Hochwasser der Ruhr in Bochum Dahlhausen (Foto: Feuerwehr)

Leverkusen/Köln/Rhein-Erft-Kreis/Aachen. Nach den großen Schäden durch das Sturmtief Bernd in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz läuft vielerorts neben noch notwendigen Evakuierungen und den ersten Aufräumarbeiten auch die Welle der Hilfsbereitschaft an.


Innenministerium NRW: In Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe: Reul ordnet Trauerbeflaggung an Flaggen werden zum 16. Juli 2021 auf Halbmast gesetzt

NRW. Das Ministerium des Innern teilt mit:

Innenminister Herbert Reul hat für den Zeitraum von Freitag, 16. Juli 2021, bis einschließlich Montag, 19. Juli 2021, in Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe Trauerbeflaggung angeordnet. Die Anordnung gilt für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen.

 


Unwetter sorgt für Ausfälle im Stromnetz

Rhein-Ruhr.

  • Besonders betroffen sind Eifel, Rhein-Erft-Kreis, Kreis Euskirchen, linksrheinischer Rhein-Sieg-Kreis und Ahrtal
  • Westnetz arbeitet mit Hochdruck an der Wiederversorgung
  • Zerstörte und beschädigte Straßen erschweren die Zufahrt zu Anlagen

Die Wetterlage mit Starkregen und die daraus entstandenen Überflutungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgen weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung. Der Starkregen hatte in den vergangenen Tagen den Pegel von Flüssen extrem ansteigen und den Boden aufweichen lassen. In einigen Regionen kam es zu schweren Überflutungen und das Wasser steht dort immer noch zum Teil mit sehr hohen Pegeln. Betroffen sind davon auch Anlagen zur Stromversorgung des Westenergie-Verteilnetzbetreibers Westnetz. Dazu gehören Ortsnetzstationen und Umspannanlagen. Aus Sicherheitsgründen wurden und werden diese Anlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet, damit es nicht zu Stromschlägen kommt. Dies führt zu einer Unterbrechung der Stromversorgung. Wenn Umspannanlagen ausfallen, kann es zu großflächigen und länger andauernden Störungen kommen. Die Instandsetzung erfolgt dann systematisch.

Alle verfügbaren Kolleginnen und Kollegen der Westnetz sind seit Mittwoch im Einsatz und arbeiten mit Hochdruck an der Wiederversorgung. Die Umspannanlagen, auf die Westnetz wieder Zugriff hat, werden geprüft, gereinigt und – wenn möglich – wieder in Betrieb genommen. Einige Anlagen standen für mehrere Stunden unter Wasser. Aus Sicherheitsgründen ist eine genaue Prüfung der Anlagen vor ihrer Wiedereinschaltung notwendig. Westnetz betreibt in ihrem gesamten Versorgungsgebiet ca. 1.000 Umspannanlagen. Von den Überschwemmungen direkt betroffen sind derzeit ca. 10. Einzelne sind noch schwer erreichbar, in anderen steht immer noch das Wasser.

Bei größeren Schäden an Umspannanlagen wird daran gearbeitet, die Stromversorgung so schnell wie möglich über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wiederherzustellen. Westnetz prüft, wo Notstromaggregate gebraucht werden und eingesetzt werden können. Auch Schwestergesellschaften aus dem E.ON-Konzern haben ihre Hilfe angeboten. Notstromaggregate sind aus nicht von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Regionen Deutschlands sind bereits im Einsatz oder unterwegs nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Durch Wiedereinschaltung von Anlagen, Umleitungen und Notstromaggregate konnten bereits viele Haushalte wiederversorgt werden. In der Spitze lag die Zahl der nicht versorgten Einwohner in der Region der Westnetz bei 200.000. Derzeit sind 102.000 Menschen ohne Strom.

Bei allen Arbeiten ist Westnetz aber auch von der Infrastruktur vor Ort abhängig. Einige Anlagen sind aufgrund zerstörter oder beschädigter Straßen derzeit nicht zu erreichen. An anderen Stellen müssen kilometerlange Umwege gefahren werden. Westnetz setzt zudem Helikopter und Drohnen ein, um die Leitungen und Anlagen aus der Luft zu prüfen und einen Überblick zu erhalten. Eine weitere Herausforderung: An einigen wenigen Stellen drohen Dämme und Sperren zu brechen und dadurch weitere Überflutungen zu verursachen. Auch darauf bereitet sich Westnetz vor. So werden gefährdete Anlagen identifiziert und zusätzlich geschützt.

Bei allen Arbeiten gilt vor Ort: Der Schutz der Kolleginnen und Kollegen und der Menschen in den Regionen hat oberste Priorität.

Hintergrund:

Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundestraßen, Landstraßen. In der Stromverteilung entsprechen diese Straßen dem Hochspannungsnetz (110 kV), der Mittelspannung (10 kV) und der Niederspannung (400 V). Städte und größere Orte sind direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen, ebenso große, energieintensive Industrieunternehmen. Kleinere Orte werden in der Regel über das Mittelspannungsnetz versorgt, einzelne Haushalte über die Niederspannungsnetze.

Zentrale Knotenpunkte im Stromnetz, vergleichbar mit Autobahnkreuzen, sind Umspannanlagen. Hier wird die Spannung für die weitere Verteilung in die einzelnen Orte heruntertransformiert. Von den Umspannanalagen geht es weiter in die Trafostationen bzw. die Ortnetzstationen, wo der Energiefluss wiederum in Niederspannung transformiert wird und für unsere Haushalte direkt nutzbar ist. Dies erfolgt von den Trafostationen aus über die Kabelverteilerschränke hin zu den einzelnen Hausanschlüssen.

