine Verunreinigungen festgestellt wurden.

Siehe für Mülheim an der Ruhr sowie jeweils für Teile von Oberhausen, Bottrop, Ratingen, Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath auch den Artikel Hochwasserlage: Trinkwasser wird gechlort – Abkochgebot!

Symbolbild

 

Mettmanner Naturfreibad öffnet Samstag wieder

Das Naturfreibad in Mettmann öffnet ab Samstag, 17. Juli, wieder. Nach den starken Regenfällen der letzten Tage musste die Stadtverwaltung den Stadtwald komplett sperren, weil viele Weg durch die Wassermassen beschädigt, Bäume umgestürzt oder in eine gefährliche Schieflage im aufgeweichten Boden geraten waren.

Der Stadtwald bleibt auch weiterhin für Fußgänger gesperrt, allerdings wird der Weg vom Parkplatz des Naturfreibades an der Toni-Turek-Allee zum Naturfreibad für Badegäste wieder freigegeben. Darüber hinaus dürfen Rettungsfahrzeuge das Naturfreibad wieder über den Stadtwald anfahren. Für alle anderen Fahrzeuge bleibt die Straße zum Naturfreibad allerdings bis auf weiteres gesperrt.

(Archivfoto: Kreisstadt Mettmann)

 

Nach dem Unwetter: Aufräumarbeiten werden fortgesetzt – Tiefgarage Froweinplatz ist bis auf weiteres geschlossen

Velbert. Der I. Beigeordnete der Stadt Velbert, Gerno Böll, war heute Morgen erneut in Velbert-Langenberg, um sich ein Bild von der Lage und den intensiven Aufräumarbeiten zu machen. „Feuerwehr, Technische Betriebe Velbert (TBV), Stadtwerke Velbert und Technisches Hilfswerk leisten eine hervorragende Arbeit und unterstützen die Bürgerschaft, wo sie können“, stellte Gerno Böll fest. Für die Unterstützungs- und Hilfsangebote dankt er der Bürgerschaft ausdrücklich. Alle aktuellen Informationen zum Unwetter in Velbert und den Folgen gibt es im Internet unter www.velbert.de/aktuelles/hochwasser und auf den städtischen Kanälen verschiedener sozialer Medien.

Insbesondere die weiterhin gesperrte Fellerstraße, die mit Schlamm verunreinigten Flächen in Langenberg und die anwachsenden Sperrmüllberge erinnern an die Folgen des Unwetters. Die TBV weisen hierzu darauf hin, dass Sperrmüll und Elektrogeräte getrennt voneinander an die Straße gestellt werden können. Am kommenden Wochenende (Samstag, 17. und Sonntag, 18. Juli) werden dann Müllfahrzeuge den Sperrmüll entsorgen. Aufgrund des Hochwassers und seiner Folgen ist die Tiefgarage Froweinplatz bis auf weiteres nicht nutzbar und wird verschlossen. Wie die Verkehrsgesellschaft Velbert (VGV) weiter mitteilt, wird eine Wiedereröffnung erst nach einer Sachschadensschätzung sowie sich daraus ableitenden notwendigen Reparatur- und Sanierungsarbeiten möglich sein.

Zu aktuellen Fragen der Strom- und Wasserversorgung in Velbert sollten regelmäßig die Informationskanäle der Stadtwerke Velbert (Strom und Wasser, www.stadtwerke-velbert.de) beziehungsweise der Gelsenwasser AG (www.gelsenwasser.de) genutzt werden.

Unterbrechung der Stromversorgung in Langenberg und Neviges (Stand: 10 Uhr)

Neviges:

In Neviges steht die Stromversorgung seit gestern Nachmittag wieder vollständig zur Verfügung.

Langenberg:

Nierenhof/Bonsfeld: Nach der Prüfung unserer Fachleute können wir die Stromversorgung in Nierenhof und Bonsfeld zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht wiederherstellen. Grund dafür ist der noch immer zu hohe Wasserstand.

Altstadt Langenberg: Die Lage ist hier weiterhin unverändert, vor der Wiederversorgung müssen zunächst die Keller leer gepumpt werden.

Starkregen trifft auch Velbert – Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Große Regenmassen haben am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag auch in Velbert für große Schäden gesorgt. Besonders stark betroffen ist der Stadtbezirk Velbert-Langenberg. Doch auch in –Neviges und in geringerem Maße in –Mitte sind die Folgen des Starkregenereignisses sichtbar. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Im gesamten Stadtgebiet stehen noch zahlreiche Keller unter Wasser. Feuerwehr und Stadtwerke Velbert warnen davor, diese zu betreten, da die Gefahr eines Stromschlages nicht ausgeschlossen werden kann.