Wenn Straßen stark beschädigt sind, sind sie nicht mehr befahrbar und müssen repariert werden. Sind sie versperrt durch Geröll, muss geräumt werden. Und bei Verschmutzung müssen sie gereinigt werden. Hiermit vergleichbar ist derzeit die Situation in der Stromversorgung in den Katastrophengebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die größte Herausforderung und Hauptursache für großflächige Versorgungsstörungen sind verschmutzte, beschädigte oder gar zerstörte Umspannanlagen. Dazu kommt, dass nach wie vor Anlagen im Mittel- und Niederspannungsnetz nicht zu erreichen oder nicht begehbar sind, da das Wasser in den überfluteten Regionen, wenn überhaupt, nur langsam zurückgeht. Übertragen auf den Straßenverkehr bedeutet dies: Ein Autobahnkreuz oder eine Bundes- oder Landstraße kann nicht mehr genutzt werden.

Dort, wo elektrische Anlagen nach gründlicher Inspektion den Befund „verschmutzt” erhalten, können sie nach Reinigung und Prüfung wieder zugeschaltet werden. Leichtere Schäden können repariert werden.

Wo aber Anlagen von Wassermassen und Treibgut zerstört wurden, muss neu aufgebaut werden. In diesen Fällen versucht Westnetz über einen zweiten Weg die Versorgung aufzubauen. Dies können Umschaltungen auf andere Leitungen sein, Notstromaggregate oder Provisorien. Damit werden Umleitungen eingerichtet.

Wenn eine Umspannanlage wieder in Betrieb geht, ist die Basis für die Stromversorgung gelegt. Jedoch bedeutet dies nicht sofort auch Strom für die einzelnen Haushalte, denn auch Leitungen und Kabel, die zu den Trafostationen und Kabelverteilerschränken führen und vor dort den Strom in die Haushalte transportieren, sind im Katastrophenfall oft beschädigt und müssen repariert oder ersetzt werden.

Weiterer Hintergrund Technik:

Ein Umspannwerk (auch Umspannanlage) ist Teil des elektrischen Versorgungsnetzes und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. Umspannwerke bestehen neben den Leistungstransformatoren immer aus Schaltanlagen, aufgebaut als Freiluftschaltanlage oder in gekapselter Form als gasisolierte Schaltanlage, sowie weiteren Einrichtungen zur Mess- und Regeltechnik. Anlagen ohne Transformatoren werden auch als Lastverteilerwerk (Lastverteiler oder Schaltwerk) bezeichnet.

In einer Transformatorenstation, auch Netzstation, Ortsnetzstation oder kurz Trafostation genannt, wird die elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz mit einer elektrischen Spannung von 10 kV auf die in Niederspannungsnetzen (Ortsnetzen) verwendeten 400/230 V zur allgemeinen Versorgung transformiert (umgewandelt).

Die erzeugte Elektrizität, z. B. aus Kraftwerken, kommt mit 110.000 Volt Hochspannung in einer Umspannanlage an. Die dort vorhandenen Transformatoren sorgen dafür, dass die Spannung auf 10.000 Volt in sogenannte Mittelspannung „umgespannt” wird. In den Trafostationen wird der Energiefluss dann wiederum in Niederspannung transformiert, denn auf dieser Spannungsebene ist Strom für unsere Haushalte direkt nutzbar. Dann erfolgt im Niederspannungsnetz schließlich die entscheidende Feinverteilung der Elektrizität – und zwar von den Trafostationen über die Kabelverteilerschränke (KVS) hin zu den einzelnen Hausanschlüssen. Die KVS sind Knotenpunkte für elektrische Kabel im Niederspannungsnetz. Über die KVS und die darin enthaltenen Kabel-Sicherungen werden die jeweiligen Stromkabel-Strecken und die daran angeschlossenen Hausanschlüsse abgesichert. Bei einem Störungsfall an einem Kabel lösen die Sicherungen der Kabelstrecke direkt im KVS aus, so dass möglichst wenige Hausanschlüsse oder Kunden von der Störung betroffen sind.

 


Mein Haus steht unter Wasser – was tun?

Essen. Eine Anleitung der Caritas, um sichere und gesunde Wohnbedingungen wiederherzustellen

Ein Albtraum: Das Haus steht unter Wasser. Wichtig ist jetzt, einen klaren Kopf zu behalten und Schritt für Schritt vorzugehen. Die Caritas hat dazu einige Tipps.

Europäische Caritas-Organisationen haben für die Opfer von Flutkatastrophen eine Broschüre mit nützlichen Informationen herausgegeben. Das Wasser aus dem Keller abpumpen – aber nicht zu schnell, damit bestehender Wasserdruck von außen nicht das Mauerwerk beschädigt. Anschließend muss gründlich desinfiziert werden, und zwar am besten mit Natriumhypochlorid. Durchnässte Polster, Kissen und Matratzen muss man entsorgen, Teppiche dagegen können gerettet werden. Die Räume trocknen lassen, Schimmel entfernen, Bauschäden reparieren – „haben Sie Geduld!“, ist ein wichtiger Rat. Verantwortlich für die Broschüre ist der Deutsche Caritasverband.

Broschüre der Caritas: „Mein Haus steht unter Wasser“

 


Aktuelle Lage, Spenden- und Hilfsangebote in Leverkusen, Köln, Rhein-Erft-Kreis und Aachen (wird aktualisiert):

Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes ist am Sonntag 18. Juli von 10.00 bis 13.00 Uhr geöffnet

Leverkusen. Die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes im Katastrophenschutzzentrum in der Hitdorfer Str. 61 ist am Sonntag, 18.07.2021, von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet. Dort können Kleiderspenden, Bettwäsche oder Kleinere Haushaltswaren (wie Wasserkocher) abgegeben werden bzw. können sich die vom Hochwasser Betroffenen dort neu einkleiden.

Spenden- und Hilfsangebote für Hochwassergeschädigte

Diejenigen, die durch das Hochwasser betroffen sind und Unterstützung oder Spenden benötigen, und diejenigen, die Hilfe anbieten möchten, können sich mit ihren Anliegen bzw. Angeboten an die Stadt Leverkusen wenden. Dies kann entweder per E-Mail an ehrenamt@stadt.leverkusen.de erfolgen oder telefonisch an die neue Hotline des Bürgertelefons unter 0214 – 406 3333. Die Hotline ist ab sofort bis zunächst Freitag, 23.07.2021, jeweils von 8.00 bis 18.00 Uhr erreichbar.

Sowohl bei Hilfegesuchen als auch bei Hilfeangeboten sollte angegeben werden, was genau benötigt bzw. angeboten wird – also beispielsweise Unterstützung beim Aufräumen und Säubern, Kleider- oder Möbelspenden oder Ähnliches. Sobald Gesuche und Angebote zusammenpassen, wird die Stadt Leverkusen die entsprechenden Kontakte vermitteln.

Diejenigen, die Hilfe benötigen, können sich auch persönlich an den städtischen Mitarbeiter / die städtische Mitarbeiterin in der Anlaufstelle im Landrat-Lucas-Gymnasium wenden. Hier können alle Fragen und Anliegen, die sich aus den Hochwasserschäden ergeben, gebündelt gestellt werden – beispielsweise, wenn neue Papiere benötigt werden.

Für diejenigen, die den Hochwasseropfern durch Geldspenden helfen möchten, hat die Bürgerstiftung zudem ein Spendenkonto eingerichtet.

IBAN: DE40 3755 1440 0100 1262 26
Verwendungszweck: Leverkusen hilft

„Die Solidarität der Leverkusenerinnen und Leverkusener ist immens“, so Oberbürgermeister Uwe Richrath. „Auf allen Kanälen erreichen uns zahlreiche Angebote zur Unterstützung derer, die schwer vom Unwetter getroffen wurden. Diese überwältigende Hilfsbereitschaft möchten wir durch die kurzfristig eingerichteten Angebote kanalisieren. Allen, die durch Körperkraft, Sach- oder Geldspenden helfen, meinen herzlichen Dank.“

Bürgertelefon zum Hochwasser: Neue Telefonnummer

Das Bürgertelefon zum Hochwasser wird zur Bürgerhotline. Diese Hotline ist ab sofort (zunächst bis zum 23.07.2021) täglich – auch am Wochenende – von 8.00 bis 18.00 Uhr unter 0214 – 406 3333 zu erreichen. Der Vorteil ist, dass diese Hotline gleichzeitig auf mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeleitet werden kann, anders als die bislang kommunizierten drei Telefonnummern des Bürgertelefons. Es wird daher darum gebeten, ab sofort nur noch die Nummer 0214 – 406 3333 anzuwählen.

Trinkwasserversorgung gesichert

Es kursieren Gerüchte, das Trinkwasser sei gefährdet oder verunreinigt. Dies kann nicht bestätigt werden. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert, meldet die EVL.

Sperrmüll

Die AVEA fährt am Samstag, 17. Juli, von ca. 7.00 bis 15.30 Uhr mit drei bis vier Fahrzeugen in den am stärksten vom Hochwasser betroffenen Straßen in den Stadtteilen Opladen und Schlebusch. Anwohner dort können ihren Sperrmüll an die Straße stellen. Zusätzlich wird auch Restmüll abgeholt. Restmüll kann, sofern keine grauen Tonnen mehr vorhanden sind, in haushaltsüblichen blauen oder grauen Müllsäcken (max. 70 Liter und verschnürt) an der Straße abgestellt werden. Bitte darauf achten, dass diese nicht zu schwer gefüllt werden.

In der Anlaufstelle im Landrat-Lucas-Gymnasium können ab Samstag kostenlos Müllsäcke abgeholt werden.

Zusätzlich kann im Wertstoffzentrum Fixheide heute noch bis 20.00 Uhr und zusätzlich am morgigen Samstag von 8.00 bis 12.00 Uhr und dann wieder in der nächsten Woche von Montag bis Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr Sperrmüll oder Restmüll abgegeben werden. Die AVEA richtet als weitere Anlaufstelle für die Abgabe von Sperrmüll und Restmüll eine Möglichkeit am Müllheizkraftwerk Im Eisholz 12 in Küppersteg ein. Sperrmüll/Restmüll kann dort heute bereits von 17.00 bis 19.00 Uhr, am Samstag von 9.00 bis 18.00 Uhr und in der nächsten Woche von Montag bis Freitag von 15.00 bis 20.00 Uhr abgegeben werden.

Betreiber großer Wohnanlagen oder Seniorenheime etc. können sich direkt an die AVEA für die Bestellung von Containern zur Entsorgung von Restmüll/Sperrmüll wenden: Abfalltelefon: 0214-8668 668 (von 8.00 bis 17.00 Uhr).

Auf die für private Containerdienste üblicherweise notwendige Containerstellplatz-Genehmigung wird aufgrund der Lage verzichtet. Die AVEA prüft derzeit die Möglichkeit eines zentralen Containerstellplatzangebotes in den betroffenen Stadtteilen.