Der I. Beigeordnete Gerno Böll machte sich heute Morgen zusammen mit seinen Vorstandskollegen Jörg Ostermann und Christoph Peitz sowie Vertretern der Feuerwehr vor Ort ein Bild von der Lage und den entstandenen Schäden. Gerno Böll: „Solche Regenmassen mit diesen Auswirkungen habe ich in Velbert noch nicht erlebt. Die Kolleginnen und Kollegen von Feuerwehr, TBV und Stadtwerke Velbert sind mit vollem Einsatz dabei und dafür kann ich ihnen gar nicht genug danken.“

Zahlreiche Einsätze für die Feuerwehr

Die Feuerwehr Velbert ist weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger alleine in ganz Velbert mit 120 Kräften im Einsatz und sichtet kontinuierlich die Lage vor Ort, um die Notrufe zu priorisieren.

Schon am Mittwoch hatte sich die Feuerwehr auf die Regenmassen eingestellt und im weiteren Verlauf von der BKS Werkfeuerwehr sowie dem THW aus Essen Unterstützung erhalten. Im Laufe der Nacht konnten so 170 Einsätze bewältigt werden.

Gerno Böll wendet sich an die Velberterinnen und Velberter mit den Worten: „Die aktuelle Lage ist außergewöhnlich, aber ich versichere Ihnen, dass wir überall die notwendige Unterstützung geben werden.“ Bei bis zu 900 Anrufen pro Stunde bei der Kreisleitstelle sei eine Priorisierung jedoch unumgänglich. Bürgermeister Dirk Lukrafka sei im ständigen Austausch mit ihm, um sich über die aktuelle Lage zu informieren und das weitere Vorgehen abzustimmen. Zudem beabsichtigt der Bürgermeister seinen Urlaub vorzeitig zu beenden.

Sperrungen

Wie die Kreispolizei Mettmann mitteilt, sind aktuell die Uferstraße und die Fellerstraße gesperrt. Außerdem ist die Langenberger Altstadt weiterhin nur in Teilen passierbar. Nach den aktuellen Informationen können sowohl der RE 49 als auch die S 9 die Velberter Bahnhöfe nicht anfahren. Wer den öffentlichen Personennahverkehr nutzen möchte, sollte sich vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben informieren, ob die Fahrt durchgeführt wird.

Maßnahmen werden koordiniert

Neben der Feuerwehr sind auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Stadt Velbert, den TBV sowie der Stadtwerke Velbert derzeit damit befasst, die stadtweit entstandenen Schäden zu begutachten und wo nötig zu beheben. In enger Abstimmung werden sämtliche Maßnahmen koordiniert.

Wie die Stadtwerke Velbert mitteilen, steht aufgrund der Wetterereignisse die Stromversorgung in kleinen Teilen von Neviges und in der Langenberger Altstadt sowie in Nierenhof und Bonsfeld nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung. Die Stadtwerke arbeiten unter Hochdruck daran, die Stromversorgung wiederherzustellen. Dies werde jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da zur Wiederversorgung der Objekte weitere Maßnahmen, wie beispielsweise das Leerpumpen der mit Wasser vollgelaufenen Keller, notwendig seien. Die Stadtwerke Velbert werden zeitnah über den weiteren Verlauf informieren. In technischen Notfällen und in Fällen von Störungen stehen die Stadtwerke rund um die Uhr unter Telefon: 02051/988200 zur Verfügung.

Hotline wurde eingerichtet

Die TBV haben ihre Servicezeiten für die nächsten Tage ausgeweitet und sind auch am Wochenende von 7 bis 18 Uhr unter Telefon 02051/26-2626 erreichbar. Sie werden verstärkt die betroffenen Bereiche befahren, um unter anderem die Reinigung der Straßen und Gehwege sowie die Abfuhr der entstandenen Abfälle sicherzustellen.

Für Velberterinnen und Velberter, die darüber hinaus Unterstützung benötigen, hat die Stadtverwaltung kurzfristig eine Hotline unter der zentralen Rufnummer 02051/26-2211 eingerichtet, die montags bis donnerstags von jeweils 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr zu erreichen ist. Anfragen sind auch per E-Mail an hochwasser2021@velbert.de möglich.

Aktuelle Informationen werden zudem kontinuierlich auf www.velbert.de sowie den städtischen Kanälen in den sozialen Medien gepostet.

Abkochgebot für Trinkwasser

Die Wasserversorgung in Velbert Mitte und Velbert Neviges wurde aufgrund der Hochwasserlage auf das Wasserwerk in Mülheim-Styrum umgestellt (Siehe dazu).

Grundsätzlich wird Velbert Mitte und Velbert Neviges aus dem Wasserwerk Essen-Kettwig versorgt.

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