Anlaufstelle am Landrat-Lucas-Gymnasium ab 13.00 Uhr geöffnet

Für Menschen, die aufgrund der Hochwassersituation nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurückkönnen wird die von den Maltesern betreute Anlaufstelle am Landrat-Lucas-Gymnasium in Opladen als Notschlafstelle ab 13.00 Uhr wieder geöffnet. Die Anlaufstelle bietet Verpflegung, Ansprechpartner stehen vor Ort zur Verfügung. Dort können auch Handys etc. geladen werden. In den beiden Sporthallen an der Peter-Neuenheuser-Straße stehen Duschmöglichkeiten zur Verfügung. Dort kann auch übernachtet werden, dazu stehen Feldbetten bereit.

Schadensaufnahme und Aufräumarbeiten starten – Schäden an Straßen und Brückenbauwerken

Der Krisenstab ist am frühen Morgen wieder zusammengekommen. Im Fokus stehen nun die Schadensaufnahme und die Koordinierung der Aufräumarbeiten sowie die Unterstützung der vom Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

In der Stadt sind immer noch größere Bereiche ohne Stromversorgung. Betroffen sind rund 1.200 Haushalte, besonders in Opladen und Schlebusch. Das Ziel ist jetzt, diese Haushalte schnellstmöglich wieder zu versorgen. Dazu fahren aktuell Feuerwehr und EVL die betroffenen Straßenzüge ab. Es werden vorrangig die Keller derjenigen Haushalte leergepumpt, die keinen Strom haben, um die Versorgung wiederherzustellen.

Zur Unterstützung werden heute Mittag die ersten 100 Einsatzkräfte der Bundeswehr in Leverkusen erwartet. Am Nachmittag werden weitere 100 Kräfte eintreffen.

Aufgrund des Hochwassers haben die Technischen Betriebe der Stadt Leverkusen bei ersten Sichtungen am Donnerstag an folgenden Bauwerken Schäden festgestellt:

  • Brücke Wietschermühle/Lucasweg über den Murbach: Der Lucasweg ist unmittelbar vor der Brücke durch die Wassermassen weggebrochen. Der Weg musste gesperrt werden. Schäden am Bauwerk können zurzeit noch nicht beurteilt werden.
  • Brücke Muhrgasse über den Murbach: Die Straße wurde in einem Teilbereich unterspült und musste in Höhe des Bauwerkes gesperrt werden.
  • Brücke Schwimmbad Talstraße über den Wiembach: Die Widerlager der Brücke wurden unterspült. Das Bauwerk musste gesperrt werden.
  • Durchlassbauwerk am Ölbach in Höhe des Parkplatzes an den Herta-Teichen: Der halbe Durchlass ist weggebrochen mit der Folge, dass die Straße abgesackt ist. Der betroffene Straßenabschnitt musste gesperrt werden.
  • Durchlass Neukronenberger Straße/Ölbach: Die Straße ist unterspült, die Straße musste gesperrt werden.

Die TBL setzen die Aufnahme von möglichen Schäden fort. Schon jetzt ist absehbar, dass viele Bauwerke einer Sonderprüfung unterzogen werden müssen, sobald sich die Lage normalisiert hat.

Neben den genannten Schäden gibt es zahlreiche Absackungen in Gehwegen, die ebenfalls abgesperrt werden mussten.

Es wird um Verständnis für die getroffenen Maßnahmen gebeten und darauf hingewiesen, die Sperrungen zu beachten.

Keine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger in der Kurt-Rieß-Anlage Tannenbergstraße

Verschiedentlich wurde gemeldet, dass die TSV-Anlage Tannenbergstraße als Anlaufstelle für vom Hochwasser betroffene Bürgerinnen und Bürger eingerichtet wurde. Sowohl die TSV-Hallen als auch die Kurt-Rieß-Anlage steht jedoch ausschließlich für überörtliche Unterstützungskräfte von Feuerwehr und Bundeswehr zur Verfügung. Eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger wird in Kürze bekanntgegeben.

Die Stadt bedankt sich ganz herzlich bei allen, die die Unterkünfte so kurzfristig für die Unterstützungskräfte eingerichtet haben, besonders beim TSV und den  Helferinnen und Helfern der Nordkurve 12.

 

Spendenmöglichkeiten für Betroffene von Unwetterschäden – Stadt Köln informiert und gibt Auskunft zu Unterstützungsangeboten

Köln. Infolge des Starkregens, der insbesondere auch viele Ortschaften im Kölner Umland betrifft, melden sich inzwischen zahlreiche Kölner Bürger*innen, die gerne für die Betroffenen Geld- oder Sachspenden zur Verfügung stellen möchten. Die Stadt Köln informiert daher über die bisher bereits eingerichteten Spendenkonten und -angebote „Schäden durch Starkregen für Betroffene und Helfer*innen“:

Deutsches Rotes Kreuz
IBAN: DE63 3702 0500 0005 0233 07
BIC: BFSWDE33XXX
https://www.drk.de/spenden/privatperson-spenden/jetzt-spenden/

Deutsches Rotes Kreuz Köln, Sachspenden
DRK Kreisverband Köln e.V., Hauptgeschäftsstelle Oskar-Jäger-Str. 40, 50825 Köln
begehbarer Kleiderannahme-Container (Einfahrt neben der Autowaschanlage “Mr. Wash”)
Der Container ist durchgehend zugänglich.
persönliche Abgabe in der Kleiderkammer
montags – freitags, 11 bis 14:00 Uhr

Caritas international
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Stichwort: CY00897 Fluthilfe Deutschland

DLRG
Postbank, IBAN: DE87 2501 0030 0660 0003 05 oder
Volksbank in Schaumburg, IBAN: DE82 2559 1413 7309 0000 00
https://www.dlrg.de/spenden/online-spenden/

Malteser Hilfsdienst e.V.
IBAN: DE10 3706 0120 1201 2000 12
BIC: GENODED 1PA7
https://www.malteser.de/spenden-helfen/online-spenden.html?amount=50&fb_item_id=31171

Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe
KD Bank
IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20
Stichwort: Hochwasser-Hilfe
https://www.kd-onlinespende.de/projekt/spendenaufruf-unwetter-katastrophe/display/link.html

Stiftung THW
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE03 3705 0198 1900 4433 73
BIC: COLSDE33XXX
https://stiftung-thw.de/spenden/

DITIB Bundesverband
Konto: TÜRKISCH-ISLAMISCHE UNION
KT Bank Köln
IBAN: DE95 5023 4500 0141 4300 09
BIC: KTAGDEFFXXX
Verwendungszweck: Flutkatastrophe

„Stiftung für in Not geratene Einwohner der Stadt Köln“:

Einwohner*innen der Stadt Köln können nach Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Einzelfall, bei der eine Notlage besteht und zu deren Beseitigung weder nach sozialrechtlichen Bestimmungen noch nach anderen Sozialleistungsgesetzen eine Hilfsmöglichkeit gegeben ist, von der Stiftung finanziell unterstützt werden.

Für weitere Fragen zu Spendenmöglichkeiten hat die Stadt Köln eine Rufbereitschaft eingerichtet. Diese ist auch am kommenden Wochenende erreichbar. Unter Telefon 0221/221-25933 werden Auskünfte zu Spenden- und Unterstützungsangeboten gegeben und stetig aktualisiert. Weitere Informationen sind abrufbar unter: https://www.stadt-koeln.de/artikel/71273/index.html

100.000 Euro Soforthilfe für die Opfer der Unwetterkatastrophe im Erzbistum Köln – Nach den verheerenden Unwettern in zahlreichen Gemeinden werden erste Hilfsangebote bereitgestellt

Erzbistum Köln. Die verheerende Unwetterkatastrophe in Westdeutschland hat zahlreiche Gemeinden im Erzbistum Köln hart getroffen.

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat seinen Urlaub abgebrochen, um den Menschen vor Ort Trost zu spenden und sie zu unterstützen. „Besonders bete ich für diejenigen, die durch die Wassermassen ihr Leben verloren haben und spreche ihren Familien mein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl aus“, sagte Kardinal Woelki in einem ersten Statement. Er bedankte sich außerdem für den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehren, ehrenamtlich Engagierten und allen weiteren Helferinnen und Helfern. Das Erzbistum Köln stellt für die Opfer der Flutkatastrophe eine Soforthilfe von 100.000 Euro bereit. Damit sollen schnell konkrete Hilfen vor Ort ermöglicht werden.

Caritas-International hat außerdem ein zentrales Spendenkonto für die Betroffenen eingerichtet (https://www.caritas-international.de/). Einzelne Gemeinden haben dies auch schon dezentral für sich vor Ort getan. Notfallseelsorger sind vor Ort im Einsatz. Die Telefonseelsorge steht für Betroffene der Unwetterkatastrophe unter folgenden Nummern für Gespräche zur Verfügung: 0800 – 1110222 und 0800 – 1110111.

Viele Menschen haben durch die Katastrophe ihr Zuhause verloren und suchen jetzt nach Unterkünften. Dafür hat Kardinal Woelki kurzfristig 15 Zimmer im Kollegium Albertinum in Bonn zur Verfügung gestellt. Außerdem sollen die Tagungs- und Bildungshäuser des Erzbistums als Unterkünfte genutzt werden.

Das Erzbistum hat zum weiteren Vorgehen einen Koordinierungsstab eingerichtet, um die Situation in den Gemeinden zu erfassen und entsprechende Hilfen zu koordinieren.
Inwiefern auch kirchliche Gebäude und Gebäude in kirchlicher Trägerschaft Schaden genommen haben, wird derzeit noch erfasst.

Generalvikar Dr. Markus Hofmann und Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp haben sich bereits gestern ein Bild von der Situation in Altenberg gemacht. Dort stand die Markuskapelle, das älteste Gebäude in Altenberg (1225), zwischenzeitlich bis zu einer Höhe von 1,40 Metern unter Wasser.

Alle aktuellen Informationen finden Sie unter www.erzbistum-koeln.de

Spendenkonto der Caritas-International: https://www.caritas-international.de/spenden/online/fluten-deutschland?id=DEU2021Q2

Telefonseelsorge: 0800 – 1110222 und 0800 – 1110111

Generalvikar Dr. Markus Hofmann und Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp begutachten die Schäden in Altenberg, die das Unwetter verursacht hat (Foto: Erzbistum Köln / Schillings)

 

Ford hilft Flutopfern: Allradfahrzeuge und Transporter für Helfer und Rettungskräfte im Rhein-Erft-Kreis

Köln/Rhein-Erft-Kreis. Ford stellt eine Fahrzeugflotte für die Katastrophenhelfer in dem von der Unwetterkatastrophe besonders schwer getroffenen Rhein-Erft-Kreis zur Verfügung. Seit Donnerstagabend werden bei Ford in Köln allradgetriebene Ranger-Pick-ups* und verschiedene Transporter der Transit-Familie* für den Einsatz in Erftstadt und Umgebung vorbereitet. Seit Freitagnachmittag werden sie den Einsatzkräften übergeben und rollen in das Katastrophengebiet. Damit will Ford die Helfer, die sich für die Unwetteropfer der Region südwestlich von Köln einsetzen, schnell und unbürokratisch unterstützen.

“Das Leid und die Schäden dieser Katastrophe machen uns sehr betroffen, zumal auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ford Partner und deren Angehörige betroffen sind. Wir freuen uns, dass wir die Einsatzkräfte auf diesem Weg bei ihrer Arbeit unterstützen können”, sagt Hans Jörg Klein, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH und geschäftsführender Direktor Ford Deutschland, Ford Österreich und Ford Schweiz.

“Alle unsere Kräfte sind rund um die Uhr im Einsatz, um den betroffenen Menschen zu helfen. Die Fahrzeuge von Ford helfen uns beim Transport der Menschen und insbesondere die Infrastruktur in den gefährdeten Gebieten abzusichern”, erklärt Dirk Wolfrum, Einsatzleiter des Deutschen Roten Kreuzes DRK e. V.

Das Deutsche Rote Kreuz benötigt die Ford Transit und Transit Custom unter anderem, damit betroffene Familien darin ihr verbliebenes Hab und Gut trocken und sicher unterbringen können. Soweit möglich, sollen Flutopfer im Personentransporter Ford Tourneo Custom zu Notunterkünften oder zu Verwandten und Freunden gefahren werden.

Der Katastrophenschutz ist für die Bergung von Menschen und Tieren sowie für die Aufräumarbeiten in den schwer betroffenen Gebieten auf allradgetriebene Fahrzeuge angewiesen. Mit dem Ford Ranger können die Helfer auch überflutete oder zerstörte Straßen befahren.

Ford stellt den Einsatzkräften im Rhein-Erft-Kreis Einsatzfahrzeuge für die Katastrophenhilfe zur Verfügung (Foto: Ford-Werke GmbH)

Stadt Köln stellt kurzfristig Unterkünfte für Evakuierte bereit – Oberbürgermeisterin Reker sichert Erftstadt umgehende Unterstützung zu

Die Stadt Köln hat heute ein Hilfeersuchen der Bürgermeisterin von Erftstadt, Carolin Weitzel, erhalten. Aufgrund des Starkregens der vergangenen Tage und dem damit verbundenen Unwetter ist umgehende Hilfe für die besonders betroffenen Gebiete im Rhein-Erft-Kreis – insbesondere aufgrund der fortschreitenden Ereignisse in der Stadt Erftstadt – notwendig. Es mussten einige Bewohner*innen kurzfristig evakuiert werden.

Die Stadt Köln verfügt bereits über entsprechende Unterbringungskapazitäten für einen solchen Katastrophenfall. Bei einem Großschadensereignis – wie beispielsweise Hochwasser – können diese Unterbringungsplätze kurzfristig aktiviert werden.

Das Amt für Wohnungswesen ist für die Vorhaltung und Bereitstellung dieser Unterbringungsplätze verantwortlich. In enger Absprache mit dem städtischen Krisenstab wurde entschieden, dass zunächst ein Objekt in der Sinnersdorfer Straße in Roggendorf/Thenhoven und ein weiteres Objekt in der Geisbergstraße in Klettenberg hierfür genutzt werden. Sollten weitere Bewohner*innen in Erftstadt evakuiert werden müssen, so können diese auch noch in der Boltensterstraße in Riehl untergebracht werden. Insgesamt stehen bis zu 250 Plätze an allen drei genannten Standorten zur Verfügung.

Vor Ort werden die evakuierten Bewohner*innen aus Erftstadt vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) unmittelbar verpflegt.

„Es selbstverständlich, dass wir besonders betroffenen Bewohner*innen aus dem Nachbarkreis Rhein-Erft nach diesem Katastrophenfall auf schnellstem Wege helfen und sie unterstützen“, sagt Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

80 Evakuierte aus Erftstadt werden heute im Laufe des Tages nach Köln kommen.

 

Evakuierung kann noch nicht aufgehoben werden – Trinkwasserversorgung ist gesichert – Hotline für Hilfsangebote geschaltet

Bergheim. „Gerne hätten wir den von der Evakuierung betroffenen Menschen heute Nachmittag die gute Nachricht übermittelt, dass diese zurück in ihre Wohnhäuser können. Aber die Situation hier vor Ort hat sich noch nicht entschärft. Die Pegelstände der Erft sind nach der letzten Begutachtung zwar weiterhin unverändert, bei der Betrachtung der Lage spielt jedoch die Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen eine entscheidende Rolle. Und nach jetzigem Stand und der Begutachtung der Talsperre durch Fachleute und spezielle Gutachter kann hier noch keine Entwarnung gegeben werden. Sollte die Talsperre, wovon wir aktuell nicht ausgehen wollen, es aber in unsere Bewertung mit einbeziehen müssen, brechen, dann wäre auch Bergheim von den Folgen betroffen. Daher wird die Evakuierung in Bergheim – wie auch in Nachbarstädten – zunächst aufrecht gehalten. Sobald hierzu eine verantwortungvolle, verbindliche Einschätzung abgegeben werden kann, werden wir umgehend neu bewerten und im günstigen Fall die Evakuierung aufheben können.

Ob die Evakuierung aufgehoben wird, kann auf der städtischen Homepage, in den städtischen sozialen Medien und regionalen Medien sowie auch auf der NINA- App nachgeschaut werden.

Trinkwasser in Bergheim sauber und unbedenklich

Da aktuell in den unterschiedlichsten Medienkanälen das Gerücht aufkommt, das Trinkwasser in Bergheim sei verunreinigt, weil Fäkalbakterien durch einen hochwasserbedingten Rückstau in einem Klärwerk in das Wasser gelangen konnten, möchten wir die kurze Info geben: Auch die Frischwasserversorgung in Bergheim ist nicht beeinträchtigt. Das Trinkwasser kann bedenkenlos getrunken werden.

Zahlreiche Hilfsangebote für Bergheim

Die Kreisstadt Bergheim freut sich über zahlreiche Hilfsangebote. „Ich bin überwältigt von den vielen Hilfsangeboten aus der Bevölkerung, von Unternehmen und Organisationen, regional und überregional! Mein ganz herzliches Dankeschön geht an alle, die helfen und unterstützen wollen, das ist gelebte Solidarität in diesen angespannten und für viele Betroffene so schweren Stunden“, so Bürgermeister Volker Mießeler.

Aktuell wird vom Rhein-Erft-Kreis das Thema Hilfsangebote aufgegriffen und zeitnah über das weitere Vorgehen informieren. Bürgerinnen und Bürger, die sich bereits jetzt für Bergheim als mögliche Helferinnen und Helfer registrieren lassen möchten, können sich bei dem Bürgertelefon der Kreisstadt Bergheim unter Tel.: 02271-89 226 mit ihren Kontaktdaten melden. Im Bedarfsfall werden diese direkt kontaktiert. Für alle anderen Fragen und Anliegen zum Hochwasser in der Kreisstadt Bergheim steht weiterhin das Bürgertelefon unter Tel. 02271- 89 222 zur Verfügung. Denn die Sorge der Menschen ist derzeit groß. „Die Hochwassersituation in Bergheim beschäftigt uns alle seit Tagen und Nächten, viele Menschen sorgen sich, wie es weitergeht. Viele Menschen wollen sich auch ein eigenes Bild von der Lage vor Ort machen. Ich kann dieses Interesse an der Situation und die Sorgen der Menschen gut verstehen. Aber dass sich so genannte „Hochwassertouristen“ in Form von Menschentrauben an den Ufern der Erft versammeln, um sich das Geschehen anzusehen, das schockiert mich nicht nur, das macht mich auch wütend. Es gibt zahlreiche Schicksale zu beklagen, überall um uns herum gibt es schwerste Einsatzlagen, Rettungskräfte und Helferteams sind am Limit und machen trotzdem weiter. In manchen Gebieten des Rhein-Erft-Kreises wird sehr lange Zeit nichts mehr so sein, wie vorher einmal war. Also, an alle, die die eindringlichen Warnungen, sich auf keinen Fall unmittelbar an der Erft aufzuhalten, ignorieren und damit sich und andere in Gefahr bringen: Geht nach Hause, achtet auf eure Nachbarn und Mitmenschen und wenn Ihr Informationen zum aktuellen Geschehen benötigt, schaut auf unsere Medienkanäle, hier könnt Ihr euch gefahrlos die wichtigsten Infos zum Hochwasser holen“, so Bürgermeister Volker Mießeler.

Hotlines für Hilfsangebote und Angehörige

Für Hilfsangebote hat der Rhein-Erft-Kreis eine kreisweite Telefonhotline eingerichtet. Unter Tel. 02271- 83 22222 können Menschen, die helfen oder spenden möchten, sich melden. Für Menschen, die Angehörige vermissen, ist ebenfalls eine Hotline (0800- 6565651 o. 0800 – 2210001) eingerichtet. Auch die Hotline der Kreisstadt Bergheim für Fragen zum Hochwasser in Bergheim, (Tel. 02271- 89 222) steht den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin zur Verfügung.

Evakuierungen wurden durchgeführt

Die Situation um das Hochwasser der Erft in Bergheim bleibt weiterhin angespannt. Am Abend des 15.07.2021 wurden Bürgerinnen und Bürger in ausgewählten gefährdeten Bereichen des Bergheimer Stadtgebietes evakuiert.

„Uns erreichen verständlicherweise zahlreiche Anrufe und Mails mit Fragen von Betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, wann sie wieder in ihre Wohnhäuser zurückkehren können. Am heutigen Morgen können wir jedoch noch nicht sagen, wann das für diese Menschen möglich ist. Das ist abhängig vom aktuellen Geschehen und den Entwicklungen im Stadtgebiet Bergheim und den umliegenden Kreisen. In unseren drei bereitgestellten Unterkünften in Bergheim ist zunächst für alles Notwendige gesorgt. Sobald wir Entwarnung geben können, werden die Betroffenen vor Ort natürlich sofort informiert. Aktuell befinden sich rund 100 Personen in den bereitgestellten Unterkünften. In einem von der Evakuierung betroffenen Bereich haben wir auch eine städtische Kita zunächst für den heutigen Tag geschlossen. Das betrifft aktuell die Kita Tummelkiste im Dänischen Weg. Notbetrieb für diese Einrichtung haben die Kitas Abenteuerland in der Meißener Straße sowie die Kita Rappelkiste in der Rilkestraße.

 

Erstes Ausmaß des Starkregens in Brühl

Brühl. Nachdem sich die Wetterlage in Brühl beruhigt hat, konnten die betroffenen Haushalte weitestgehend durch die Feuerwehr Brühl versorgt werden.

Die Feuerwehr Brühl verzeichnete seit dem Starkregen 280 Einsätze. Bis dato sind noch 30 Meldungen (Stand 10 Uhr) abzuarbeiten. Die Feuerwehr arbeitet gemeinsam mit der freiwilligen Feuerwehr daran, allen Haushalten schnellstmöglich zu helfen.

Bei den Einsätzen der Feuerwehr wurden keine Personenschäden vermeldet.

In der Nacht auf den 15.07.2021 war es durch den aufkommenden Starkregen zu schweren Schäden im Stadtgebiet gekommen. Die Feuerwehr musste nach starker Priorisierung vorgehen.

Zwei Haushalte mussten ihre Häuser verlassen, eine Familie wurde notuntergebracht.

In der Martin-Luther-Schule drohte durch Wassereinbruch, eine Kellerwand einzustürzen, diese konnte gesichert werden.

Der StadtServiceBetrieb bietet eine kostenlose Abholung des Sperrmülls für Betroffene an. Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter 02232 702-800.

Betroffene können ihren Sperrmüll auch zu den Öffnungszeiten auf dem Betriebshof abgeben.

Der Südfriedhof ist weiterhin gesperrt. In den kommenden Tagen werden die Räumarbeiten weiter stattfinden – wie lange dies dauern wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen.

Alle anderen Friedhöfe werden im Laufe des Tages wieder geöffnet.

Aktuelle Neuigkeiten werden unter https://www.bruehl.de/ und https://www.facebook.com/stadtbruehl bekannt gegeben.

„Die Bilder und Nachrichten der letzten Tage haben bei uns allen einen großen Schock ausgelöst. Es ist unfassbar, mit welcher Macht die Wassermassen Zerstörung und Tod gebracht haben. Brühl ist von den schlimmsten Folgen des Starkregens verschont geblieben. Bis auf vollgelaufene Keller und überflutete Straßen sind wir glimpflich davongekommen. Mein Dank gilt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.“ so Dezernent Gerd Schiffer.

Der Krisenstab ist über das Ausmaß der benachbarten Kommunen im Rhein-Erft-Kreis informiert.

Derzeit wird versucht, Möglichkeiten der Hilfsangebote zu koordinieren.

 

Aktuelle Lage in Wesseling

Wesseling. Die hauptamtliche Feuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Wesseling und das THW haben zum jetzigen Stand alle offenen Einsätze abgearbeitet.

Der Mühlenweg ist für den Verkehr freigegeben. Der Kronenweg ist weiterhin gesperrt.

Der Shuttlebus „Justus“ fährt wieder seine eigentliche Route über den Mühlenweg. Die Personenunterführung Wesseling-Mitte ist weiterhin vollgesperrt. Der Zugang zum Bahngleis der Linie 16 besteht über den KVB-Mitarbeitenden-Zugang von der Konrad-Adenauer-Straße aus.

Bürgerinnen und Bürger, die das Bahngleis erreichen müssen, werden gebeten den Shuttlebus „Justus“ vom Westring aus auf die andere Seite, Konrad-Adenauer-Straße, zu nehmen.

Im Hinblick auf den steigenden Rheinpegel fährt die Stadt vorsorglich den Hochwasserschutz hoch.

Die sieben Container für die Entsorgung von beschädigtem Hausrat sind im Stadtgebiet aufgestellt. Standorte: Im Dich, Unterdorfstraße, Gleiwitzer Straße, Rembrandtstraße, Konrad-Adenauer-Straße, An den Benden.

 

Schnelle Hilfe für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe

Bistum Aachen. „Die zerstörerischen Ausmaße der Hochwasser-Katastrophe sprengen jegliche Vorstellungskraft. Es ist unendliches Leid entstanden, das wir heute noch gar nicht richtig fassen können“, so Bischof Dr. Helmut Dieser angesichts der verheerenden Schäden, die in weiten Teilen des Bistums Aachen entstanden sind. „Tief betroffen spreche ich allen, die Angehörige und Freunde verloren haben, mein tiefstes Mitgefühl aus. Helferinnen und Helfer allerorts danke ich aus tiefstem Herzen für ihren mutigen und tatkräftigen Einsatz. Mein Gebet begleitet alle, die in diesen schweren Stunden in großer Fürsorge miteinander verbunden sind“, so der Bischof weiter.

Um den Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen, hat das Bistum Aachen einen Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffene Kinder und Familien eingerichtet. Gespendet werden kann auf das Konto der Pax-Bank: IBAN: DE72 3706 0193 1000 1000 60, BIC:GENODED1PAX.

Die Flutkatastrophe hat die Menschen im Bistum Aachen an vielen Orten getroffen, ganz besonders in Stolberg, Eschweiler, in

der Eifel, im Kreis Heinsberg und Düren, wo teilweise ganze Städte unter Wasser stehen, Menschen ohne Strom und Trinkwasser sind. In Eschweiler musste das St.-Antonius-Krankenhaus mit allen Patienten evakuiert werden. In Kornelimüster steht die Propsteikirche St. Kornelius meterhoch unter Wasser. Auch das Bischöfliche St.-Ursula-Gymnasium in Geilenkirchen ist teilweise überflutet.

Die Solidarität der Menschen untereinander ist sehr groß: Die Messdiener-Gruppe von St. Donatus in Aachen-Brand etwa hat spontan ein Hilfsteam auf die Beine gestellt, das unter anderem bei Aufräumen der Kirche in Kornelimünster mitgeholfen hat. Vielerorts werden kurzfristig Initiativen aktiv. „Der besondere Dank gilt allen, die jetzt Verantwortung übernehmen, in unseren Gemeinden und Einrichtungen, in der Zivilgesellschaft, im Technischen Hilfswerk und in den Feuerwehren, allen, die vor Ort bestmöglich Erste Hilfe leisten. Eine Zeit, in der wir zusammenstehen!“, betont Generalvikar Dr. Andreas Frick, der sich am heutigen Freitag vor Ort ein eigenes Bild in Kornelimünster machte.

Generalvikar Dr. Andreas Frick (rechts) begutachtet gemeinsam mit Pfarrer Dr. Andreas Möhlig (links) die Hochwasserschäden in der Propsteikirche St. Kornelius in Kornelimünster (Foto: © Bistum Aachen / Jari Wieschmann)
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